VMware-Fachbegriffe und Akronyme leicht verständlich erklärt

VMware bringt viele eigene Fachbegriffe setzt häufig auf Akronyme. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe der VMware-Terminologie.

Warum sind einige VMware-Fachbegriffe so verwirrend?

Die VMware-Terminologie kann verzwickt sein, weil man einerseits generell beim Thema Virtualisierung jede Menge...

Akronyme und Fachbegriffe verwendet, und gleichzeitig auch VMware selbst einen eigenen Fach-Jargon pflegt. Kommen IT-Profis erstmalig mit VMware in Verbindung, brauchen Sie bei den Fachbegriffen meist etwas Nachhilfe und selbst VMware-Veteranen stoßen immer wieder auf neue Fachausdrücke, wenn sie in neue Sphären der Virtualisierung mit VMware vordringen.

Dieser Beitrag hilft, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Wir entschlüsseln die am häufigsten verwendeten VMware-Fachbegriffe und –Akronyme und erklären VMware-Neulingen Begriffe wie zum Beispiel „Hot Add“ und „Resource Pools“. Aber auch Administratoren von virtuellen Servern, die zum Beispiel mit Netzwerk-Virtualisierung und Private Cloud Neuland betreten, dürften im Folgenden interessante Erklärungen finden.

Was ist der Unterschied zwischen vSphere CLI und vSphere PowerCLI?

VMware-Administratoren stehen diverse Optionen bezüglich Kommandozeilen-Tools (Command Line Interface, CLI) zur Steuerung von VMware-Komponenten zur Verfügung. Einige davon klingen sehr ähnlich. Dazu gehören vSphere CLI (vCLI) und vSphere PowerCLI. Wenn Sie vSphere CLI mit PowerCLI direkt vergleichen ist letzteres einfach vielseitiger und bringt mehr Befehls-Optionen mit sich.

Als VMware von ESX- auf ESXi-Hosts umstellte, wurde das Konsolen-Betriebssystem eliminiert. Dort konnten Administratoren die Hosts kontrollieren. Befehle von VMware vSphere CLI können das alte Interface der ESX Service Console nachbilden und das CLI unterstützt IPv6-Befehle.

PowerCLI hingegen ist ein Snap-In für die Windows PowerShell. Das bedeutet, dass die cmdlets der PowerCLI in der PowerShell ausgeführt werden können. Wenig überraschend finden Windows-erfahrene VMware-Administratoren PowerCLI als Konsolen-Umgebung daher sehr angenehm. PowerCLI bietet cmdlets für vSphere- und vCloud-Management an und die PowerCLI-Community ist online sehr aktiv. Sollten Sie also einmal keinen passenden Befehl parat haben, ist sicher jemand anderes schon auf ein ähnliches Problem gestoßen und teilt sein Wissen gerne mit Ihnen.

Welche Funktion hat der VMware „Resource Pool“?

Der Ressourcen-Pool ist das Fundament des virtuellen Data Centers, der virtuellen Desktops, von High Availability und anderen Bereichen auf virtuellen Servern. Ressourcen-Pools kumulieren CPU-Rechenleistung, Arbeitsspeicher und andere relevante Komponenten. Diese Hardware-Ressourcen werden dann auf die vorhandenen virtuellen Maschinen (VM) verteilt.

Vor der Virtualisierung wurden Hardware-Ressourcen oft nicht ausgenutzt und man häufte immer mehr davon an. Durch das Zusammenfassen von Ressourcen nutzt VMware-Server- und -Desktop-Virtualisierung die Hardware effizienter. Virtualisierung hat sich mit Ressourcen-Management-Tools wie zum Beispiel VMware Distribute Resource Scheduler weiterentwickelt. Diese organisieren die virtuellen Maschinen auf eine Weise, mit der die Hardware-Ressourcen bestmöglich genutzt werden.

RDM oder VMFS: Was ist das beste Datei-Format für virtuelle Maschinen?

VMwares virtuelle Maschinen beinhalten diverse Dateien, die in der Regel in einem der nachfolgenden Formate vorliegen: Virtual Machine File System (VMFS) oder Raw Device Mapping (RDM). Durch beide Formate können Sie auf die Festplatte der virtuellen Maschine (VMDK) zugreifen. Sie unterscheiden sich aber darin, wie auf das Storage zugegriffen wird. VMware selbst empfiehlt für die meisten virtuellen Maschinen VMFS. Bei RDM sind VMDK-Dateien nur Referenzen auf die Festplatten-Daten der virtuellen Maschine, während bei VMFS die Dateien auch tatsächlich die Daten beinhalten. VMFS hält Daten von mehreren virtuellen Maschinen vor, bei RDM ist dies nicht der Fall.

VMFS wurde speziell für die Unterstützung von Virtualisierungs-Lösungen entwickelt. RDM dagegen wird manchmal für I/O-intensive Arbeitsprozesse empfohlen, wobei Studien von VMware zeigen, dass der Performance-Unterschied zwischen VMFS und RDM eigentlich zu vernachlässigen ist.

Mit VMFS kann der Storage-Datenträger eine oder mehrere virtuelle Maschinen unterstützen und das Laufwerk lässt sich ändern, ohne dass Netzwerk-Prozesse davon betroffen sind. Bei gemeinsam genutztem Storage lassen sich virtuelle Maschinen einfacher verwalten und die Ausnutzung der Ressourcen wird maximiert. Zudem können verschiedene ESXi-Server gleichzeitig vom Dateisystem lesen und darauf schreiben, weil die Informationen auf einer Block-Ebene gespeichert werden.

Bei RDM verbindet sich die virtuelle Maschine direkt mit dem Storage Area Network (SAN) mithilfe einer dedizierten Storage-LUN (Logical Unit Number). Ein ESXi-Host kann maximal 256 LUNs ansprechen, während die gleichen LUNs in einem Cluster von bis zu 32 ESXi-Servern sichtbar sind. Der Einsatz von RDM wird in bestimmten Situationen empfohlen, beispielsweise wenn eine Verbindung zwischen virtueller Maschine und SAN besteht.

Was genau ist eigentlich VMware VCP?

Sie müssen eigentlich nur an einem lokalen Meeting einer VMware User Group teilnehmen um herauszufinden, dass VMware-Administratoren neben Fachbegriffen vor allem auch Akronyme lieben. Das geht sogar so weit, dass ein Akronym mehrere Bedeutungen haben kann. Wenn Sie also „VMware VCP“ hören, meint man damit oft die grundlegende VMware-Zertifizierung VMware Certified Professional. Der Begriff könnte aber auch für VMware Cpapcity Planner stehen.

Sobald ein VMware-Administrator seine VCP-Auszeichnung erhalten hat, können Sie diesen als VCP bezeichnen oder sagen, dass dieser ein VCP hat. Häufig kommt das Akronym zusammen mit einer Zahl vor, wie zum Beispiel VCP 5. Das ist ein Indikator, für welche vSphere-Version der Administrator zertifiziert ist.

VMware Capacity Planner dagegen ist ein Service, den VMware und autorisierte Partner anbieten. Hier wird Ihre IT-Umgebung vor dem Einstieg in die Virtualisierung oder vor einem großen Update bewertet. Es kann durchaus vorkommen, dass ein VCP gleichzeitig der „VMware Capacity Planner“-Leiter ist.

Passen Sie auch auf diese kniffligen Akronyme auf: DPM bedeutet in einer VMware-Umgebung Distributed Power Management. Microsoft System Center wiederum verwendet die gleiche Abkürzung für das Tool Data Protection Manager.

Was gehört zu den Komponenten eines VMware Software-defined Data Center?

Virtualisierung ist ein Mittel, um Anwendungen des Endanwenders von den Ressourcen im Data Center zu abstrahieren. Mit fortlaufender Entwicklung der Virtualisierung in Richtung Cloud Computing, was VMware als Software-defined Data Center (SDDC) bezeichnet, werden die Anwender einfach noch weiter von der darunterliegenden Hardware abstrahiert. Das gilt für Server, Netzwerk und Storage.

In einem VMware Software-defined Data Center sind Host-Cluster, Software-basierte Services, Storage und Netzwerk in so genannten „provider Virtual Data Centers (pVCDs)“ gruppiert. Ein pVDC kann dabei auch mehr Hosts beinhalten als ein anderer und einige pVDCs verwenden möglicherweise VMware Fault Tolerance, um eine dauerhafte Uptime der virtuellen Maschinen zu garantieren. Andere wiederum benutzen High Availability oder gar keine Uptime-Software. Unterschiedliche Geschäftsabläufe wiederum lassen sich in getrennte virtuelle Data Center (VCD) aufteilen. In der Regel hält man sich an eine Abteilungs-Struktur, wie zum Beispiel Finanzen oder Personalabteilung und die IT-Abteilung gewährt jedem VCD Zugriff auf das entsprechende pVCD.

Sie können Software-defined Data Center auch als Vorbereitungsphase von Enterprise-IT-Abteilungen für den Sprung zu Cloud-Computing sehen. Das Angebot an VMware Software-Tools für Software-defined Data Center erschafft eine Private-Cloud-Infrastruktur, die dann einfach mit Public-Cloud-Strukturen kommunizieren kann.

Was steckt hinter den Begriffen VMware Hot Add, Hot Plug und Hot Extend?

Die Fachbegriffe VMware Hot Add, Hot Plug und Hot Extend beschreiben alle den Vorgang, etwas zu einer laufenden virtuellen Maschine hinzuzufügen. Bei der näheren Bestimmung kommt es dann darauf an, um welche Ressourcen es sich dabei handelt.

Im VMware-Jargon bezeichnet man Hot Add als das Hinzufügen von virtuellem Arbeitsspeicher (RAM) und Netzwerk-Karten (NIC). Hot Plug adressiert virtuelle CPUs und Hot Extend verwendet man bei virtuellen Festplatten. Wollen Sie nicht wie ein Anfänger klingen, sollten Sie den richtigen Ausdruck bei der entsprechenden Ressource verwenden. Allerdings hört man Hot Add auch häufig im Zusammenhang mit der Erhöhung all dieser Ressourcen: Arbeitsspeicher, Prozessoren, Netzwerk und Festplatten.

Passen Sie aber auf! Nicht jedes VMware-Betriebssystem unterstützt Hot Adding oder Hot-Plugging.

Warum sollten Sie VMware-V2V-Migrationen durchführen?

Anders als bei physischen zu virtuellen Migrationen (P2V), bei der eine lokal vorhandene Infrastruktur virtualisiert wird, meint virtuelle zu virtueller Migration (V2V) die Migration einer virtuellen Maschine von einem Hypervisor auf einen anderen. Dafür gibt es verschiedene Anwendungsfälle.

Um Ressourcen und Flexibilität zu maximieren, wandelt man physische Maschinen wie Server und Desktops in virtuelle Maschinen um. Es handelt sich hier im Grunde genommen um eine Ansammlung von Dateien, denen bestimmte Ressourcen zugewiesen sind. Virtuelle Maschinen treiben die Welt der Virtualisierung an und ein Betriebssystem, eine Applikation oder Daten von physischen in virtuelle Computer zu verwandeln gehört zu VMwares einfachsten Übungen. V2V-Migrationen sind möglicherweise dann gefragt, wenn Sie eine virtuelle Maschine von Workstation nach vSphere umziehen oder wenn Sie die ESX-/ESXi-Hosts aktualisieren wollen. Sie können aber auch virtuelle Maschinen von Konkurrenz-Hypervisoren wie zum Beispiel Microsoft Hyper-V oder Citrix XenServer in eine VMware-VM umwandeln. Je nach Art des Hypervisors variieren Aufwand und Vorgehen der V2V-Migration.

Man kann aber nicht über VMware P2V oder V2V sprechen, ohne VMware Converter zu erwähnen. Dieses vCenter-Utility konvertiert eine physische oder virtuelle Maschine in eine VMware-VM. Bevor Sie jedoch eine V2V-Prozedur durchführen müssen Sie wissen, auf welchem Hypervisor die virtuelle Maschine bisher läuft.

Manchmal ist es auch notwendig, eine virtuelle Maschine wieder in eine physische umzuwandeln. Dieser Vorgang nennt sich dann V2P. Dieser Fall könnte beispielsweise eintreten, wenn Sie eine ausgefallene Festplatte wiederherstellen möchten.

Inwiefern unterscheiden sich Switche, vSwitche und Distributed vSwitche?

In einer VMware-Umgebung sind Switche die Schnittstelle, um den virtuellen Maschinen Zugriff auf das physische Netzwerk zu geben. Herkömmliche virtuelle Switche (vSwitch) und Distributed vSwitche stellen eine ausgeklügelte virtuelle Netzwerk-Topologie zwischen virtuellen Maschinen, Hosts und Host-Clustern zu Verfügung.

Ein Netzwerk-Switch lenkt und leitet den Datenverkehr. Analog dazu überträgt ein virtueller Switch Traffic von den virtuellen Maschinen zum physischen Netzwerk und zu anderen VMs.

Distributed vSwitche sind auch unter dem Namen VMware vDS bekannt. Sie stellen mehr Features als normale vSwitche zur Verfügung, die man manchmal auch VMware vSS nennt. Ein herkömmlicher vSwitch funktioniert nur mit einem ESX-/ESXi-Host. Distributed vSwitche lassen sich aber von mehreren Hosts nutzen, sofern sie sich im selben Host-Cluster befinden. Bis zu 500 Hosts sind pro Distributed vSwitch unterstützt.

Anstatt virtuelle Netzwerke mit zusätzlichen Optionen zu verkomplizieren, vereinfachen Distributed vSwitche die Arbeitsprozesse. Weiterhin lassen sich damit Konfigurations-Fehler einfacher entdecken und die Übersichtlichkeit im Netzwerk erhöhen.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Facebook, Twitter und Google+!

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Server-Konsolidierung mit Virtualisierung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close