15.04.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter
Ein Haupteinsatzgebiet Hypervisor-basierter Lösungen werden in Zukunft die Rechenzentren sein. Dort kann durch die Virtualisierung eine vollständige Entkopplung von Software und Hardware, also eine komplett virtualisierte Infrastruktur erreicht werden. Dies erlaubt es nicht nur, jeder Software die Hardware anzubieten, die sie benötigt. Vielmehr lassen sich auch Ressourcen zwischen den virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb beliebig verteilen, falls höhere Anforderungen dies notwendig machen. Neben der Skalierbarkeit erhöht Virtualisierung auch die Ausfallsicherheit, denn der Absturz eines virtuellen Servers beeinträchtigt die anderen oder gar das Host-System in keinster Weise.
Es wird noch dauern, bis die Virtualisierung vollständig in den Rechenzentren ankommt. Denn selbst in der darunter liegenden Marktstufe, der Servervirtualisierung in großen IT-Organisationen, ist die Verbreitung von virtuellen Maschinen nicht wirklich fortgeschritten. Marktforscher Tim Klasell von der Unternehmensberatung Thomas Weisel Partners zufolge sind derzeit gerade einmal vier Prozent aller Server mit virtuellen Maschinen bestückt.
Um breite Verwendung zu finden, bedürfen die Virtualisierungsprodukte der Verbesserung. Nicht in Bezug auf Performance oder Ausfallsicherheit – vielmehr fehlen hochwertige Ma-nagementtools und (SLA-basierende) Automatisierungsfunktionen zur Planung, Implementierung, Kontrolle, Steuerung, Lastverteilung oder zum Disaster Recovery in virtuellen Umgebungen. In diesem Bereich sind nicht alle Anbieter in der Lage, eine anwenderfreundliche und einfache Managementumgebung anzubieten.
VMware ist in diesem Punkt schon weiter als einige der Mitbewerber, doch die folgen auf dem Fuß. Novell zum Beispiel arbeitet derzeit am Xenworks-Orchestrator, einer Managementlösung zur Automatisierung heterogener virtueller Umgebungen im Rechenzentrum, die VMware, Xen und Microsoft unterstützen soll. Systemmanagementlösungen entwickeln auch Xen-Source sowie BMC, Mercury und Quest.
Auf der Hardware-Seite kommt Unterstützung von den Marktgrößen Intel und AMD. Mit den Vanderpool- und Pacifica-Prozessoren und den in der Hardware implementierten Features können die Software-Layer der Virtualisierungslösungen schlanker ausfallen. Dies verringert deren Overhead, wodurch sich die Performance erhöht. Zudem erübrigt sich die Para-Virtualisierung, also die Modifizierung der Betriebssysteme und gegebenenfalls die der Applikationen.
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