13.05.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter
Den Durchbruch hat Virtualisierung schon im Jahr 2007 geschafft und Hersteller wir VMware, Parallels oder Citrix Systems haben erheblich dazu beigetragen. Vom Chip- bis zum Software-Hersteller, jeder in der IT fühlte den virtuellen Ruck, als die Technik sich zum Mainstream entwickelte. Am Horizont ist mit Cloud Computing allerdings längst ein neuer Stern aufgegangen – eine aktuelle Trendbeobchtung von SearchDataCenter.
Das Thema Virtualisierung hat mittlerweile längst auch die Serverhersteller erreicht und beeinflusst die Anzahl der ausgelieferten Server. Nach Studien des Marktforschungsunternehmens IDC wuchs der weltweite Servermarkt um 0,5 Prozent in den letzten Jahren. 2006 und 2007 ging dagegen die Anzahl von ausgelieferten Einheiten um 1,5 Prozent zurück. Dies kann als Zeichen eines größeren Trends gedeutet werden, da Unternehmen immer mehr Hardware konsolidieren und immer mehr IT-Infrastrukturen virtualisieren.
Auf alle Fälle gibt es wenig Zweifel daran, dass die Virtualisierung auch dieses Jahr zu weit reichenden Änderungen in IT-Organisationen und Rechenzentren führen wird. Aber auch ein weiterer Trend zeichnet sich am Horizont ab: die Verlagerung von Ressourcen in die Wolke - kurz Cloud Computing. Doch und vor allem auch hier sollten die folgenden Tipps nicht außer acht gelassen werden:
Trotz vieler Meldungen über Datendiebstahl, Spam und Viren, die Virtualisierung blieb davon im Wesentlichen unberührt - zumindest bislang. Dies kann sich durchaus drastisch ändern. Bereits Anfang vergangenen Jahres warnte Gartner Unternehmen, die ihre Infrastrukturen virtualisieren, „dass Sicherheitsfragen auch bei der Virtualisierung endemisch sind. Sie beginnen auf der Architekturebene. Sogar der Hypervisor selbst stellt eine Angriffsfläche und ein interessantes Ziel für Hacker dar.“
„Dies liegt daran“, so Vizepräsident Neil MacDonald von Gartner, „dass im Fall von Virtualisierung etwa zehn Anwendungen auf einen Server zusammengefasst sind und damit ein sehr attraktives Ziel für einen Angreifer bieten. Wenn ich jetzt nur eine dünne Schicht angreife und anschieße, erreiche ich gleich alle 10 virtuellen Maschinen. Also wird der Angriff auf diese Schicht gerichtet.“
Solch ein Angriff trat in den Anfängen der Virtualisierung noch nicht auf. Doch mit steigenden Installationen und fehlender Beachtung des Themas durch Unternehmen, steigt die Gefahr. Der Rat, dem man Unternehmen geben kann, ist offensichtlich: Seien Sie proaktiv und verschärfen Sie den Schutz Ihrer virtuellen Maschinen, da Angriffe unvermeidlich sind.
MacDonald merkt an, dass das Management von Sicherheitslösungen in einer virtuellen Umgebung vergleichbar mit dem Managen eines weiteren Betriebssystems ist. Deshalb sollten Admins darauf achten, den Hypervisor immer zeitgerecht zu patchen, richtig zu konfigurieren und aktuell zu halten.
Konnte noch im Jahr 2007 jeder Hersteller, der „virtuell“ vor seinen Namen oder im Namen seines Produkts trug, Rechnungen in fast jeder Höhe schreiben, hat sich dieser Zustand bis heute längs geändert. Mit wachsendem Druck im Markt und den steigenden Angeboten von Virtualisierungsprodukten zücken Unternehmen immer stärker den spitzen Bleistift und sehen genauer hin - die aktuelle Wirtschaftskrise tut ihr übriges. Projekte müssen fundierter und Einsparpotenziale stärker herausgearbeitet werden, um die Umsetzung und Einführung in den Unternehmen zu erreichen.
All das, was die Hersteller von Virtualisierung über den Hypervisor hinaus anbieten, wird auch in Zukunft ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein.
Anfang 2007 war das Mantra „Management ist der Schlüssel“. Inzwischen haben Anbieter und Software-Hersteller längst passende Lösungen entwickelt. Managementoptionen sind am Markt präsent und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
EMC hat VMware eine etwas längere Leine gegeben, aber andere Anbieter, die sich auf dem virtuellen Spielplatz getummelt haben, wurden einfach geschluckt. HP hat Opsware übernommen; Citrix hat Xen geschluckt. Viele Kleine wie Thinstall, Dune, PlateSpin wurden ebenfalls Beute der Großen. Auch mit dem Giganten Microsoft und seiner Virtualisierungstechnik Hyper-V ist der Kampf um Marktanteile härter geworden. Bleibt abzuwarten, wie Cisco mit dem Unified Computing System (UCS) den Markt in Aufruhr versetzen wird. Erste Lösungen sind für Juni 2009 geplant.
Konvergenz war ein Schlagwort der dot.com-Ära. Teilweise trifft es zu, teilweise auch nicht. Storage- und Serverinfrastrukturen umgarnen sich seit Jahren und zudem hat Storage ein langes Erbe mit dem Thema Virtualisierung vorzuweisen. RAID-Arrays unterscheiden sich schließlich nicht so stark von virtuellen Maschinen.
Berücksichtigt man die Ankündigungen der letzten Wochen - auch hier sei wieder auf das Unified Computing System von Cisco hingewiesen, so wird die Zielrichtung deutlich. Virtualisierung verschmilzt immer mehr mit Netzwerken und Storage. VMwares jüngste Ankündigung, mit vSphere das erste Betriebssystem für Cloud Computing herauszubringen, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, wohin die Reise gehen wird.
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