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Vergleich der App-Virtualisierung mit Citrix XenApp 7.6 und VMware Horizon 6.2

Sowohl XenApp als auch Horizon bieten die Möglichkeit zur App-Virtualisierung. Wie schlagen sich XenApp 7.6 und Horizon 6.2 im direkten Vergleich?

In vielen Fällen müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern gar keine vollständigen virtuellen Desktops bereitstellen, damit diese abseits des Büros arbeiten können. Sowohl Citrix XenApp als auch VMware Horizon stellen Möglichkeiten zur Verfügung, einzelne virtuelle Applikationen auszuliefern, was Administratoren zwei alternative Ansätze an die Hand gibt.

Das Publishing von Applikationen kann natürlich auch bei der Auslieferung virtueller Anwendungen an Desktops nützlich sein, wirklich Fahrt aufgenommen hat diese Technologie aber erst mit der immer größeren Verbreitung mobiler Endgeräte in Unternehmen. Sowohl XenApp in der aktuellen Version 7.6 und Horizon mit dem jüngsten Update auf Version 6.2 bieten VDI-Admins (Virtual Desktop Infrastructure) eine sichere Möglichkeit, ihre Mitarbeiter über RDSH-Server (Remote Desktop Session Host) auf Smartphones und Tablets mit Unternehmensanwendungen zu versorgen.

RDSH ist Teil von Microsofts Remote Desktop Services (RDS), über die IT-Abteilungen auf Basis von Windows Server Remote-Zugang zu virtuellen Desktops und Windows-Anwendungen gewähren können. Administratoren können diese Desktops und Apps an eine große Bandbreite an Endgeräte ausliefern, von PCs über Thin und Zero Clients bis hin zu HTML5-Clients.

Beim Thema RDSH hat Citrix mit XenApp die größere Erfahrung als VMware, Horizon unterstützt RDSH-Applikationen erst seit dem Release von Horizon 6 im April 2014. Aus diesem Grund wird XenApp industrieweit auch nach wie vor als Marktführer bei der App-Virtualisierung betrachtet. Da die App-Virtualisierung für Unternehmen aber zunehmend an Bedeutung gewinnt, legt auch VMware einen immer größeren Fokus auf diese Technologie und scheint das Thema inzwischen mindestens genauso ernst zu nehmen.

Citrix XenApp noch immer der Marktführer

Trotz der zwischenzeitlichen Verwirrung – XenApp wurde erst mit XenDesktop zusammengeführt, nur um dann doch wieder als eigenständiges Produkt veröffentlicht zu werden – bietet XenApp viele interessante Vorteile, zum Beispiel die zentralisierte Kontrolle über die Auslieferung virtueller Applikationen.

Mit XenApp können sowohl Linux- als auch Windows-Anwendungen bereitgestellt werden und in Cloud-Umgebungen lassen sich Linux- und Windows-Applikationen sogar zusammen nutzen. Administratoren können dabei sehr granulare Zugriffsrechte für virtuelle Apps und Desktops vergeben, was das Risiko der Offenlegung kritischer Firmendaten minimieren hilft.

Unternehmen können den Zugang zu Applikationen auch über Citrix NetScaler absichern, der als Application Delivery Controller (ADC), Load BalancerVirtual Private Network (VPN) und Firewall gleichermaßen dienen kann. Mitarbeiter greifen über Citrix Receiver auf ihre virtuellen Applikationen zu, ein universaler Client, der für Apple iOS, Google Android, Windows, Mac und Linux erhältlich ist.

XenApp 7.6 bietet dabei einige nützliche Funktionen, die man bei VMware Horizon so nicht findet, beispielsweise Unterstützung für Mikrofone und Webcams oder die neue X1-Maus, mit der sich auch auf iOS-Geräten wie dem iPad Windows-Anwendungen per Maussteuerung benutzen lassen. Aber auch VMware war in diesem Bereich nicht untätig und hat zum Beispiel eine Druckfunktion integriert, die bisher ebenfalls nur mit XenApp verfügbar war.

Das größte Funktionsupdate der letzten Zeit hat XenApp allerdings bereits mit dem Versionswechsel von 6.5 auf 7.5 erhalten. Damit stellt Citrix das Fundament von XenApp von damals Independent Management Architecture (IMA) auf Flexcast Management Architecture (FMA) um, und da auch XenDesktop auf der Flexcast-Technologie basiert, konnte damit die zugrundeliegende Architektur der beiden Produkte XenApp und XenDesktop vereinheitlicht werden. XenApp 7.5 brachte zudem die Möglichkeit der App-Bereitstellung über hybride Cloud-Umgebungen.

Zu guter Letzt ist XenApp auch bereits länger auf dem Markt und bietet die größere Flexibilität im Zusammenspiel mit anderen Anbietern. Während Horizon 6 VMware vSphere voraussetzt, funktioniert XenApp neben XenServer auch mit anderen Plattformen wie vSphere, Micorosft Hyper-V oder auch Amazon Web Services.

VMware Horizon 6 holt auf

Citrix brachte XenApp erst 2014 wieder als eigenständiges Produkt auf den Markt, was VMware die Möglichkeit gab, die vermeintliche Leere im Markt für App-Virtualisierung mit dem eigenen Produkt VMware Horizon zu füllen.

Das App-Publishing mit Horizon 6 setzt eine gleich konfigurierte Windows-Server-Gruppe voraus, auch RDSH-Farm genannt. Administratoren können Applikationen dann auf den RDSH-Servern veröffentlichen und anschließend mit kompletten virtuellen Desktops oder einzeln über RDSH-Pools bereitstellen. Für das Windows-Management und andere Services müssen Administratoren dabei die View Unity Shell verwenden. Anwender wiederum können über Horizon Workspace oder den Horizon View Client auf die Anwendungen zugreifen.

Mit den kleinen Versionssprüngen auf Horizon 6.1 und Horizon 6.2 hat VMware neue Funktionen integriert, beispielsweise die Unterstützung für RDSH-Desktops für nur einen Anwender oder für USB Redirection, was Anwendern auch in virtuellen Applikationen physische USB-Geräte zur Verfügung stellt. Horizon 6.1 brachte zudem die Unterstützung für virtuelle GPUs auf Basis von NVIDIA GRID und Smartcard-Authentifizierung. All diese Funktionen waren zuvor lediglich in VDI-Umgebung verfügbar, was VMwares Interesse an einem Funktionsausbau von RDSH-Anwendungen zeigt.

Trotzdem gibt es noch immer einige Bereiche, in denen Citrix XenApp mehr Funktionen bietet als VMware Horizon. VMwares Management-Tools bieten noch keine vollständige Unterstützung für RDSH-Anwendungen, wodurch Unternehmen für das Profil-Management auf Drittanbieter-Tools zurückgreifen müssen, um zum Beispiel von Log-in zu Log-in die gleichen Nutzereinstellungen mitzunehmen. Die Citrix-Tools zum Profil-Management dagegen funktionieren problemlos auch zwischen XenDesktop- und XenApp-Umgebungen.

VMware hat mit ThinApp und App Volumes auch andere Lösungen zur App-Virtualisierung im Portfolio, allerdings unterscheiden sich diese doch teils deutlich von der in Horizon 6 RDSH verwendeten Technologie. ThinApp isoliert virtuelle Anwendungen, was bei Kompatibilitätsproblemen vorteilhaft sein kann. App Volumes dagegen führt Anwendungen in Containern auf dem Host-Betriebssystem aus.

RDSH-Apps mit Horizon 6 auszuliefern ist inzwischen eine veritable Alternative zu XenApp, vor allem natürlich in VMware-Umgebungen. Nach wie vor gibt es aber eben auch einige Funktionen, die bisher nur XenApp bietet. Trotz der Verwirrung um das XenApp-Zickzack-Spiel ist Citrix also nach wie vor der Marktführer bei der App-Virtualisierung. Die Funktionslücke zwischen VMware und Citrix wird aber spürbar kleiner.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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