Storage-Management und Reporting: Virtualisierungs-Management im Überblick II/II

Welche Funktionen bieten die führenden Management-Tools für virtuelle Umgebungen? Ein Vergleich von Storage-Management und Reporting.

Der erste Teil dieser zweiteiligen Artikelserie verglich die zehn populärsten Tools zum Management virtueller Umgebungen...

in den Punkten Lizenzierung, Template-Support und Möglichkeit zur Änderung an laufenden virtuellen Maschinen. Dieser zweite Teil behandelt jetzt Storage-Management, Chargeback-Support und Self-Service-Provisioning. Zu den hierfür untersuchten Management-Tools gehören:

  • VMware vCenter
  • Microsoft System Center
  • Citrix Systems XenCenter
  • VMTurbo Operations Manager
  • Dell Foglight
  • 5Nine Manager for Hyper-V
  • Embotics vCommander
  • SolarWinds Virtualization Manager
  • Splunk Virtualization Monitoring System
  • Ipswitch WhatsVirtual

Storage-Management

VMware bietet mit dem Storage Monitoring Service eine Komponente, die vCenter Server um Storage-Reporting erweitert. VMware bietet ein SDK, mit dessen Hilfe Entwickler ihre eigenen Storage-Berichte mit nur wenigen Zeilen Code definieren können.

XenCenter bietet eingebaute Unterstützung für gängige Storage-Anbieter wie NetApp oder Dell (EqualLogic). Also solche ist die Software in der Lage, nativ mit der unterstützen Storage-Hardware zu interagieren.

VMTurbo verfolgt dagegen einen anderen Ansatz und agiert als Management-Schicht eines Drittherstellers. Anders als ein Hypervisor bietet VMTurbo Operations Manager keinen direkten Zugriff auf die Storage-Hardware, sondern arbeitet stattdessen innerhalb der Grenzen des Hypervisors. Befindet sich etwa eine bestimmte virtuelle Maschine in einem VMware Datastore, der Teil eines Clusters ist, so werden die Möglichkeiten von VMTurbo durch den Cluster eingeschränkt.

System Center Virtual Machine Manager kann nicht wirklich als Verwaltungslösung für Storage gelten. Der Virtual Machine Manager ist darauf ausgelegt, Hyper-V als Server-Rolle von Windows Server zu verwalten. Windows Server dagegen verfügt über eigene Möglichkeiten zum Storage-Management, etwa die Fähigkeit zur Erstellung von Storage-Tiers und Storage-Pools. Windows Server 2012 unterstützt sogar nativ hardwarebasiertes ODX (Offloaded Data Transfer). System Center Virtual Machine Manager arbeitet zwar mit diesen und weiteren Storage-Features zusammen, dabei wird der Storage aber immer auf der Ebene des Betriebssystems und nie von VMM selbst verwaltet.

Dell Foglight for Virtualization unterstützt die Nutzung optionaler Module zur Leistungsüberwachung, die auch Massenspeicher überwachen.

5Nine Manager for Hyper-V ist eigentlich nicht für die Storage-Verwaltung entworfen worden, bietet aber Storage-Reports an. Die Software kann E-Mail-Benachrichtigungen zu Storage-Live-Migrationen senden und überdies auch detaillierte Informationen bezüglich Cluster-Storage mitteilen.

Embotics vCommander verfügt über umfassende Storage-Reports, in denen Trends zum Speicherverbrauch über gewisse Zeitverläufe hinweg beobachtet werden können. Die Software kann zu Beginn und zum Ende einer definierten Zeitspanne die jeweiligen Auslastungen und den Nettounterschied daraus ermitteln.

SolarWinds Virtualization Manager bietet keine Storage-Provisionierung, kann aber mit Storage-Berichten aufwarten. Die Software verfügt über Möglichkeiten der Größen- und Kapazitätsplanung für virtuelle Maschinen, die Speichernutzung und -verbrauch ausweisen. Auch die Migration von Storage ist hier möglich. Zusätzlich kann Speicher auch wieder in Anspruch genommen werden, der durch Löschungen, verwaiste Dateien und unerwünschte Snapshots brachliegt.

Splunk Virtualization Monitoring erlaubt eine tiefgreifende Analyse des Storage-Subsystems, wenn NetApp Data ONTAP eingesetzt wird. Die Software erlaubt darüber hinaus das Tracking von vDisk-Zuordnungen und -Nutzungen in Korrelation zu den Speicher-Metriken einer VM.

Der Dokumentation von Ipswitch WhatsVirtual lässt sich keine Information über Storage entnehmen.

Chargeback-Support

VMware hatte früher ein Tool namens vCenter Chargeback Manager angeboten, das jedoch im Jahr 2014 eingestellt wurde (mit Ausnahme einiger Cloud-Service-Anbieter). VMware empfiehlt Kunden auf der Suche nach Chargeback-Fähigkeiten inzwischen das Produkt vRealize Business. vRealize Automation bietet grundlegende Berichte, die IT-Administratoren das Exportieren von Kosten- und Nutzungsdaten ermöglichen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass vRealize neben vCenter gesondert erworben werden muss.

Citrix bot Chargeback-Berichte vormals mittels XenServer Workload Balancing 6.0 an. Die Chargeback-Berichte wiesen Informationen über die Auslastung aller virtuellen Maschinen eines Pools aus. Dabei wurde neben der Auslastung auch die Verfügbarkeit angegeben. Daher war der Bericht nicht nur für Chargeback-Berichte von Nutzen, sondern auch für die SLA-Einhaltung. Bedauerlicherweise wurde Workload Balancing mit XenServer 6.2.0 eingestellt. Citrix empfiehlt Kunden mit Bedarf im Bereich der Lastverteilung den Kauf von Fremdprodukten wie VMTurbo.

VMTurbo bietet Chargeback und Showback über ein separates Produkt namens VMTurbo Cloud Control Module an. Diese Software arbeitet mit verschiedenen Private-Clouds zusammen und erlaubt es Service-Anbietern, ihr eigenes Branding auf für Endkunden zugänglichen Seiten anzuwenden.

SCVMM verfügt über keine eigenen Chargeback-Möglichkeiten. Unternehmen, die ihren Nutzern die Möglichkeit von Chargebacks bieten möchten, empfiehlt Microsoft die Nutzung von VMM und einem weiteren Produkt der System-Center-Suite namens Operations Manager. Microsoft stellt eine ausführliche Anleitung dafür zur Verfügung, wie diese Produkte zur Chargeback-Unterstützung konfiguriert werden müssen.

Dell Foglight for Virtualization unterstützt sowohl Chargebacks als auch Showbacks. Die Software ermöglicht die Anwendung gegenüber internen oder externen Kunden.

5Nine Manager for Hyper-V bietet keinerlei Optionen für Chargebacks.

Embotics vCommander verfügt über einige bemerkenswerte Funktionalitäten in Hinblick auf Kostenberichte (wenngleich nicht notwendigerweise auf Chargeback-Berichte). Zum einen können sich die Kunden der IT-Abteilung in einem Portal anmelden und dort Leistungs- sowie Kostenempfehlungen für ihre VMs einsehen. Damit erhalten Kunden einen Überblick zu überprovisionierten VMs und Empfehlungen für sinnvolle Änderungen. Zusätzlich enthält die Software Tools für den Vergleich zwischen der Enterprise-Virtualisierungs-Lösung und verschiedenen Public Clouds. Beispielsweise könnte ein Administrator auf diese Weise ermitteln, ob lokaler Speicher kostengünstiger ist als etwa Cloud-Speicher bei Amazon.

SolarWinds Virtualization Manager bietet Unterstützung für Chargebacks und Showbacks an. Die Software ermöglicht es Administratoren, einzelnen Abteilungen deren Hardwarenutzung aufzuzeigen (für CPU, RAM und Speicher) und lässt diese auch über Ressourcenzuordnungen nicht im Unklaren.

Splunk Virtualization Monitoring wie auch Ipswitch WhatsVirtual verfügen über kein Chargeback-Feature.

Self-Service-Provisioning

VMware ermöglicht Self-Service-Provisioning über vRealize Automation. Die Software unterstützt das Anlegen eines IT-Dienstekatalogs, über den autorisierte Anwender verschiedenste IT-Ressourcen anfordern können. Wie bereits erwähnt muss vRealize gesondert lizenziert werden.

Citrix bot Self-Service-Möglichkeiten lange über ein Feature namens Web Self-Service for XenServer an. Dieses wurde jedoch im Jahr 2014 eingestellt. Citrix empfiehlt Kunden, die ihren Anwendern Möglichkeiten der Self-Service-IT einräumen möchten, die Citrix CloudPlatform. Natürlich ist die Citrix CloudPlatform für kleinere Organisationen vollkommen überzogen, weshalb Citrix in solchen Fällen XVP empfiehlt, ein Verwaltungs-Tool für XenServer auf Open-Source-Basis.

VMTurbo ermöglicht die Self-Service-Provisionierung über ein gesondertes Produkt namens VMTurbo Cloud Control Module. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Software zur Zusammenarbeit (und nicht zum Ersatz) der zugrundeliegenden Cloud Management Plattform ausgelegt ist. Diese Möglichkeiten zur Provisionierung per Self-Service-IT umfassen VMware vCloud Automation Center (vCAC), OpenStack, CloudStack und System Center Virtual Machine Manager.

SCVMM ermöglicht das Anlegen von Private Clouds mit integriertem Self-Service-Provisioning. Auch wenn dies möglich ist, wird man hier in aller Regel die Anwender zur Nutzung des Azure Packs anhalten, das Microsoft zum kostenlosen Download anbietet.

Dell Foglight for Virtualization scheint über keinerlei Self-Service-Funktionen für die VM-Provisionierung zu verfügen und auch 5Nine Manager for Hyper-V weist keine entsprechenden Möglichkeiten auf.

Embotics vCommander dagegen beinhaltet eine sehr umfassende Engine zur Self-Service-Provisionierung, hier können nicht nur Anwender ihre VMs über eine Overfläche selber provisionieren, sondern Administratoren auch festlegen, ob die neuen VMs lokal oder in der Public Cloud erzeugt werden sollen.

SolarWinds Virtualization Manager, Splunk Virtualization Monitoring und auch Ipswitch WhatsVirtual verfügen dagegen über kein Portal zur Self-Service-IT.

Automatisierung

Wie gesagt heißt VMwares Automatisierungslösung vRealize Automation (ehemals bekannt als vCloud Automation Center). vRealize Automation ist in vCenter nicht enthalten und muss gesondert lizenziert werden. Vorrangig ist es als Tool für eine Self-Service-Umgebung für autorisierte Anwender konzipiert, die damit Anwendungen modellieren und verteilen können.

Citrix XenServer verfügt über keine nativen Automatisierungsmöglichkeiten. Die beste Möglichkeit für Citrix-Administratoren, die Automatisierungen für XenServer einrichten möchten, fußt auf PowerShell-Scripting. Citrix stellt ein PowerShell-Snapin für XenServer bereit, das umfassende Automatisierung ermöglicht.

VMTurbo Operations Manager dagegen verfügt über eingebaute Fähigkeiten zur Automatisierung. Die Software kann Workloads virtueller Maschinen in Echtzeit überwachen und Ressourcen nach Bedarf umverteilen, um Leistungsengpässe zu vermeiden. VMs können auch als Gold, Silber oder Bronze kategorisiert werden, um die Drosselung von VMs intelligent auf Basis der Geschäftsrelevanz entsprechender Workloads vornehmen zu können.

System Center Virtual Machine Manager unterstützt nativ lediglich einige wenige Automatisierungsmöglichkeiten. Allerdings heißt Microsofts große Lösung für Automatisierung in der Virtualisierung System Center 2012 R2 Orchestrator.

Dell Foglight for Virtualization unterstützt von Haus aus eine große Menge an Automatisierungsoptionen. Die Software kann Automatisierung für das Anlegen neuer VMs oder für die Stilllegung alter VMs nutzen. Überdies gibt die Software Empfehlungen zu bewährten Vorgehensweisen und kann so konfiguriert werden, dass sie erkannte Störungen automatisch behebt.

5Nine Manager for Hyper-V beherrscht die automatische Provisionierung von VMs und kann zudem verschiedene automatisierte Aufgaben als Teil des Hochfahrens oder Herunterfahrens der VM ausführen. Die Software kann auch eine dynamische Optimierung anwenden, in der VMs automatisch auf alternative Host-Server verschoben werden, um die Last der laufenden VMs auszubalancieren.

Auch Embotics vCommander bietet eine umfassende Sammlung an Automationsmöglichkeiten. Die Orchestrierungs-Engine ermöglicht die automatisierte Erledigung von Routineaufgaben wie das Hinzufügen einer VM zu einer Domäne. Ebenfalls ist es möglich, sowohl die Provisionierung wie auch die De-Provisionierung virtueller Maschinen zu automatisieren, was den VM-Wildwuchs und dessen Auswirkungen zu reduzieren hilft.

SolarWinds Virtualization Manager bietet eher begrenzte native Möglichkeiten zur Automatisierung an, hat dafür aber die Fähigkeit einer automatischen Mängelbeseitigung auf Basis definierter Grenzwerte und vorkonfigurierter Aktionen.

Splunk Virtualization Monitoring verfügt über keinerlei native Möglichkeiten zur Automatisierung.

Ipswitch WhatsVirtual bietet nur wenige Möglichkeiten im Bereich der Automatisierung. Die Software kann physische Server, virtuelle Ressourcen, virtuelle Cluster, vCenter Server, VMware ESXi-Hosts und Gast-VM-Rollen entdecken, verorten und dokumentieren, damit ist jedoch bereits die Grenze ihrer Möglichkeiten erreicht.

Reporting

VMwares primäres Reporting-Tool ist vRealize Operations, das zuvor als vCenter Operations Manager bekannt war. Dieses Tool ist eher ein Monitoring-Tool mit integrierten Reporting-Möglichkeiten und bietet umfassendes Monitoring von Storage-, Netzwerk- und Hardware-Auslastung. Sie bietet überdies die Überwachung auf Anwendungs- und Cloud-Ebene. Wie VMwares andere vRealize-Produkte muss auch vRealize Operations gesondert lizenziert werden. Die Standard Edition bietet grundlegende Leistungs- und Kapazitätsoptimierung durch Predictive Analytics.

XenCenter verfügt über einige sehr gute Such- und Reporting-Möglichkeiten. Administratoren können Suchen auf Objektebene und mehrstufige Filterungen durchführen. Beispielsweise könnte ein Administrator eine Liste der virtuellen Maschinen zusammenstellen, auf denen die XenServer-Tools nicht installiert sind, und diese Liste nach gegenwärtigem Betriebszustand filtern. XenServer bietet auch Anzeigen für die Leistungsmessung und verfügt über einen Mechanismus für die Analyse von Langzeitmessungen.

Reporting dürfte das wohl beste Feature von VMTurbo Operations Manager sein. VMTurbo Operations Manager erzeugt Berichte mit belastbaren Erkenntnissen. Die Oberfläche gibt Administratoren Gelegenheit, mit unterschiedlichen „Was wäre wenn“-Szenarien im Umfeld von Betriebssicherheit und Kapazitätsplanung zu experimentieren. Die Software bietet auch eine große Anzahl an Dashboard-Ansichten und gibt Empfehlungen zur Dimensionierung und Verteilung von Arbeitslasten.

System Center Virtual Machine Manager verfügt über keine signifikanten eigenen Möglichkeiten der Berichtserstellung – obgleich es möglich ist, Berichte mithilfe der PowerShell zu erzeugen. Microsoft empfiehlt die Verbindung aus VMM und System Center Operations Manager, der seine eigene Berichts-Engine und gleichzeitig einige eingebaute Berichtsvorlagen für Virtual Machine Manager enthält.

Dell Foglight for Virtualization enthält eine ziemlich reichhaltige Reporting-Engine. Viele der Berichte beziehen sich auf Chargebacks oder auf die SLA-Verwaltung. Allerdings können die SLA-Berichte auch granulare Leistungsdaten enthalten.

5Nine Manager for Hyper-V verfügt über fein einstellbare Systemstatus-Berichte. Die Software kann CPU-Nutzung, Speichernutzung und virtuelle Netzwerklast aufzeigen. Auch gibt es Berichts- und Benachrichtigungsmöglichkeiten zu geringem Laufwerksspeicherplatz und einigen weiteren VM-Operationen.

Embotics vCommander bietet eine breite Palette an Berichtsmöglichkeiten. Die vermutlich nützlichste zeigt sich mit dem Leading-Practice-Bericht, der zur Identifikation und Optimierung ungenutzter Ressourcen dient. vCommander punktet ebenfalls mit einer Bandbreite an Kapazitätsplanungs- und Kostenanalyse-Berichten.

SolarWinds Virtualization Manager enthält ebenfalls umfassende Berichtsmöglichkeiten. Die Software umfasst verschiedene Dashboard-Ansichten mit Bezug auf Leistung, Kapazität, Speicher und Konfiguration. Sie enthält darüber hinaus auch ein Feature zur Kapazitätsplanung, mit dessen Hilfe Sie Kapazitätsengpässe überwachen, voraussagen und beheben können sowie die Möglichkeit, verschiedene „Was wäre wenn“-Szenarien durchzuspielen.

Splunk Virtualization Monitoring ist eine Überwachungs- und Berichtslösung. Die große Mehrheit der Produkt-Features bezieht sich auf die eine oder andere Weise auf Monitoring oder Reporting. Daher ist es keine Überraschung, dass Splunk sehr reichhaltige Berichte mit granularer Analytik verbindet.

Ipswitch WhatsVirtual wurde speziell dafür ausgelegt, Einblicke in Ihre Virtualisierungs-Infrastruktur zu gewinnen, und verfügt daher über sehr reichhaltige Berichtsmöglichkeiten. Es gibt Berichte für virtuelle Hosts, virtuelle Host-Attribute und virtuelle Cluster-Gruppen. Diese Berichte enthalten nicht nur granulare Statistiken, sondern die Software hilft Ihnen auch bei der Behebung von Problemen, indem Sie Ihnen die Beziehungen zwischen Hosts und VMs aufzeigt.

Fazit: Vor- und Nachteile gut abwägen

Letztlich ist keine der vorgestellten Software-Anwendungen für die Verwaltung virtueller Umgebungen in jeder Hinsicht perfekt. Jede von ihnen hat zumindest einen geringen Grad an Abhängigkeit von anderer Software und ist daher nicht vollständig in sich selbst abgeschlossen.

Unternehmen, die nur einen einzigen Hypervisor einsetzen, sollten zu dem Verwaltungs-Tool greifen, das ihr Hypervisor-Hersteller empfiehlt (also beispielsweise vCenter für VMware und Virtual Machine Manager für Hyper-V). Andere Produkte können zwar Ihre Möglichkeiten im Bereich der Überwachung deutlich verbessern, sollten aber eher als Anreicherungen des nativen Hypervisor-Managements betrachtet werden denn als vollständiger Ersatz. Es gibt Situationen, in denen Sie vermutlich nicht umhin kommen werden, ein Produkt wie vCenter oder VMM einzusetzen, um systemnahe Konfigurationsänderungen an Ihrer virtuellen Infrastruktur vorzunehmen.

Natürlich stellt sich damit die Frage, welches der Produkte sich für den Bedarf Ihrer Organisation am besten eignet. Die Antwort auf diese Frage hängt tatsächlich von Ihrer bestehenden virtuellen Infrastruktur ab, wie sich diese Infrastruktur in der Zukunft Ihrer Erwartung nach entwickeln wird und auf welche Verwaltungsmöglichkeiten Sie Wert legen.

Betreibt Ihr Unternehmen derzeit eine Multi-Hypervisor-Umgebung und benötigt ein Werkzeug für die tagtägliche Verwaltung virtueller Maschinen (im Gegensatz zu deren Überwachung), so werden Sie höchstwahrscheinlich auf eine Kombination der Tools Rückgriff nehmen müssen. Microsoft System Center Virtual Machine Manager ist eindeutig der beste Kandidat für eine Cross-Plattform-Verwaltung virtueller Maschinen. Möchten Sie diesen jedoch zur Verwaltung einer VMware-Umgebung einsetzen, so werden Sie zusätzlich einen vCenter Server benötigen, da SCVMM nur VMware-Server verwalten kann, die mit einem vCenter verbunden sind.

Überdies gibt es einige systemnahe Verwaltungsaufgaben, die mit einem nativen Management-Tool abgeschlossen werden müssen (hier müssten Sie dann statt der VMM-Konsole direkt vCenter verwenden). Die derzeitige Version von VMM unterstützt Versionen von VMware jenseits 5.1 nicht offiziell, gerüchteweise jedoch sollen in der kommenden Version des Virtual Machine Managers auch VMware 5.5 und 6.x unterstützt werden. Suchen Sie für Ihre Verwaltungsaufgaben nach einem Cross-Plattform-Tool eines Drittherstellers, so dürfte auch SolarWinds gut geeignet zu sein.

Ist Ihr Ziel hingegen weniger die Verwaltung, als vielmehr die Überwachung einer Multi-Hypervisor-Umgebung, so zeigen sich in Embotics vCommander und Dell Foglight als bevorzugte Lösungen. Beide Produkte unterstützen eine Vielzahl an Hypervisoren und erledigen die Aufgabe der Überwachung einer Virtualisierungs-Infrastruktur mit Bravour.

Unternehmen, die vor allem die Self-Service-Provisionierung virtueller Maschinen ermöglichen möchten, kann zu Embotics vCommander geraten werden. Von den untersuchten Produkten bietet Embotics vCommander eindeutig die besten Rahmenbedingungen hierfür. Auch Virtual Machine Manager schlägt sich in diesem Bereich tadellos, ist aber auf das Azure Pack angewiesen, was trotz dessen Kostenfreiheit für Mehraufwand bei Verteilung und fachgerechter Konfiguration sorgt.

Wer dagegen vor allem Chargebacks umsetzen muss, der sollte sich SolarWinds Virtualization Manager genauer ansehen, der Unterstützung sowohl für Chargebacks als auch für Showbacks bietet. Die Chargeback-Unterstützung ist hier nativ, während die meisten betrachteten Produkte der Ergänzung durch lizenzpflichtige Zusatzprodukte bedürfen. Zudem ist die abteilungsweise Darstellung der Nutzung von Hardware-Ressourcen (für CPU, RAM und Speicher) und Ressourcenzuweisung erwähnenswert.

Embotics vCommander wiederum kann bei der Automatisierung virtueller Maschinen punkten. Das Produkt erlaubt die Automatisierung von Routineaufgaben wie dem Zuweisen einer virtuellen Maschine zu einer Domäne. Auch die Provisionierung und De-Provisionierung virtueller Maschinen kann automatisiert werden, was VM-Wildwuchs reduzieren hilft.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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