Mainframe oder Server-Cluster: Wo arbeiten Linux-Workloads effizienter?

Sollte man Linux-Workloads auf einem Mainframe oder einem verteilten Server-Cluster ausführen? Experten sind sich uneinig.

Es gibt viele Pros und Kontras, warum sich Linux auf dem Mainframe nicht für jede IT-Abteilung eignet. Zwei Experten...

diskutieren, wie man sich für die richtige Komponente im Data Center entscheiden sollte: Sollte man Linux-Workloads auf einem Mainframe oder doch lieber in einer verteilten Server-Umgebung ausführen?

Pro: Linux-Workloads auf dem Mainframe sind kostengünstiger

Workloads auf einen Mainframe bieten Ihnen Zuverlässigkeit, hohe Verfügbarkeit und Sicherheit sowie eine gute Performance. „Wollen Sie eine große Anzahl an virtuellen Maschinen in einer Umgebung mit jeder Menge Arbeitsspeicher laufen lassen, in einer Umgebung, die extrem energieeffizient ist und sich sehr komfortabel managen lässt, dann sollten Sie die Nutzung eines IBM System z evaluieren.“, erklärt Joe Clabby, Präsident bei Clabby Analytics.

Workloads auf einen Mainframe bieten Ihnen Zuverlässigkeit, hohe Verfügbarkeit und Sicherheit sowie eine gute Performance.

Mainframes garantieren Sicherheit. Mit einem Evaluation Assurance Level von 5+ liegen Mainframes auf dem höchsten Security-Niveau. Die neueste Version des Linux-Kernels kann geschäftskritische Applikationen ohne Gefahr eines Einbruchs oder einer Störung ausführen.

Zentralisierte Mainframes lassen sich zudem einfacher absichern als hunderte verteilte Linux-Server, bei denen sich System-Administratoren jeder Netzwerkkarte in jedem Rechner separat widmen und alle denkbaren Zugriffspunkte absichern müssen.

Auch bei der Ressourcen-Auslastung ist ein Mainframe effizienter als eine verteilte Server-Umgebung, da Linux-Rechner auf dem Mainframe Workloads sofort bearbeiten. Daher ist das Betreiben von Linux-Workloads auf einem System-z-Mainframe im Vergleich zu verteilten Servern auch günstiger. Der Grund liegt zum Beispiel auch in den höheren Kosten für Software-Lizenzen, die durch die vielen Prozessorkerne anfallen.

Zudem lässt sich die Auslastung durch Virtualisierung und ausgefeilte Provisioning-Techniken auf Mainframes weiter erhöhen, was natürlich der Rentabilität des Mainframes zugutekommt.

Kontra: Mainframes benötigen ein spezielles Fachwissen, das nicht jeder hat

Viele Server-Administratoren halten allerdings nicht viel von Linux auf Mainframes. Robert Crawford, System-Programmierer und Mitarbeiter bei SearchDataCenter.com, hatte bereits so seine Probleme:

„Aufgrund unserer eingesetzten Hardware und den Verträgen mit Linux-Anbietern konnten wir das Konstrukt nicht zum Laufen bringen. Hinzu kommt noch, dass unsere verteilte Umgebung bereits sehr dynamisch virtualisiert ist. Außerdem haben wir es rein technisch nicht geschafft, große Teile unserer Infrastruktur-Tools unter z/Linux laufen zu lassen.“, erklärt er. Aus diesem Grund habe er sich gegen Linux auf z entschieden.

IBM bietet die IFL (Integrated Facility for Linux) Engines an, was die Bereitstellung eines Linux-Mainframe einfacher machen soll. Aber wie wertvoll ist dieser Rechner tatsächlich?

Konsolidiert man viele Workloads von wenig ausgelasteten Servern auf wenige Mainframe IFLs, kann das eine erfolgreiche Migration auf z/Linux bedeuten. Allerdings konsolidieren auch Hypervisoren Server-Workloads in immer höherem Ausmaß, selbst sehr geschäftskritische.

Somit wird die Migration auf ILFs weniger attraktiv, weil damit einer der großen Vorteile von Linux-Mainframes, die bessere Wirtschaftlichkeit, immer unwichtiger wird.

Die Eliminierung des Mainframes könnte auch Machtkämpfe im Büro ausmerzen.

Dann gibt es noch die Bedenken bei Performance und Preis. Nicht alle Linux-Betriebssysteme funktionieren auch auf Mainframe-Rechnern und die Enterprise-Versionen unterscheiden sich preislich teils sehr deutlich, da die Hersteller von Linux-Distributionen ihre Mainframe-Versionen gesondert berechnen.

Zudem benötigt die Hardware für einen Mainframe und die entsprechenden Server-Infrastruktur-Komponenten ein gänzlich anderes Fachwissen. Da ist „Hardware von der Stange“ wie Standard-Server deutlich günstiger als ein Mainframe-Rechner.

Die Eliminierung des Mainframes könnte auch Machtkämpfe im Büro ausmerzen. Fangen Sie eine Diskussion über das Verschieben von Workloads zu unterschiedlichen Plattformen an, haben Sie sehr schnell einen mittelschweren Krieg in der IT-Abteilung angezettelt. Die objektive Betrachtung eines Workloads mit allen beteiligten Parteien ist da meist die beste Herangehensweise. 

Wie entscheiden Sie, welche Plattform die richtige für die jeweilige Aufgabe ist? Stecken Sie die Workloads einfach parallel auf z/Linux und einen Linux-Server-Cluster und lassen dann einfach die Fakten sprechen.

Haftungsausschluss (Disclaimer): Jeder Workload ist genau wie jedes Geschäftsmodell unterschiedlich. Nutzen Sie diese Argumente daher lediglich als Ausgangspunkt für Ihre Überlegungen und treffen Sie dann aufgrund ausführlicher Test die beste Entscheidung für Ihre IT-Abteilung.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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