02.04.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Ulrich Roderer
Die Firmenpolitik von EMC sagt der Zersplitterung in der Technologiebranche den Kampf an. Kunden wollen starke Partner. Interview mit Marc-Philipp Kost, Business Manager VMware, EMC Deutschland GmbH.
SearchDataCenter: Wie wird die Zukunft von VMware bei EMC aussehen?
Marc-Philipp Kost: VMware ist derzeit das am schnellsten wachsende IT-Unternehmen aller Zeiten. In diesem Jahr wird das Unternehmen zwei Milliarden US-Dollar umsetzen. Die Liga, in der VMware spielt, ist vergleichbar mit den ersten PC-Herstellern oder mit IBM, als es die Großrechner auf den Markt brachte.
Auch VMware verändert mit seinen Technologien die fundamentalen Regeln der Branche. Für EMC steht trotz Spekulationen der Verkauf seines 85-prozentigen Anteils an VMware derzeit nicht zur Diskussion. Da die Technologiebranche sehr zersplittert ist, haben immer mehr Kunden das Bedürfnis nach einer Zusammenarbeit mit starken Partnern, die untereinander strategische Allianzen pflegen.
Eine solche Partnerschaft sind EMC und VMware eingegangen, auch wenn VMware weiterhin eigenständig agiert und an Kunden wie IBM und Hewlett-Packard liefert – dem Mitbewerb von EMC. Doch für EMC ist es nicht ungewöhnlich mit diversen Anbietern in verschiedenen Geschäftsbereichen zusammenzuarbeiten, dabei aber gleichzeitig im Wettbewerb zueinander zu stehen.
Mittlerweile bietet EMC auch kostengünstige Lösungen für mittelständische Kunden an, ohne dass auf die Enterprise-Funktionalitäten verzichtet werden muss. VMware konsolidiert eine Vielzahl an Servern und Applikationen auf wenige Server und Storage. Damit steigen die Anforderungen an die Stabilität und Verfügbarkeit – auch bei mittelständischen Kunden. Das EMC Velocity Partnerprogram offeriert VMware Ready-Lösungen und stärkt regionale Partner, damit diese mittelständische Kunden vor Ort optimal betreuen können.
Das „Next Generation Datacenter“, das Rechenzentrum der Zukunft also, wird sich fundamental von dem heutigen Ansatz unterscheiden. Virtualisierung ist hierbei der Megatrend. Zwar haben mittlerweile eine Vielzahl an Unternehmen Server und Storage virtualisiert. Eine tatsächlich durchgängige Virtualisierung auf allen Ebenen von Anwendungen – darunter auch geschäftskritische Applikationen –, Server, Netzwerk und Storage wurde aber noch nicht realisiert.
Das wird in Zukunft anders sein. Auch die Mobilität von Services und Daten wird sich durch Cloud Computing, Unified Network und I/O-Virtualisierung noch ausweiten, wovon insbesondere standortübergreifende Unternehmen profitieren. Damit steigen wiederum die Erfordernisse an das End-to-End-Management und die Orchestrierung. Ein Hersteller alleine wird diese Anforderungen nicht komplett erfüllen können.
Deshalb benötigen wir strategische Partnerschaften wie die von EMC mit VMware oder auch mit Cisco. Die Basistechnologien sind bereits verfügbar und die Lösungen werden integriert. Trotzdem muss der Kunde sich jetzt Gedanken über den Aufbau der Infrastruktur der Zukunft sowie über die Virtualisierung seiner geschäftskritischen Applikationen machen. Management-Tools, die nicht VMware integrationsfähig sind, sind nicht mehr zukunftsfähig. Das zeigt die gegenwärtige Entwicklung.
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