Grundlagen: Energieeeffizienz im Datacenter

Viele Faktoren führen zu Green Computing im Rechenzentrum

11.05.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter

Das Konsortium „The Green Grid“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in Rechenzentren zu senken.

Bei Green IT geht es nicht um „Rettet die Welt für unsere Kinder“. Vielmehr geht es um ganz andere grüne Themen: Senkung von Betriebskosten mit gleichzeitiger Steigerung der Rechenleistung. Dabei handelt es sich um messbare, kurzfristig erzielbare Ergebnisse. Die oberste Priorität hat für die Verantwortlichen in den Unternehmen die Effizienz der Rechenzentren.

Nicht nur Finanzdienstleister mit ihrem riesigen Bedarf an Rechenleistung können von „grüner“ IT profitieren. Unternehmen in jedem Industriezweig, von gemeinnützigen Gesellschaften bis hin zum produzierenden Gewerbe, achten heutzutage viel mehr auf ihre Stromrechnungen. Dies liegt vor allem daran, dass sich – so eine Studie von Jonathan Koomey, Professor am Lawrence Berkeley National Laboratory der Stanford University – die Energiekosten von Servern und Rechenzentren in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben.

Nach Schätzungen der EPA (Environmental Protection Agency) soll sich der Energieverbrauch in den nächsten fünf Jahren auf 100 Milliarden kWh nochmals verdoppeln, wodurch zusätzliche Kosten von 7,4 Milliarden US-Dollar jährlich anfallen. Diese Rechnungen landen dann in den Finanzabteilungen der Unternehmen. Der Druck liegt nun bei den IT-Verantwortlichen, die Kosten zu senken, was selbstverständlich nebenbei auch zu ökologischen Vorteilen führt.

Rechenzentren platzen aus allen Nähten

Davon gehen auch die Analysten von Gartner aus, die in ihren Studien voraussagen, dass die Rechenzentren in den nächsten drei Jahren in Bezug auf Energiebedarf und Platzverbrauch an ihre Limits stoßen werden. Das liegt nach Angaben der Experten vor allem an den technischen Entwicklungen, die durch neue Prozessoren im Multi-Core-Design, durch Blade-Server und Virtualisierung die Dichte erheblich nach oben treiben werden.

Die Dichte wird sich nach Angaben von Analysten in den nächsten zehn Jahren verzehnfachen, wodurch der Strombedarf sowohl für den Betrieb als auch die Klimatisierung erheblich nach oben gehen wird. Das gilt vor allem für die Rechenzentren, die bereits seit langem im Betrieb sind und veraltete Technologien einsetzen. Hier werden teilweise bis zu 70 Prozent der Energiekosten für die Klimatisierung eingesetzt.

Sparpotential

Die steigende Nachfrage nach Rechen- und Speicherleistung übertrifft noch das Einsparpotential, das die Industrie derzeit erreicht. Dennoch kann bereits jedes einzelne Unternehmen konkret mit dem Einsparen beginnen. Die Kombination aus Multi-Core-Prozessoren, Blades und Virtualisierung schafft leistungsfähige und effiziente Systeme, die weniger Strom benötigen. Der Platzbedarf sinkt, weniger Rechenzentren werden gebraucht.

Insbesondere die aufkommenden Blade-Architekturen erhöhen die Packungsdichte in den Racks erheblich. Auf der anderen Seite muss für den Betrieb der vielen CPUs ausreichend Energie auf kleiner Fläche bereitgestellt und zusätzlich noch einmal ungefähr die gleiche Strommenge für die Kühlung der dicht gepackten Rechner spendiert werden.

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