Vergleich von Protokollen für Remote-Displays: RemoteFX gegen HDX gegen PCoIP

VMware PCoIP, Citrix HDX und Microsoft RemoteFX sind Protokolle für Display-Virtualisierung. Wir erklären Unterschiede, sowie Vor- und Nachteile.

Bei Infrastrukturen für virtuelle Desktops haben Administratoren reichlich Auswahl. Vielleicht haben Sie schon...

einmal gefragt, worin die Unterschiede zwischen all den angebotenen Software-Optionen für VDI, Protokollen für Remote-Displays und Lizenzen bestehen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns zunächst mit den Display-Protokollen.

In Umgebungen für virtuelle Desktops (VDI) kommt dem Protokoll für Remote-Displays eine große Bedeutung zu. Es überträgt Daten von einem im Rechenzentrum gehosteten Desktop auf den Endpunkt.

Beliebte Protokolle für Remote-Displays bieten Sitzungen mit hoher Auflösung, Multimedia-Streams, Unterstützung für mehrere Monitore, dynamische Objekt-Komprimierung, USB-Umleitung, Laufwerk-Mapping und mehr. Weit verbreitet sind das Remote Desktop Protocol (RDP) von Microsoft, PC-over-IP (PCoIP) von VMware und HDX von Citrix, doch auch andere Anbieter wie Ericom oder Hewlett-Packard sind mit von der Partie.

Jedes Protokoll für Remote-Desktops arbeitet anders, abhängig von der Art des Netzwerks und davon, welche Anwendungen darüber ausgeliefert werden. Also sollten Sie wissen, worin sich die wichtigsten Protokolle unterscheiden. Schauen wir es uns an.

Wie funktionieren Protokolle für Remote-Desktops?

RemoteFX, HDX und PCoIP sind Layer-7-Protokolle und basieren auf zwei Layer-4-Protokollen des OSI-Stacks (Open System Interconnection): auf dem User Datagram Protocol (UDP) oder dem Transmission Control Protocol (TCP). TCP unterteilt Daten in Pakete und setzt sie am Endpunkt wieder zusammen. UDP dagegen leistet keine Sequenzierung der Pakete.

TCP ist zuverlässiger, weil es sicherstellt, dass eine Verbindung vorhanden ist, bis alle Daten abgeliefert sind. Wenn ein Fehler auftritt, sendet TCP die betroffenen Daten zudem erneut. Bei UDP dagegen gibt es keine Bestätigung, dass alle Pakete am Endpunkt angekommen sind. Dafür ist es schneller für die Ablieferung von medienlastigen Inhalten wie Videos.

Protokolle für Remote-Displays haben ihre Grenzen, vor allem bei grafisch aufwendigen Anwendungen. Für gute Performance ist viel Bandbreite erforderlich, was das Netzwerk verstopfen kann. Und wenn Sie die CPU-Nutzung gering halten wollen, bedeutet das, dass ihr Protokoll noch mehr Bandbreite braucht. Das kann die Endnutzer-Erfahrung beeinträchtigen. Brian Madden, ein Experte für Desktop-Virtualisierung, formuliert es so: „geringe Bandbreite, eine gute Nutzer-Erfahrung, wenig CPU-Last. Sie können sich zwei davon aussuchen“.

Microsoft RDP/RemoteFX

RemoteFX, eine Erweiterung für das Remote Desktop Protocol von Microsoft, wurde zusammen mit Windows Server 2008 veröffentlicht und soll das Rendering von hochaufgelösten Grafiken verbessern. RemoteFX läuft nur auf Hyper-V, wobei auch Citrix Systems Inc. das Protokoll zur Nutzung in XenDesktop-Umgebungen unterstützt. Unter Windows Server 2012 können Remote Desktop Services wenn nötig UDP verwenden, bei früheren Versionen war nur TCP möglich.

RemoteFX und Windows Server 2012

RDP war ursprünglich nur für die Auslieferung über LAN ausgelegt, in den neuesten Versionen ist aber auch WAN-Optimierung enthalten. RemoteFX in Windows Server 2012 bietet zudem Unterstützung für Multitouch und Adaptive Graphics, eine Funktion, bei der visuelle Elemente statt auf dem Client auf dem Host gerendert werden.

Bedenken Sie, dass Sie für einige dieser Erweiterungen ein Upgrade auf Windows 8 brauchen. Allerdings bietet Microsoft inzwischen auch Unterstützung für RDP 8.0 für Clients, die auf Windows 7 SP1 oder Windows Server 2008 R2 laufen (wobei dann nicht alle neuen RemoteFX-Möglichkeiten verfügbar sind).

Microsoft RemoteFX verglichen mit Citrix HDX

Die Unterschiede zwischen RemoteFX und HDX waren vor den Änderungen an RemoteFX in Windows Server 2012 markanter. Trotzdem ist HDX immer noch für seine bessere Performance über WANs bekannt. Zudem bietet Citrix für sein HDX seit jeher mehr Clients. Microsoft bietet zwar RDP-Clients für Windows und Macs, doch Citrix hat für HDC zusätzlich auch Clients für Linux, Blackberry, iOS, Android und weitere Betriebssysteme.

Citrix HDX

Das Protokoll für Remote-Displays von Citrix wurde anfangs als ICA bezeichnet, doch mit der Veröffentlichung von XenDesktop 3.0 entwickelte das Unternehmen es zur HDX-Suite weiter. HDX bezeichnet dabei alle Technologien von Citrix, die der Endnutzer-Erfahrung zugute kommen sollen, etwa Multimedia-Umleitung, Browser-Beschleunigung, Bandbreiten-Steuerung und weitere Komponenten. Es basiert auf TCP, kann aber in bestimmten Fällen auch UDP verwenden.

Für die Auslieferung von Highend-Grafikanwendungen bietet Citrix zusätzlich HDX 3D Pro.

Verbesserte WAN-Beschleunigung bei XenDesktop 5.5

WAN-Verbindungen haben tendenziell eine hohe Latenz und geringe Bandbreite, was es schwierig macht, mit Protokollen für Remote-Displays Anwendungen ohne Verzögerung auszuliefern. Mit XenDesktop 5.5 führte Citrix deshalb eingebaute Technologie zur WAN-Beschleunigung ein. Dabei wird HDX-Datenverkehr durch Paket-Komprimierung und Dekomprimierung beschleunigt.

HDX MediaStream und RichGraphics für mehr Leistung

Mit XenDesktop 5.5 erfolgte auch eine Aktualisierung von HDX MediaStreams mit besserer Flash-Umleitung, einer neuen End-to-End-Flusskontrolle und Fähigkeit zum Frame-Dropping. In Version 5.6 wurde zusätzlich der mobile Zugriff auf Anwendungen mit XenApp verbessert und die Protokoll-Unterstützung in Citrix Receiver ausgebaut.

VMware PCoIP

PCoIP, das Protokoll für Remote-Displays von VMware, wurde von Teradici Corp. entwickelt und arbeitet mit View zusammen, dem VMware-Produkt für Desktop-Virtualisierung. Bei RemoteFX müssen die Remote-Hosts für die Codierung von Bitmaps einen Grafik-Prozessor verwenden. PCoIP  begnügt sich hingegen mit der normalen CPU des Servers. PCoIP unterscheidet sich insofern von den anderen Protokollen, als es hauptsächlich auf UDP basiert.

PCoIP-Verbesserungen in VMware View 5

Die WAN-Performance ist mit Citrix HDX tendenziell besser als mit dem Remote-Protokoll von VMware. Allerdings hat VMware View 5 Verbesserungen an PCoIP gebracht, unter anderem in Form von verringertem Bandbreiten-Bedarf über LAN oder WAN. Ebenfalls neu hinzugekommen sind mehr Konfigurations-Möglichkeiten für die Steuerung des Caches.

PCoIP-Unterstützung für Microsoft RDS

PCoIP war zunächst auf VDI mit VMware View beschränkt, doch inzwischen wird es auch in Umgebungen mit Remote Desktop Services unterstützt. Dies gibt View-Anwendern die Möglichkeit, auf XenApp für die Auslieferung von Remote-Desktops zu verzichten. Trotzdem gibt es bei Arch von Terdici – seinem eigenen Hosting-Angebot für Remote-Desktops – noch einige Beschränkungen. Eine davon: Es läuft nicht auf Windows Server 2012.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2013 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Desktop-Virtualisierung

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close