Juror des Deutschen Rechenzentrumspreises über Möglichkeiten einer Super-Cloud

Trends im Data-Center: Energie-Effizienz, Modularität und die Inter-Cloud

11.11.2011 | Autor / Redakteur: Bernd Reder / Ulrike Ostler

Professor Dr.-Ing. Wolfgang Nebel, Vorsitzender des Vorstands von Offis: „Es fehlt noch an Standards und rechtlichen Vorgaben, um länderübergreifende Cloud-Computing-Infrastrukturen aufzubauen.“ Bild: Offis

Viele Rechenzentren sind nicht ausgelastet und verbrauchen zu viel Energie. Dr.-Ing. Wolfgang Nebel, Professor an der Universität Oldenburg und Vorstandvorsitzender des unabhängigen Informatik-Instituts Offis, erläutert, wie sich dies ändern lässt. Eine Möglichkeit: Die Rechenzentren in unterschiedlichen Ländern zu einer gigantischen Cloud zusammenschalten.

Welche Themen beherrschen derzeit die Diskussion im Bereich Rechenzentren?

Wolfgang Nebel: Zum einen natürlich die Frage, wie sich die Auslastung von Rechenzentren optimieren lässt. Eine zentrale Rolle spielt hier die Virtualisierung von Anwendungen. Allerdings müssen Unternehmen diese Technologie noch in stärkerem Maße als bislang einsetzen. Vor allem bei Rechenzentren, die neu gebaut werden, wird zudem über modulare Konzepte diskutiert.

Was ist darunter zu verstehen?

Wolfgang Nebel: Das sind Data Center, die beispielsweise aus einzelnen Containern mit Servern, Netzwerk-Ausrüstung und Speichergeräten bestehen. Benötigt ein Anwender mehr Rechenleistung, werden neue Systeme, also Container, hinzugefügt. Solche Konzepte ermöglichen es dem Nutzer, die Leistung des Rechenzentrums und damit verbunden die Kosten granular anzupassen. Modularität wird bei Data-Centern künftig eine zentrale Rolle spielen, alleine aus Kostengründen.

Welche neuen Entwicklungen sind im Bereich Stromversorgung und Energie-Effizienz zu erwarten?

Wolfgang Nebel: Bislang wird vor allem die Abwärme, die Rechenzentren abgeben, zu wenig genutzt. Es gibt bereits Pilotprojekte, etwa in Uitikon in der Schweiz. Dort heizt ein Data Center ein öffentliches Hallenbad.

Außerdem sollten Betreiber großer Data Center stärker Umgebungsbedingungen mit einbeziehen, beispielsweise die Temperaturentwicklung in einer Region. Unter den Gesichtspunkten Kühlung und Energie-Effizienz macht es wenig Sinn, ein Rechenzentrum in Landstrichen mit hohen Temperaturen zu errichten.

Welche sind die größten Herausforderungen, vor denen Betreiber von Rechenzentren derzeit stehen?

Wolfgang Nebel: Zum einen eine bedarfsgerechte Planung der Kapazitäten. Heute sind viele Rechenzentren überdimensioniert. Dieses Problem könnte Cloud Computing lösen, weil es eine bessere Skalierbarkeit erlaubt, sowohl in Bezug auf die IT-Services als auch hinsichtlich der Investitionen. Aus diesem Grund stößt Cloud Computing in Deutschland auf große Resonanz.

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Terrahes Rechenzentrums-Blog:
Ulrich TerraheProblemfall Rechenzentrum: Rechenzentren werden immer komplizierter im Aufbau und Betrieb. Was gibt es neues, wie ist es zu bewerten und was ist Stand der Technik.

Der Spezialist Ulrich Terrahe, Inhaber der dc-ce RZ-Beratung,  Preisträger des European Datacenter Award in der Kategorie „Future Thinking and Design Concepts“  und Veranstalter des Deutschen Rechenzentrumspreises beleuchtet in seinem Blog einmal pro Woche die Herausforderungen im Rechenzentrum heute.

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Preisverleihung 2012
Am 29. März bekamen insgesamt sechs Anwärter den "Deutschen Rechenzentrumspreis" verliehen. Die Auszeichnung in acht Kategorien fand im Technik-Museum von Sinsheim statt. SearchDataCenter war dabei.

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