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Überblick über Funktionsweise und Grundfunktionen von PowerShell DSC

Die PowerShell bietet mit Desired State Configuration ein umfangreiches Tool zum Konfigurations-Management. DSC funktioniert im Pull- oder Push-Modus.

Microsoft PowerShell Desired State Configuration (DSC) ist eine Standardkomponente der PowerShell, deren Fokus auf dem Deployment und der Verwaltung von Konfigurationsdaten für Softwaredienste sowie auf der Verwaltung der Umgebung, in der diese Systeme ablaufen, liegt.

Desired State Configuration wurde mit der PowerShell 4.0 mit Windows Server 2012 R2 eingeführt. DSC ist integraler Bestandteil der PowerShell, also weder als separates Produkt noch als Open-Source-Tool verfügbar, und unterliegt Microsofts ganz normalen kommerziellen Lizenzbedingungen.

DSC bietet neue Spracherweiterungen und Cmdlets sowie die Fähigkeit, deklarative Strukturen für das Definieren der Provisionierung einer Zielumgebung zu nutzen. PowerShell DSC arbeitet mit sogenannten Konfigurationen. Diese enthalten die PowerShell-Skripte, die für Definition und Konfiguration der Ressourcen erforderlich sind. Die Software startet eine Konfiguration und erstellt dann eine Umgebung, die dem vorab definierten Zustand entspricht. DSC stellt überdies sicher, dass Images idempotent sind – der Local Configuration Manager (LCM) hält die Maschinen unabhängig von ihrem Zustand korrekt konfiguriert.

Ressourcen sind die grundlegenden Konstruktionselemente von PowerShell-DSC-Konfigurationen. Sie bilden die verschiedenen Komponenten eines Subsystems und implementieren den Steuerungsfluss ihrer wechselnden Zustands. Der LCM ist dabei der System-Controller. Er überwacht regelmäßig die gesamte Umgebung und stellt so sicher, dass der in einer Konfiguration definierte Zustand beibehalten wird. Erkennt der LCM, dass ein System seinen Zustand verlassen hat, so greift er auf interne Logik und Skripte zurück, um das System wieder in die definierten Grenzwerte zu überführen.

Microsoft PowerShell DSC kann dabei in zwei unterschiedlichen Modi betrieben werden:

  • Im Push-Modus werden Konfigurationsskripte manuell von einem System-Administrator auf die Zielknoten geschoben.
  • Im Pull-Modus wird dagegen ein Pull-Server erstellt, den die Knoten regelmäßig kontaktieren, um neue Konfigurationen zu erhalten oder eine bestehende Konfiguration beizubehalten. Dieser Pull-Server ist im Grunde ein IIS-Server (Internet Information Services) mit OData-Schnittstelle.

Die domänenspezifische Sprache (Domain Specific Language, DSL) von DSC ist PowerShell – ein fundiertes PowerShell-Wissen ist für die Nutzung von DSC also unerlässlich. Allerdings gibt es eine aktive Anwender-Community für die Microsoft PowerShell, die viele Skripte, Templates und Konfigurationen bietet, um zur Lösung verschiedenster Probleme beizutragen.

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Per DSC Hyper-V-Hosts erstellen.

DSC-Neuerungen in der PowerShell 5.0.

Server-Administration per Desired State Configuration.

Mit DSC Konfigurationsabweichungen vermeiden.

Für Desired State Configuration gibt es dabei keine native grafische Benutzeroberfläche, wie die PowerShell selbst ist auch DSC ein Kommandozeilenwerkzeug. Allerdings gibt es einige PowerShell-GUIs von Drittanbietern, die oft kostenlos im Internet verfügbar sind. Dell zum Beispiel bietet kostenlos sein PowerGUI für Microsoft PowerShell DSC an.

Die eigentliche Systemverwaltung erfolgt über MOF-Dateien (Management Object Format), die auf unterschiedlichen Wegen erstellt werden können. Zum Beispiel direkt über die PowerShell, etwa über das Resource Design Tool, oder auch über Befehle, die per Notepad als MOF-Datei gespeichert werden.

PowerShell DSC ist kein reines Windows-Tool. Da Microsoft zunehmend auch die Verwaltung heterogener Umgebungen in den Blick nimmt, wurde DSC im Jahr 2015 bereits mit Rücksicht auf Linux und dessen Verwaltbarkeit erweitert. Für das Linux-Management per Desired State Configuration muss allerdings auf den Linux-Zielknoten der OMI (Open Management Infrastructure) CIM (Common Information Model) Server installiert werden. Die DSC-DSL wird auf Linux von CentOS, Oracle Linux, Red Hat Enterprise Linux (RHEL), SUSE Linux Enterprise Server (SLES) und Ubuntu Server unterstützt.

Abbildung 1: Microsoft PowerShell Desired State Configuration bietet weitreichende Möglichkeiten.

PowerShell DSC bietet sich als Konfigurations-Management-Tool vor allem dann an, wenn tiefgehende PowerShell-Kenntnisse oder große Windows-Umgebungen vorhanden sind. Auch wenn das Tool über keine grafische Benutzeroberfläche verfügt, ist PowerShell DSC aufgrund der großen PowerShell-Community und den vielen Online-Ressourcen relativ einfach zu erlernen.

Der verfügbare Support, seine relativ flache Lernkurve sowie seine deklarativen Fähigkeiten machen Microsoft PowerShell DSC zu einem nützlichen Werkzeug für Unternehmen jeder Größenordnung.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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