Precision 5510 im Test – wie schlägt sich Dells neue mobile Workstation?

Kompakt und doch leistungsstark – so bewirbt Dell seine mobile Workstation Precision 5510. Der Test zeigt, wie viel Leistung in dem 15-Zöller steckt.

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Im Oktober 2015 hat Dell neue mobile Workstations der Precision-Reihe (3510, 5510, 7510 und 7710) auf den Markt...

gebracht, die neben einem komplett neuen Design auf Basis von Karbonfasern und Aluminium vor allem durch ein Update der verbauten Komponenten auf die aktuellste Grafik- und CPU-Technologie überzeugen sollen. Zum Einsatz kommen hier Prozessoren der sechsten Intel-Core-Generation sowie die aktuellsten Grafikkarten von NVIDIA und AMD. Je nach Konfiguration und Budget sind die neuen Precision-Workstations aber auch mit Intel Xeon-Prozessoren der E3-1200-Produktfamilie erhältlich.

Dell bewirbt die Precision 5510 als „leichteste, dünnste und kleinste Dell-Workstation“, die jetzt wie immer mehr Dell-Laptops ebenfalls mit nahezu randlosem InfinityEdge-Display ausgestattet ist und so einen 15,6-Zoll-Bildschirm im 14-Zoll-Gehäuse bietet. Wie viel Leistung in dieser äußerst kompakten Workstation steckt, zeigt der folgende Test, der auch bereits im E-Paper Januar 2016 von NT4ADMINS erschienen ist.

Dell Precision 5510 im Test

Das Testsystem auf Basis des Chassis 5510 ist mit einem Xeon E5-1505M v5 Prozessor von Intel bestückt. Dieser bietet insgesamt vier physische Kerne (acht virtuelle Cores aufgrund des Hyper-Threading), 8 MByte Cache und taktet mit 2,8 GHz (bis zu 3,7 GHz im „Turbo-Modus“). Zusätzlich ist dieser Prozessor mit einer Grafikeinheit ausgestattet (Intel HD P530). Intel gibt bei dieser CPU-Modellreihe eine thermische Verlustleistung von 45 Watt (TDP) an.

Als Hauptspeicher des Dell Precision 5510 kommen zwei Module mit jeweils 8 GByte (DDR-4 mit 2.133 MHz) ohne Fehlerkorrektur (ECC) auf einem OEM-Mainboard von Dell (mit dem Intel Chipsatz CM236) zum Einsatz. Zusätzlich zur integrierten Intel-Grafiklösung ist ein Chip von NVIDIA (Quadro M100M) mit 2 GByte GDDR-5 vorhanden, als primärer Massenspeicher steht eine SSD von Hynix mit 500 GByte Speicherkapazität zur Verfügung. WLAN (802.11ac), Miracast sowie Bluetooth (4.1) und Near Field Communication (NFC) sind ebenfalls integriert.

Zudem stehen unterschiedliche externe Schnittstellen zur Verfügung. Hier sind ein SD-Kartenleser, USB-3.0-Ports, ein HDMI-Port und eine kombinierte Kopfhörer- und Mikrofonbuchse sowie ein Thunderbolt-Anschluss (Version 3) untergebracht. Der Akkuladezustand lässt sich durch fünf LEDs auf der rechten Seite sowie über einen zusätzlichen Button prüfen. Damit lässt sich der Ladestand des integrierten Akkus auch im ausgeschalteten Zustand in Erfahrung bringen.

Auf der rechten Seite des Dell Precision 5510 befindet sich als Diebstahlschutz ein Kensington-Lock, um das Notebook entsprechend zu befestigen. Auf der Unterseite ist eine Klappe vorhanden, hier bringt Dell den Microsoft-Lizenzaufkleber unter, womit dieser vor Abnutzung geschützt ist. Wird der Lizenz-Key, wie bei vielen Modellen üblich, direkt auf der Unterseite aufgeklebt, dann ist der Schlüssel meist nach einiger Zeit nicht mehr lesbar.

Abbildung 1: Dells neue mobile Workstation Precision 5510.

Weiterhin ist ein Beschleunigungs-Sensor (Dell Free-fall-Sensor) verbaut, um im Notfall die Schreib- und Leseköpfe von mechanischen Festplatten (falls verbaut) in die „Parkposition“ zu fahren. Dies kann einem Datenverlust bei Sturzschäden vorbeugen. Als Massenspeichermedien stehen entweder klassische HDDs, SATA-SSDs oder Flashdrives mit der Schnittstelle M.2 zur Verfügung. Zur Sicherheit tragen die Intel Platform Trust Technology sowie TPM 1.2 (Trusted Platform Module) bei. Im Lieferumfang des Dell Precision 5510 ist neben einem 130-Watt-Netzteil noch ein LAN-Adapter (Thunderbolt auf GBit-Ethernet), ein Datenträger mit Windows 7 Professional sowie ein Kaltgerätekabel enthalten.

Testergebnisse des Dell Precision 5510

Die Precision-Workstation wurde im NT4ADMINS-Lab einigen Testläufen mit unterschiedlichen Workloads unterzogen. Diese Testläufe wurden unter Windows 7 SP1 (mit allen momentan verfügbaren Updates) im Netzbetrieb, im Akkubetrieb, sowie unter Windows 10 (nur Netzbetrieb) ausgeführt. Dabei wurden folgende Testprogramme eingesetzt:

  • AS SSD Benchmark (Version 1.8.5636.37293),
  • HD Tune (Version 5.60),
  • PassMark (Version 8.0) sowie
  • IOmeter (Version 1.10).

Als erste Amtshandlung überprüften die Systembetreuer die Gesamtperformance der Dell-Workstation Precision 5510 mit dem Komplett-Test Passmark. Hierbei werden die CPU- und RAM-Leistung, Grafikperformance und Zugriffs- sowie Transferleistung der Massenspeicher nach einem festgelegten Testmuster geprüft und ein Gesamtwert errechnet. Dieser lag im Netzbetrieb unter Windows 7 bei 3067,9 Punkten, im Akkubetrieb bei 2524,6 Punkten und unter Windows 10 (Netzbetrieb) bei 2853,4 Punkten. Hier zeigte sich ein leichter Vorteil von Windows 7, schließlich wurden unter Windows 10 nur etwa 93 Prozent der Gesamtleistung erreicht (214,5 Punkte weniger).

Im Anschluss daran führten die Administratoren einen Vergleichstest mit HD Tune durch, auch hier konnte auf dem Dell Precision 5510 ein Vorteil für Windows 7 verbucht werden. Unter Windows 7 wurden minimale Transferraten von 163 MByte/s und ein maximaler Datendurchsatz von 360,8 MByte/s bei einer Durchschnittsleistung von 342,9 MByte/s ermittelt. Bei Windows 10 lag zwar die minimale Transferrate etwas höher (221,1 MByte/s), dagegen erreichte das System eine deutlich geringere Maximal-Transfergeschwindigkeit (312,8 MByte/s). Dadurch lag der Mittelwert von 298,2 MByte/s etwa bei 87 Prozent im Vergleich zum Testlauf unter Windows 7. Beide Testläufe wurden mit externer Stromversorgung durchgeführt.

Im Anschluss folgte noch ein Kurztest mit dem Benchmark-Tool AS SSD. Bei diesem Performancetest des Flashspeichers von Hynix konnte wiederum Windows 10 punkten: Die ermittelten Werte lagen durchwegs über den gemessenen Transferleistungen unter Windows 7. So erreichte das Tool beispielsweise unter Windows 10 bei der sequentiellen Schreibleistung 394,77 MByte/s, während unter Windows 7 nur 364,46 MByte/s gemessen wurden.

Beim sequentiellen Lesen lag der Unterschied von 2,14 MByte/s im Rahmen der Messungenauigkeit (etwa 0,34 Prozent Abweichung). Die restlichen Ergebnisse lagen ebenfalls sehr nahe beieinander, einzig die Lesetransferrate bei 64 gleichzeitigen Operationen (4KByte 64 Threads) zeigte noch deutlichere Unterschiede: Hier waren 270,65 MByte/s unter Windows 7 und 287,27 MByte beim Einsatz unter Windows 10 zu messen. Auch hier wiederum also ein leichter Vorteil für Windows 10 (etwa 6 Prozent höhere Datenrate). Auch die mittleren Zugriffszeiten lagen recht nahe beieinander. Alle Testwerte von AS SSD sind in der nachfolgenden Tabelle zu finden.

AS SSD Benchmark

Zuletzt folgten noch einige Testläufe mit dem Tool Iometer sowohl unter Windows 7 als auch unter Windows 10. Bei Windows 7 wurde zunächst mit externer Stromversorgung getestet, danach nochmals im Akkubetrieb. Insgesamt wurden 20 Millionen Sektoren für den Testlauf konfiguriert, und 32 gleichzeitige Threads aktiviert.

Die „Aufwärmzeit“ (Rampup) wurde auf 30 Sekunden festgelegt, die gesamte Testdauer auf jeweils 30 Minuten. Jede Konfiguration wurde dabei sowohl im Lese- als auch im (sequentiellen) Schreibmodus getestet. Dabei kamen generell Datenblöcke in der Größe von 4 KByte zum Einsatz.

Hier zeigten sich interessante Messergebnisse, wobei einige Resultate zunächst irritierten, von denen sich aber einige im Rahmen der Messungenauigkeit bewegen. Beispielsweise konnte im Akkubetrieb unter Windows 7 eine höhere Transferrate (mit 78342 IOPS) als im Netzbetrieb festgestellt werden (73164 IOPS). Die Abweichung beträgt hierbei etwa 6 Prozent.

Auch beim Datendurchsatz hat der Akkubetrieb leicht die Nase vorn (306 MByte/s zu 285 MByte/s). Beim Schreibtest dagegen waren beinahe identische Werte feststellbar, gut sichtbar wird dies beim durchschnittlichen Datendurchsatz (beide Werte liegen bei 271 MByte/s). Interessant sind auch die Ergebnisse unter Windows 10, hier liefert der Lese-Test 81197 IOPS und eine durchschnittliche Transferleistung von 317 MByte/s, aber beim Schreiben werden mit 62473 IOPS deutlich geringere Werte ermittelt. Hier liegt die durchschnittliche Schreibleistung bei 244 MByte/s.

Die Durchschnittliche Antwortzeit lag bei allen Testläufen sehr nahe beieinander, in einem Bereich von etwa 0,4 bis 0,5 Millisekunden. Alle Werte von den Iometer-Tests sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Iometer Benchmark

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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