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Vier Fragen vor dem Einsatz von Chromebooks als Thin Clients

Chromebooks können als Thin Clients viel Geld sparen. Vor der Bereitstellung sollten sich Unternehmen aber über diese vier Fragen Gedanken machen.

Chromebooks sind billig, portabel und die meisten Anbieter von Lösungen zur Desktop-Virtualisierung unterstützen das Betriebssystem Chrome OS inzwischen in irgendeiner Weise. Das macht sie zu einer attraktiven Option als Thin Clients für VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure).

Die einzige Software, die auf einem Chromebook lokal läuft, ist der Browser Chrome. Alle anderen Anwendungen und Daten werden über die Cloud oder eine virtuelle Desktop-Instanz bezogen. Zu keinem Zeitpunkt werden Daten auf dem Gerät gespeichert. Die Einfachheit und der niedrige Preispunkt der Geräte sprechen für die Nutzung als Thin Client. Warum also nutzt nicht jedes Unternehmen, das auf die Desktop-Virtualisierung setzt, Chromebooks als Thin Clients? Neben der eher kleinen Tastatur und dem oft klobigeren Gehäuse, als es die meisten Thin Clients aufweisen, glänzen Chromebooks auch nicht mit der besten Leistung für grafikintensive Anwendungen. Der Grund hierfür liegt in ihren begrenzten Ressourcen, insbesondere an ihrem minimalen Speicherausbau.

Wer Chromebooks als Thin Clients in VDI-Umgebung einsetzen will, der sollte sich über die folgenden vier Fragen Gedanken machen.

Wie richten IT-Abteilungen Chromebooks ein?

Für IT-Administratoren bieten sich bei Chromebooks zwei Optionen für die Einrichtung als Thin Client: Die Nutzung der Client-Anwendung des VDI-Anbieters für das Chrome OS oder alternativ das Aufsetzen eines HTML5-Clients für den Browser.

Citrix bietet als Client-App für XenDesktop den Receiver for Chrome, VMware hat für Horizon-View-Deployments den Horizon Client für Chrome OS. Wo verfügbar, kann die IT-Abteilung eine Client-App für ihre VDI-Plattform ganz einfach aus dem Chrome Web Store installieren.

Die zweite Option ist das Aufsetzen einer URL für einen HTML5-Client. Die großen Bedenken gegen Chromebooks liegen darin, dass sie über kein vollständiges Betriebssystem verfügen, und dass nur einige wenige VDI-Anbieter einen vollständigen Client für Chrome OS anbieten. Zum Glück haben aber inzwischen sogar mittelständische VDI-Anbieter HTML5-Clients im Programm, die auf Chromebooks gut funktionieren.

Ist dieser erste Schritt vollzogen, so kann die IT-Abteilung die Anwendereinstellungen und Anwendungen einrichten, auf die Mitarbeiter über die Chromebooks als Thin Clients zugreifen werden.

Wie erleichtern Chromebooks die IT-Verwaltung?

Chromebooks vereinfachen IT-Aufgaben in vielseitiger Weise. Dazu gehören etwa auch die Vereinfachung der Endpunktverwaltung und Verbesserungen im Bereich der Sicherheit. Administratoren müssen patchen, Antivirussoftware aktualisieren, Security Audits durchführen und Softwarekataloge aufbauen. All das braucht Zeit und ist damit ein Betriebskostenfaktor. Viele dieser Aufgaben werden von Chromebooks automatisiert. Meldet sich etwa ein Anwender an einem Chromebook im Chrome OS an, so aktualisiert das Gerät automatisch sein Betriebssystem.

Probleme mit der gerätebasierten Sicherheit wie das Mitschneiden von Tastatureingaben kann aber auch bei der Desktop-Virtualisierung noch ein Problem sein. In diesem Fall benötigt die Spyware keinen Zugriff auf die virtuellen Desktop-Sitzungen. Um dieses Risiko zu minimieren, führen Chromebooks bei jeder Benutzeranmeldung einen kontrollierten Startvorgang durch. Dabei wird im Wesentlichen ein Checkpoint erzeugt um zu überprüfen, ob irgendetwas am System manipuliert wurde. Ist etwas nicht in Ordnung, so setzt sich das Chromebook automatisch zurück.

Welche Kostenvorteile bieten Chromebooks als Thin Clients?

Chromebooks sind im Vergleich zu normalen PCs äußerst kostengünstig, da ihre Anschaffungskosten, Unterhaltungskosten und Verwaltungskosten grundsätzlich deutlich niedriger sind. Aus diesem Grund weisen Chromebooks auch eine geringere Amortisierungszeit auf. Sie benötigen nahezu keine Provisionierung und sind damit einfach in der Einrichtung und schnell in der Bereitstellung. Normalerweise sollten IT-Abteilungen Chromebooks innerhalb weniger Minuten als Thin Client an einen virtuellen Desktop anbinden können.

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Chromebooks sind auch im Fall ihres Verlusts finanziell leichter zu verschmerzen, denn ein Ersatz hier und da belastet die Finanzen nicht besonders: Die Preise liegen irgendwo zwischen 150 und 400 Euro. Ein zusätzlicher Vorteil bei Verlust und Diebstahl: Da keine Unternehmensdaten auf einem Chromebook gespeichert werden, erhalten Finder oder Dieb keinerlei Zugriff auf sensible Unternehmensdaten.

Wann eignen sich Chromebooks als Thin Clients?

Wenn ein Unternehmen über die Anschaffung von Chromebooks als Thin Clients nachdenkt, sollte es Kosten, Verwaltung und Anwendungsunterstützung in die Überlegungen mit einbeziehen. Chromebooks können als Übergangsgeräte für in der Regel nicht-mobile Nutzer besonders nützlich sein. Auch wenn Anwender viel mit den Applikationen von Google Apps for Work arbeiten, etwa Gmail, Google Drive oder Google Docs, ist ein Chromebook eine gute Wahl. Chromebooks können auch remote Windows-Anwendungen ausführen. Für Anwender mit schlechter Internetverbindung gehören Chromebooks zu den wenigen Thin Clients, die sich auch über 3G/4G mit dem Internet verbinden können.

Chromebooks passen aber nicht immer und überall. Arbeiten Anwender etwa mit grafikintensiven Anwendungen, so lassen Chromebooks in Bezug auf die Leistung meist zu wünschen übrig. Auch was Offline-Fähigkeit und VPN-Verbindungen betrifft, können Chromebooks nicht gerade glänzen.

Es gibt Vor- und Nachteile für Chromebooks als Thin Clients für VDI-Umgebungen. In der richtigen Situation jedoch sparen sie Kosten ein, sind einfach einzurichten, sehr portabel und können sowohl IT-Abteilung als auch Nutzern viele Vorteile bringen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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