Aspekte der Desktop-Virtualisierung

Desktop-Virtualisierung und Terminal Services: Entweder-Oder oder doch lieber beides?

17.04.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter

Über Vor- und Nachteile von Desktop-Virtualisierung gegenüber Server Based Computing.

Mit der richtigen Thin Client-Strategie lassen sich mehrere Server Based Computing-Szenarien inklusive Desktop-Virtualisierung unterstützen und zusätzliche Einsparpotentiale realisieren.

Alle großen Software- und teils auch Hardwarehersteller (z.B. Intel), integrieren einen Hypervisor in ihre Produkte. Der größte Anbieter von Virtualisierungslösungen für x86-Systeme ist nach wie vor VMware, weitere sind Citrix, Sun und Microsoft. Der Erfolg von VMware wurzelt in der Servervirtualisierung, mit deren Hilfe verschiedene Serversysteme effizient auf einer gemeinsamen Hardwareplattform verteilt und dynamisch ausgelastet werden können. Dieselben Vorteile lassen sich natürlich auch im Desktopumfeld erzielen.

Der Zugriff auf virtuelle Windows-Desktops erfolgt meist über das Remote Desktop Protocol (RDP), das ebenfalls als Kommunikationsprotokoll für Windows-basierte Terminal Services dient. Damit stehen Thin Client-Anwendern prinzipiell beide Welten offen: die Anwendungsbereitstellung mittels Terminal Services (klassisches Server Based Computing) und Desktop-Virtualisierung.

Desktop-Virtualisierung oder Terminal Services

Im Vergleich zu den Terminal Services besitzt die Desktop-Virtualisierung einige Vorzüge: Für den einzelnen Anwender bringt sie mehr Einstellungsmöglichkeiten, erlaubt den zentralisierten Zugriff auf nicht-terminalserverfähige Programme oder gestattet – dank größerer Hardwareressourcen – eine bessere Performance. Programmierer schätzen ferner die gekapselte Systemumgebung der virtuellen Maschinen (VM). Als Kostenvorteil der Desktop-Virtualisierung gilt vor allem, dass die Anwendungen nicht in einer Terminalserverversion laufen müssen, sondern nur in der günstigeren Workstation-Version.

Zu den Vorteilen des klassischen Server Based Computing (SBC) gehört, dass keine Images verwaltet und mit Internet-, Security- und Antivirensoftware geschützt werden müssen. Auch ist die Nutzerzahl je Server um bis zu Faktor fünf höher als bei der Desktop-Virtualisierung. Ein weiterer Pluspunkt für SBC ist, dass es ohne Virtualisierungssoftware, Hypervisor und Connection Broker auskommt und deshalb niedrigere Lizenzkosten anfallen. Last but not least gelten die seit den 1990er Jahren erprobten SBC-Lösungen als technisch ausgereifter.

Übersicht 2: Typische Anwendungsfälle von SBC und Desktop-Virtualisierung

Übersicht 1: Vorteile und Nachteile der Desktop-Virtualisierung gegenüber SBC

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