Produkt-Vergleich bei Anwendungs-Virtualisierung: XenApp gegen ThinApp gegen App-V

Citrix XenApp, VMware ThinApp oder Microsoft App-V? Wir zeigen Ihnen, welche Anwendungs-Virtualisierung sich am besten für Ihr Unternehmen eignet.

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PC-Virtualisierung

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Bei Infrastrukturen für virtuelle Desktops haben Administratoren reichlich Auswahl. Vielleicht haben Sie schon...

einmal gefragt, worin die Unterschiede zwischen all den Software-Optionen für VDI, Protokollen für Remote-Displays und Lizenzen bestehen, die hier angeboten werden. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Werkzeugen zur Virtualisierung von Anwendungen.

Auf dem Markt stehen derart viele Werkzeuge für die Virtualisierung von Anwendungen zur Auswahl, dass Sie vielleicht kaum noch wissen, wie Sie alle auseinanderhalten sollen.

Mit Virtualisierung werden Anwendungen vom Betriebssystem getrennt, so dass IT-Abteilungen sie auf die effizienteste mögliche Weise zur Verfügung stellen können. Und es gibt noch weitere Vorteile: Anwendungen müssen nicht auf lokalen Rechnern installiert werden, sie sind leichter zu patchen und zu aktualisieren, und mehrere Versionen davon können unter demselben Betriebssystem laufen. Außerdem hilfreich im Zeitalter von selbst mitgebrachten privaten Geräten (Bring Your Own Device): Mittels Streaming lassen sich Anwendungen auf unterschiedlichste Arten von Endgeräten bringen.

Zu den wichtigsten Werkzeugen zur Anwendungsauslieferung zählen VMware ThinApp, Citrix Systems XenApp und Microsoft App-V. Natürlich funktioniert die Integration dieser Produkte jeweils am besten mit den übrigen Produkten desselben Anbieters. Wenn Sie also zum Beispiel mit VMware View arbeiten, könnte ThinApp die beste Wahl für Sie sein.

In diesem Vergleich zu Anwendungs-Virtualisierung stellen wir Features, Fähigkeiten und Unterstützung der unterschiedlichen Werkzeuge vor. Schauen wir sie uns an.

Citrix XenApp

ThinApp und App-V bieten ausschließlich Virtualisierung von Anwendungen. XenApp dagegen ist ein Gesamtsystem für das Ausliefern von Anwendungen. Die Citrix-Technologie für Anwendungs-Virtualisierung ist Citrix Streaming, erhältlich im Rahmen einer Lizenz für XenApp oder XenDesktop.

XenApp ist relativ deutlich auf seine eigene Umgebung oder eine mit XenClient beschränkt, was Portabilität schwierig macht. Immerhin ist in XenApp 6.0 Unterstützung für Microsoft App-V enthalten. Bei der Citrix Synergy 2012 hat Citrix das neue Angebot Excalibur vorgestellt, eine Kombnation von XenApp und XenDesktop, seinem Produkt für Desktop-Virtualisierung.

XenApp ist nützlich für IT-Anwender, die eine Vielzahl von – alten wie neuen – Anwendungen einsetzen. Hilfreich ist es auch, wenn es darum geht, mit Citrix Streaming Anwendungen zu virtualisieren, die von ThinApp und App-V nicht unterstützt werden.

Was ist neu in Citrix XenApp 6.5?

Citrix XenApp 6.5 beschleunigt durch Instant App Access die Start-Zeiten für Anwendungen. Verbesserungen am HDX-Protokoll erlauben zudem die Ausführung von Anwendungen auch in Umgebungen mit höherer Latenz. Und XenApp 6.5 enthält ein Mobility Pack, das die Auslieferung an mobile Geräte verbessert.

Was Sie über die Migration zu XenApp 6.5 wissen sollten

IT-Anwendern bleibt nicht mehr viel Zeit, von XenApp 4.5, 5.0 oder 6.0 auf die neueste Version umzusteigen: Die Unterstützung für XenApp 4.5 endet am 31. März 2013. Das Ende für Version 6.0 ist für nur drei Monate später, also Ende Juni 2013, angekündigt. Weil XenApp auf Remote Desktop Session Host basiert, müssen Administratoren zudem das Ende von Lebensyzklen bei Windows Server beachten. Nicht alle Anwendungen sind kompatibel mit allen Server-Versionen.

Dies sind bedeutsame Einschränkungen. Sie haben zur Folge, dass Lizenzierung und Betrieb von XenApp und Citrix Streaming gegenüber den anderen Werkzeugen zur Anwendungs-Virtualisierung besondere Schwierigkeiten bereiten können.

VMware ThinApp

VMware ThinApp bietet einige Möglichkeiten, die bei XenApp und App-V fehlen. So kann die Software auch Offline-Anwendungen ausliefern und ist das flexibelste aller hier vorgestellten Werkzeuge. ThinApp-Anwendungen lassen sich fast von überall ausführen, weil die Nutzer dafür keine Software oder Geräte-Treiber installieren müssen. Und sie brauchen keine Administrator-Rechte, um von externen Standorten wie etwa einer Flughafen-Lounge aus auf Anwendungen zuzugreifen.

Manche Administratoren allerdings kritisieren, VMware ThinApp sei umständlicher einzurichten. Auch die Verwaltung von Anwendungen ist etwas aufwendiger, weil es keine zentralisierte Management-Plattform enthält. Wenn Sie mit der Cloud und mit Mobilität experimentieren, sollten Sie zudem wissen: ThinApp 4.7 ist integriert mit dem Horizon Application Manager von VMware.

Was Sie über VMware ThinApp wissen sollten

VMware ThinApp 4.6 ist integriert mit View 4.5 oder höher. Jedoch wollen nicht alle Administratoren virtualisierte Anwendungen an virtuelle Desktops ausliefern. Bezüglich der Lizenzierung, Verwaltung und Installation von ThinApps gibt es einige Besonderheiten zu beachten, vor allem wenn sie in einer View-Umgebung zum Einsatz kommen.

Virtualisierte Anwendungen in Massen-Produktion mit ThinApp Factory

Ein neues Konzept von VMware, ThinApp Factory, automatisiert den Packaging-Prozess für Anwendungen. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Appliance für vCenter oder VMware Workstation, die für Administratoren Codierung und Verteilung übernehmen soll.

Microsoft App-V

App-V bietet ein zentralisiertes Management, so dass Administratoren den Zugriff von Nutzern auf bestimmte Anwendungen einschränken können. Das Microsoft-Werkzeug ist beliebt bei Anwendern, die auf Windows 7 oder Windows 8 umsteigen, denn mit seiner Hilfe können Nutzer mit virtualisierten Windows-Anwendungen wie etwa Office interagieren. Die neueste Version App-V 5.0 verringert die erforderliche Platten-Kapazität, denn bei ihr kann die IT-Abteilung die lokale Speicherung durch Anwendungen verhindern. Hinzu kommen erweiterte Funktionen für Diagnose und Monitoring von Anwendungen.

VMware-Nutzer entscheiden sich für App-V

Administratoren schätzen die Möglichkeit, ThinApp ohne Agenten zu installieren, doch es gibt auch Vorteile des Ansatzes mit Agenten. App-V enthält eine Agenten-Komponente, über die Anwendungen ohne Einstellungen in Active Directory mit Hilfe des Microsoft System Center Configuration Manager ausgeliefert werden. Ebenfalls ist es mit diesem Werkzeug möglich, Anwendungssuites (wie Office) zu zerlegen und einzeln auszuliefern, ohne dabei Integrationsfunktionen zu verlieren.

Was ist neu bei Microsoft App-V 5.0?

Die neueste Version von App-V bietet Nutzern eine nativere Erfahrung mit ihren Anwendungen. Ebenso kann die IT-Abteilung Anwendungen über Microsoft Silverlight installieren und kontrollieren – die Admin-Konsole ist also über das Internet erreichbar. Für mobile Mitarbeiter ermöglicht App-V 5.0 das Streaming von Anwendungen über ein WAN mittels Direct Access. Zudem ist es mit Windows To Go integriert.

Die Auswahl des richtigen Werkzeugs zur Anwendungs-Virtualisierung

Wenn Sie sich mit den verschiedenen Optionen vertraut gemacht haben, ist es Zeit für die Entscheidung. Denken Sie aber daran, dass es nicht nur von den hier präsentierten großen Anbietern interessante Produkte gibt.

Citrix, VMware und Microsoft kämpfen um Dominanz bei Anwendungsvirtualisierung

Jedes der vorgestellten Werkzeuge zur Virtualisierung von Anwendungen hat seine Vor- und Nachteile, und die Unterschiede zwischen ihnen werden weniger. VMware hat es in diesem Zusammenhang besonders schwer, denn Citrix und Microsoft arbeiten eng als Partner zusammen. Für ThinApp spricht die hohe Flexibilität, App-V wiederum unterstützt 64 Bit und Server-Anwendungen, was ThinApp nicht leistet.

Alternativen zu den großen Anbietern

Vergessen Sie nicht, dass ThinApp, XenApp und App-V nicht die einzigen Optionen sind – auf dem Markt gibt es noch weitere Werkzeuge zur Anwendungs-Virtualisierung. Spoon Studio zum Beispiel ist einfach zu benutzen und bietet eine Integration mit dem Cloud-Angebot des Unternehmens. Eine weitere Möglichkeit ist InstallFree, das allerdings keine Offline-Funktionalität mitbringt.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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