11.05.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter
Virtualisierung ist eines der wirksamsten Werkzeuge um kosteneffizientes Green Computing zu betreiben. Durch die Aufteilung von physikalischen Servern in mehrere virtuelle Maschinen, die verschiedene Anwendungen ausführen, können Unternehmen ihre Serverauslastungen steigern und ihre ausgedehnten Serverfarmen verkleinern.
Dieser Ansatz ist derart energiesparend, dass der kalifornische Energieversorger PG & E Unternehmen Rabatte von 300 bis 600 US-Dollar für jeden Server bietet, der mit Hilfe von Sun- oder VMware-Virtualisierungsprodukten eingespart wird. Diese Rabattprogramme vergleichen den Energieverbrauch vorhandener Systeme mit dem Energieverbrauch der Systeme, die nach der Virtualisierung noch im Betrieb sind.
Die Erstattungen werden nach Abschluss eines qualifizierenden Serverkonsolidierungsprojekts ausgezahlt und basieren auf der Nettoverringerung in Kilowattstunden, die sich aus dem Projekt ergibt (mit einer Rate von 8 Cent je Kilowattstunde). Der Rabatt liegt bei maximal 4 Millionen US-Dollar oder 50 Prozent der Projektkosten.
Durch das Einrichten einer virtuellen Abstraktionsebene, auf der verschiedene Betriebssysteme und Applikationen laufen, kann ein einzelner Server quasi „geclont“ und so besser ausgelastet werden. Mithilfe der Virtualisierung lassen sich so in der Praxis Leistungseinsparungen um den Faktor drei bis fünf erzielen – bei gleichzeitiger Konsolidierung auf leistungsstarke Mehrprozessorsysteme noch deutlich mehr.
Auch beim Faktor Kühlung findet derzeit ein Umdenken statt. Die Kühlung eines Rechenzentrums hatte bisher eher einen niedrigeren Stellenwert, wird nun aber zum wichtigen Gestaltungskriterium. Denkt man an ein Hotel, würde man die Temperatur auch nicht über ein Thermostat für das ganze Gebäude steuern, sondern in jedem Raum unabhängig regeln. Deshalb ist es auch im Rechenzentrum viel effektiver, abgegrenzte Bereiche je nach der dortigen Wärmeentwicklung zu klimatisieren.
Hier gilt es, den Teufelskreis von mehr Strombedarf, der zu mehr Abwärme führt, die wiederum stromintensiv herunter gekühlt werden muss, zu durchbrechen. Nur mit einem integrierten Gesamtkonzept für Rechenzentrum und Kühlung lassen sich Leistungsanforderungen hinsichtlich Performance, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit mit energieeffizienter Nutzung der Hardware in Einklang bringen.
In bestehenden Rechenzentren ist die Kühlung oft dreimal so stark ausgelegt wie eigentlich benötigt, oft wegen einer falschen Konstruktion. Manche Rechenzentren sind eher aus ästhetischen Gründen in einer bestimmten Weise gebaut, statt aus Gründen der Effizienz, wie beispielsweise die Anlage von Warm- und Kaltgängen. Wasser- und Flüssigkühlung können enorme Auswirkungen auf die Energieeffizienz haben. Diese Art der Kühlung ist 3.000-mal effizienter als Luftkühlung.
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