Windows-XP-Migration: Best Practices für den Umstieg auf Windows 7 oder Windows 8

Für viele Firmen steht bald eine Windows-XP-Migration an. Mit bewährten Vorgehensweisen fällt der Umstieg auf Windows 7 oder Windows 8 leichter.

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Desktop-Management

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IT-Abteilungen, die ihre Windows-XP-Migration angesichts des im kommenden Jahr eingestellten Produkt-Supports planen,...

können den Prozess vereinfachen, indem sie auf einige bewährte Vorgehensweisen zurückgreifen.

Das drohende Ende für die Unterstützung von Windows XP am 8. April 2014 sollte Firmen, die noch Windows XP einsetzen, dringend dazu bewegen, auf eine neuere Version des Betriebssystems umzusteigen. Doch für viele Unternehmen bleibt Windows XP eine alltagstaugliche Lösung.

Das US-Marktforschungsunternehmen Net Market Share hat unlängst herausgefunden, dass Windows XP immer noch auf einen Anteil von fast 34 Prozent im Markt der Desktop-Betriebssysteme kommt. Auf dem Microsoft Financial Analyst Meeting erklärte der Konzern aus Redmond, dass 20 Prozent der installierten Basis nach wie vor auf Windows XP entfällt.

IT-Berater sagen, sie würden sich Sorgen machen, dass nach Auslaufen des Supports für das in die Jahre gekommene Betriebssystem Malware und Hacker die entstehenden Sicherheitslücken in Windows XP ausnutzen und Unternehmen ins Chaos stürzen könnten.

Es gibt mehrere Wege, wie sich eine Firma für eine Migration von Windows XP auf eine neuere Betriebssystemversion vorbereiten kann.

Was bei einer Windows-XP-Migration zu berücksichtigen ist

Nach Auffassung von Dave Kloba, Geschäftsführer im Bereich "Endpoint Systems Management" bei Dell, müssen Organisationen alle relevanten Informationen sammeln, um sich einen Gesamtüberblick darüber zu verschaffen, was getan werden muss, um ein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Firmen sollten veraltete Hardware und Software aktualisieren. Sie müssen festlegen, welche Anwendungen sowie Daten tatsächlich benötigt werden und mehr Kontrolle über ihre IT-Umgebungen gewinnen. Außerdem sollten sie untersuchen, wie sich neue Technologien - zum Beispiel Tablets - in den Betrieb integrieren lassen, sagt Kloba.

Zunächst müssen IT-Fachleute die gesamte Umgebung analysieren, um zu verstehen, welche Geräte und Anwendungen wirklich zum Einsatz kommen. Oft sind Administratoren überrascht, wenn sich herausstellt, dass sie nicht wissen, was alles in Ihrem Unternehmen installiert wurde. Nach Meinung von IT-Beratern und -Anbietern verschärft sich die Situation dadurch, dass Mitarbeiter zunehmend eigene Geräte in die Firma mitbringen, Stichwort BYOD.

Nachdem die Unternehmen festgestellt haben, welche Anwendungen für die Endbenutzer am wichtigsten sind, sollten sie Kompatibilitätstests durchführen. Dadurch kann man sehen, welche Apps sich auf Windows 7 oder Windows 8 portieren lassen, welche in der neuen Umgebung bereitgestellt werden und welche Apps nicht mehr funktionieren, erklärt Michael Tweddle, Senior Director im Produktmanagement bei Dell.

IT-Beratungsunternehmen empfehlen, diesen Upgrade-Prozess noch einen Schritt weiter zu gehen.

"Es handelt sich um eine unumgängliche Maßnahme. Warum also nicht mithilfe der Benutzersegmentierung neu entscheiden, wie Sie Anwendungen bereitstellen?", gibt Ira Grossman zu bedenken, Chief Technology Officer im Bereich "End-User- und Mobile-Computing" bei MCPc Inc., einem IT-Beratungsunternehmen in Cleveland. "Wir kennen eine Reihe von Firmen mit einer eher monolithischen Vorstellung. Die meinen, es sei leichter jedem alle Anwendungen zur Verfügung zu stellen, anstatt darüber nachzudenken, welche Anwendungen für die jeweilige Benutzerrolle oder das Aufgabenprofil notwendig sind."

Zu einer optimalen Vorgehensweise zählt ebenfalls, die Höhe des Produktivitätsverlusts während der Windows-XP-Migration abzuschätzen und die versteckten Kosten zu berechnen. So könnte es zum Beispiel dazu kommen, dass Unternehmen alte Peripheriegeräte ersetzen müssen.

Die Mitarbeiter im Umgang mit einem neuen Betriebssystem zu schulen, sollte genauso zum Plan gehören.

"Die Änderungen an der Benutzeroberfläche von Betriebssystem, Internet Explorer und Office stellen die größte Hürde dar", sagt Wolfgang Kandek, CTO bei Qualys, einem Cloud-Provider in Redwood City im US-Bundesstaat Kalifornien. "Aber dieser Aspekt lässt sich durch Schulungen in den Griff bekommen. Unternehmen sollten daher das Risiko eingehen und zu Windows 8.1 wechseln."

Migration auf Windows 7 oder Windows 8.1?

Obwohl eine Windows-XP-Migration auf Windows 7 wohl am einfachsten ist, bietet sich Windows 8.1 als interessante Alternative an. Zum einen aufgrund seiner Sicherheitsfunktionen für Unternehmen und der Verwaltung von mobilen Geräten, zum anderen hat es noch einen längeren Produktlebenszyklus vor sich.

"Es stellt sich die Frage: 'Wie groß soll der Sprung sein, den Firmen wagen, und in welche Richtung soll es gehen?'", sagt Robert Ryan, Leiter des Bereichs "Microsoft Services" bei Fujitsu North America im kalifornischen Sunnyvale. "Mit anderen Worten: Sollten Unternehmen zunächst von Windows XP auf Windows 7 umsteigen und erst später auf Windows 8.x, oder sollten sie von Windows XP einfach direkt zu Windows 8.1 wechseln?"

Eine Migration auf Windows 8 könne für Unternehmen sinnvoll sein, die ihren Endbenutzern Geräte mit Touch-Bedienung zur Verfügung stellen wollen, erklärt Ira Grossmann von MCPc.

Darüber hinaus sollten Firmen sich überlegen, ob nicht auch andere Technologien wiedie Cloud Bestandteil einer Strategie sein könnten, um neue Systeme zu implementieren.

Eine Windows-Migration sei auch eine gute Gelegenheit, sich Cloud-Ersatz für Office-Produktivitätsanwendungen anzusehen und zu entscheiden, ob sie ausreichende Funktionen für den täglichen Einsatz bieten, meint Wolfgang Kandek.

"Wenn das der Fall ist, können IT-Abteilungen die Produktivität erhöhen, weil sie den Wartungsaufwand für die Software abgeben können, wie Updates, Sicherheitspatches, Backups und so weiter. All das geschieht bei Cloud-Anwendungen automatisch", fügt er hinzu.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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