02.04.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Ulrich Roderer
Die Unabhängigkeit von Hardware und Herstellern ist ein Vorteil der Speichervirtualisierung. SearchDataCenter sprach mit Christian Hagen, Vice President EMEA/Americas Channel & Sales Operations bei Datacore, über die Zukunft der Speichervirtualisierung.
SearchDataCenter: Welchen geschäftlichen Nutzen hat die Speichervirtualisierung für ein Unternehmen?
Christian Hagen: Der entscheidende Vorteil der Speichervirtualisierung liegt dabei in der Unabhängigkeit von Hardware und Herstellern. Dies bedeutet langfristig Kostenersparnis bei Speichererweiterungen und zukünftig notwendigen Migrationen.
Ohne die unabhängige Virtualisierungssoftware wäre zudem Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery gar nicht finanzierbar. Die Bereitstellung von virtuellem Speicher erhöht im Zusammenspiel mit Thin Provisioning die Auslastung der vorhandenen Ressourcen auf bis zu 90 Prozent, wodurch manche Investitionen erst gar nicht getätigt werden müssen.
Fibre Channel ist sicher performanter als iSCSI, aber eben auch teurer. Doch nicht jede Anwendung benötigt zu jeder Zeit höchste Leistung. Die zentrale Datenbank eines Kreditinstituts wird sicher nicht über iSCSI gefahren, im gleichen Rechenzentrum reicht die Performance aber sehr wohl für unkritischere Applikationen.
Deshalb unterstützen wir iSCSI, FC und hybride Umgebungen. Die Microsoft-Plattform garantiert uns dabei, dass wir jeden Standard in kürzester Zeit unterstützen. Unsere Kunden können 8-GBit-FC genauso nutzen wie 10-GBit-Ethernet oder FCoE. Man muss aber auch deutlich sagen, dass iSCSI für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ausreichend leistungsfähig ist. Entscheidend ist, ein dediziertes Netzwerk für den Datenverkehr zu nutzen, um Sicherheit und Performance garantieren zu können.
Grundsätzlich ist der Aufwand nicht höher als bei Standard SAN-Lösungen – zum Teil sogar nachweislich geringer. Wir vertreiben ausschließlich über den Fachhandel, und jeder Händler muss sich bei uns zertifizieren, d.h. nachweisen, dass er über das entsprechende Know-how verfügt.
Diese Spezialisten übernehmen die Installation vor Ort. Nach der Installation helfen Werkzeuge wie „Transporter“ bei der unterbrechungsfreien Datenmigration zwischen virtuellen und physischen Plattformen und Ressourcen. Nötig sind aber eine gründliche Planung der Anforderungen und eine Prüfung der Kompatibilität aller Komponenten. Ist dies der Fall, kann die Integration einer Speichervirtualisierung innerhalb eines Tages durchgeführt werden.
Christian Hagen: Durch die Virtualisierung wird Storage zunehmend nicht mehr als Box verstanden, sondern als Applikation. Das ist der Schwenk von der Hardware zur Software. Hardwareunabhängige Lösungen wie SANmelody oder SANsymphony bilden einen transparenten Layer zwischen Server und Storage. Die darunter liegende Hardware spielt dann eine untergeordnete Rolle.
Wir werden zudem sehen, dass Desktop-, Server- und Storagevirtualisierung immer enger zusammenrücken und ineinander greifen. Wir bieten heute bereits Management-Plugins für VMware, Citrix und Microsoft und haben viele unserer Funktionen für eine übergreifende Virtualisierung optimiert. Wir nennen das Total Enterprise Virtualisation.
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