Auch die Münchner Hausmesse Systems fand im letzten Jahr bekanntlich zum letzten Mal statt. Deren Überbleibsel haben sich in diesem Jahr auf mehrere Spezialmessen verteilt. Die Messemacher werden sich daher zunächst an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientieren müssen. Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer spendet Trost und sieht die IT-Branche in 2009 nur auf einer „Nullrunde“ – statt auf einer länger anhaltenden wirtschaftlichen Talfahrt.
Auch der High-Tech-Verband übt sich derzeit in Durchhalteparolen: Die IT-Industrie könne mit ihren Produkten und Lösungen wesentlich zur Bewältigung der Krise beitragen, weil sie die Unternehmen schlanker und leistungsfähiger mache, so das gebetsmühlenartige Credo. Dennoch dominierte in Hannover thematisch vor allem Altbekanntes nach dem Motto „sparen, sparen, sparen“ – statt probate Rezepte gegen den Abwärtstrend und neue technologische Alternativen für ein Zeitalter im zurückgeschraubten Turbokapitalismus zu vermitteln.
Elegant klingende Schlagworte wie die bereits im letzten Jahr extensiv vermarkteten Leitthemen „Green IT“ sowie „E-Health“ machten zwar erneut die Runde, kredenzten aber dem Publikum letztlich nur alten Wein in neuen Schläuchen. Wo sind sie also, die neuen Themen, die zündenden Ideen und die boomenden Zukunftsmärkte?
Einen deutlichen Schub soll im Jahr 2009 das Outsourcing erhalten. Kosten senken, lautet das Gebot der Stunde. Dazu zählt Bitkom etwa den externen Betrieb von IT-Systemen oder optimierte Geschäftsprozesse. Doch haben immer mehr Unternehmen erkannt, dass in der Zusammenarbeit mit externen Partnern auch zahlreiche Fallstricke lauern, die die Zusammenarbeit auf eine nicht immer kalkulierbare und planungssichere Grundlage stellen.
Blindes Outsourcing oder überfrachtete SOA-Konzepte sind oftmals nicht die Lösung
Wachstumsfeld oder neuer Hype? Als ideales Konzept präsentierten die CeBIT-Macher neben mehr Geschäftsintelligenz erneut den Run auf serviceorientierte Architekturen (SOA). Sie ermöglichen es theoretisch zwar, neue Prozesse in einem Unternehmen mit Hilfe der IT sehr schnell umzusetzen. Jedoch lauert auch hier wie beim Outsourcing die Tücke im Detail und entsprechende Projekte sind alles andere als ein Selbstläufer. Das wissen auch die Spezialisten im Unternehmen, die sich am Ende mit den Fallstricken sowie deren Risiken und Nebenwirkungen herum schlagen dürfen.
Regen Zuspruch auf der CeBIT erhielt weiterhin die etwas überschwänglich als Alternative zu proprietären Lösungen gefeierte Open Source Szene. Aber auch hinter quelloffenen Produkten verbirgt sich gerade in der wirtschaftlichen Talfahrt keine allein selig machende Alternative. Dennoch hat zumindest die freie Szene auf der diesjährigen Messe vom wirtschaftlichen Leitbild profitiert, mehr Effizienz und Flexibilität in der betrieblich genutzten Informationstechnologie herzustellen.
Auch der Bereich IT-Sicherheit erlebte auf der CeBIT ein ungebrochenes Wachstum. Gerade in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung haben viele Sicherheitsanbieter massiv auf das „Angstmarketing“ gesetzt. Sie versuchen Überwachungstechnologien aller Art an die von der Wirtschaftskrise gezeichneten Unternehmen heranzutragen – und sie werben oftmals wenig hilfreich mit dem Schreckgespenst eines demotivierten Mitarbeiters, der sich aus dem drohenden Arbeitsplatzverlust heraus als spionierende Datenwanze entpuppt.
Fachgebiet:
Business-Prozesse, Kommunikation, Digitales Equipment, Banking
Öffnungszeit: 9 bis 18 Uhr
Eintrittspreis:
Tageskarte: Vorverkauf 33,00; Tageskasse 38,00
Dauerkarte: Vorverkauf 71,00; Tageskasse 81,00
Ermäßigte Tageskarte (nur an den Tageskassen):
für Schüler, Auszubildende, Studenten, Wehrpflichtige und Zivildienstleistende (gültig am Wochenende 07. und 08. März 2009) 17,00 für Behinderte (gültig an allen Messetagen) 17,00
Veranstalter:
Deutsche Messe AG, Hannover
Messegelände
30521Hannover
Deutschland
Telefon: +49 (0)511 89-0
Telefon: +49 (0)511 89-32626