Starthilfe für Windows-Administratoren: Erste Schritte mit Linux-Server-Distributionen

Auch wenn Linux-Server-Distributionen alle unterschiedlich sind, verwenden sie oft gemeinsame Komponenten. Dadurch ist die Administration einfacher.

Sie sind also ein Windows-Administrator, der auch für diverse Linux-Server im Netzwerk des Unternehmens zuständig...

ist oder zukünftig sein soll? In der Regel tun Linux-Server auch genau das, was sie sollen. Dann und wann benötigen aber auch die Linux-Server etwas Pflege und Sie müssen das Management übernehmen. Aus diesem Grund haben Sie möglicherweise einige Fragen.

Kümmern wir uns zunächst um die Thematik, warum es so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen bei Linux gibt. Linux als Produkt existiert eigentlich gar nicht. Es handelt sich vielmehr um ein bestimmtes Betriebssystem, das in verschiedene Versionen gepackt wird. Diese nennen sich Distributionen oder kurz Distros. Das Wort Linux lässt sich analog zum Ausdruck Auto erklären. Die Distributionen sind dabei die verschiedenen Marken, wie zum Beispiel Audi, BMW, Mercedes und so weiter. Die bekanntesten Linux-Distributionen für den Server-Einsatz sind Red Hat, SUSE, Debian und Ubuntu. Außer diesen können Sie noch aus jeder Menge anderer Variationen wählen.

Es gibt auch gute Gründe, warum so viele verschiedene Distributionen auf dem Markt sind. Eine Linux-Distribution besteht aus Open-Source-Programmen. Auch hier ist die Auswahl natürlich groß und die Entwickler wählen aus diesem Angebot aus. Früher haben sich Linux-Distributionen in erster Linie bezüglich der mitgelieferten Applikationen unterschieden. Heutzutage bringen Sie verschiedene Installations-Programme, bessere Support-Optionen oder Integration von Drittanbieter-Software mit sich. Einige Linux-Server bieten eine übersichtliche und grafische Oberfläche. Andere wiederum verzichten darauf und starten in eine Kommandozeile. Sie sind aber alle Linux-Server.

Ein Windows-Administrator mit Verantwortlichkeit für einige Linux-Computer muss nicht jede einzelne Distribution erlernen. Viele Distributionen bringen sehr ähnliche Komponenten mit sich. Nehmen wir zum Beispiel die Linux-Shell, auch Terminal genannt. Die Shell ist die Kommandozeilen-Schnittstelle, mit der Sie die Verwaltung des Servers übernehmen können. Die am häufigsten verwendete Linux-Shell ist die Bash. Die meisten Distributionen verwenden auch exakt die gleichen Befehle. Es gibt natürlich auch Unterschiede.

Abbildung 1: Eine Linux-Shell von Red Hat Enterprise Linux, geöffnet in einer Terminal-Emulation.

Für das Management von Linux-Servern ist die Bash eines der wichtigsten Werkzeuge, aber nicht die einzige Möglichkeit. Viele Linux-Distributionen bieten eine grafische Oberfläche, die in der Regel aber alle einen entscheidenden Nachteil mit sich bringen: Grafische User Interfaces (GUI) sind leistungsschwächer als das Terminal. Die am häufigsten eingesetzten Linux Distributionen können Sie allerdings von einem GUI aus erreichen. In Abbildung 1 sehen Sie, wie ich auf einen Server mit der Distribution Red Hat Enterprise Linux über eine Terminal-Emulation zugreife.

Um Server effizient verwalten zu können, suchen Sie zunächst nach der Shell. Diese startet sich häufig automatisch. In seltenen Fällen könnte sich ein Server auch in die grafische Oberfläche starten. Oft erledigt die Tastenkombination Alt+F2 das Problem. Dort können Sie in der Regel einen Befehl eingeben. Tippen Sie im sich öffnendem Feld xterm ein und drücken danach die Eingabetaste, dann öffnet sich ein Terminal (sofern xterm installiert ist). Dort können Sie sich im Anschluss anmelden und mit der Server-Administration beginnen.

Es gibt ein Administrator-Konto, das sich root nennt. Dieser Anwender hat sämtliche Rechte und keine Restriktionen. Die gute Nachricht ist natürlich, dass der Anwender root alles tun kann. Aus Perspektive der Sicherheit ist das nicht so glücklich. Einige Systeme sind so konfiguriert, dass sich der Administrator zunächst als normaler Anwender anmelden muss. Die Verwaltung des Servers geschieht dann mithilfe des Befehls sudo. Zum Beispiel würde sudo reboot den Server neu starten. Jemand anderes muss zuvor sudo-Rechte für Ihr Konto aktivieren. Ansonsten haben Sie keine Administrator-Rechte auf diesem Server.

Sobald Sie sich mit der Linux-Distribution oder den Distros in Ihrem Data Center vertraut gemacht haben und sich anmelden können, sollten Sie die am häufigsten verwendeten Administrator-Befehle lernen, die wir Ihnen im nächsten Artikelteil vorstellen.

Über den Autor: Sander van Vugt ist ein freiberuflicher Trainer und Consultant, der in den Niederlanden ansässig ist. Er ist Experte in den Bereichen Linux High Availability, Virtualisierung und Performance. Sander van Vugt war in mehreren Projekten involviert, die alle drei Gebite vereinten. Weiterhin ist er der Autor einiger Bücher mit Linux als Thema. Dazu gehören Beginning the Linux Command Line, Beginning Ubuntu Server Administration und Pro Ubuntu Server Administration.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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