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Interview: Mark Russinovich und Solomon Hykes zu Docker und Windows-Container

Der kommende Windows Server 2016 wird erstmals die Docker-Virtualisierung integrieren. Solomon Hykes und Mark Russinovich geben einen Einblick.

Docker hat quasi aus dem Nichts das Management von Linux-Containern erheblich vereinfacht, aber in den letzten...

Monaten hat sich die Firma hinter dem Docker Framework, Docker Inc., auch mit Microsoft zusammengesetzt, um diese Funktionen auch für die Windows-Plattform umzusetzen. Beide Unternehmen arbeiten seitdem zusammen, um die Integration von Docker in die nächste Version von Windows Server zu ermöglichen. Somit werden Windows-Server-Container und Hyper-V-Container Teil des für Anfang nächsten Jahres angekündigten Windows Server 2016 sein.

In diesem ersten Interview mit SearchDataCenter.de geben Docker-Mitgründer Solomon Hykes und Microsoft Azure CTO Mark Russinovich ein Update zur gemeinsamen Partnerschaft und sprechen unter anderem über die Schwierigkeiten bei der Migration von Docker auf die Windows-Plattform. Im zweiten Teil gehen beide dann auf die immer wieder auftauchenden Sicherheitsbedenken bei der Container-Virtualisierung ein und erklären, wie Windows-Server- und Hyper-V-Container damit umgehen.

Wie kam die Partnerschaft zwischen Docker und Microsoft eigentlich überhaupt zustande? 

Solomon Hykes: Was wir mit Docker angefangen haben, richtete sich vor allem an Entwickler, denen wir dabei helfen wollten, eine neue Art von Anwendungen zu entwickeln. Wir nennen sie verteilte Applikationen, sie verteilen sich auf mehrere Maschinen und laufen in jeder Cloud – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Das ist ein neues Paradigma in der Softwareentwicklung und wir haben damals ein großes Defizit an Entwicklungstools ausgemacht.

Solomon Hykes, Mitgründer
und CTO, Docker Inc.

Also haben wir mit Linux-Containern angefangen und uns auf einen bestimmten Aspekt dieser Applikationen konzentriert. Mit der Zeit haben wir eine gesteigerte Nachfrage nach diesen Tools bemerkt, Entwickler wollten einfach über die ganze Entwicklungsplattform hinweg mit nur einem Set an Tools arbeiten können. Wenn man diese Nachfrage bedienen will, kommt man relativ schnell an den Punkt, an dem man schließlich auch Windows unterstützen muss, um wirklich allen Entwicklern ein umfassendes Werkzeug an die Hand zu geben.

In Unternehmen ist es heutzutage absolut üblich, einen Teil einer Applikation auf Linux laufen zu lassen, und einen anderen auf Windows. Es erschien für uns also schon recht früh sehr sinnvoll, die Docker-Tools auf beiden Plattformen verfügbar zu machen, und das war dann der Startpunkt der Partnerschaft mit Microsoft.

Auf Microsoft-Seite gibt es ein ganzes Vollzeit-Team, das mit der Open-Source-Community zusammenarbeitet, um die Docker-Tools auf Basis der neuen Container-Grundformen, wie sie derzeit in der Preview von Windows Server 2016 vorhanden sind, auf die Windows-Plattform zu übertragen. Sobald Windows Server 2016 im nächsten Jahr erhältlich sein wird, wird man verteilte Applikationen tatsächlich sowohl auf Linux als auch auf Windows entwickeln können. Das wird ein aufregender Schritt für uns.

Mit welchen Problemen muss man beim Wechsel zwischen den beiden Plattformen rechnen?

Hykes: Ich rechne schon mit ein paar kleineren Problemen, vor allem aus technischer Sicht wenn Docker für Windows ausgerollt wird. Es gibt natürlich einen Zeitplan mit Test- und Betaversionen, wichtig dabei ist aber, dass die Container-Virtualisierung mit Docker nicht annähernd so kompliziert ist wie traditionelle, Hypervisor-basierte Virtualisierung.

Dabei müssen wir gar nicht eine bestimmte Komponente nehmen und sie wie von Zauberhand sowohl auf Windows wie auch auf Linux zum Laufen bringen. Manche Komponenten verteilter Applikationen werden nur auf Windows laufen, andere nur auf Linux, und das ist auch vollkommen in Ordnung, immerhin besteht eine verteilte Applikation aus der Summe ihrer Teile.

Statt unsere Anstrengungen also darauf zu konzentrieren, Windows wie Linux aussehen zu lassen und Linux wie Windows, was enorm schwer wäre, setzt unser Ansatz eher darauf, die Stärken jeder Plattform für Entwickler sichtbar zu machen und ihnen die Wahl zu lassen. Durch die plattformübergreifenden Tools wird dies enorm erleichtert.

Mark Russinovich,
CTO Microsoft Azure

Mark Russinovich: In Windows Server haben wir die gleichen Bausteine implementiert, die auch die Grundlage von Linux-Containern bilden. Anschließend haben wir zusammen mit Docker sichergestellt, dass auch alle Docker-APIs mit diesen Bausteinen über Microsoft- oder Open-Source-Plug-ins funktionieren.

Man kann beispielsweise einen Docker-Client nehmen, ihn auf einen Windows-Host verweisen lassen und mit den gleichen APIs und Befehlen Docker-Container bereitstellen, mit denen man auch bei einem Linux-Host arbeiten würde.

Haben Sie eigentlich keine Sorge, dass Docker-Container die Umsätze mit Windows Server oder Hyper-V beeinträchtigen könnten?

Russinovich: Container sind ein wirklich mächtiges Werkzeug, genauso wie auf Mikro-Services basierende Applikationen. Wir nutzen diese Art der Applikationsbereitstellung auch selbst intern bei Microsoft. Auch Docker ist ein fantastisches Tool, um Deployment und Management dieser Applikationen effizienter zu gestalten. Daher glaube ich nicht, dass es hier Probleme gibt. Es geht eher darum, diese Technologie so schnell wie möglich zu veröffentlichen, damit Entwickler baldmöglichst auch auf der Windows-Plattform diese Vorteile nutzen können.

Anders als Mitbewerber hat Microsoft bisher darauf verzichtet, eigene Tools für die Container-Orchestrierung zu entwickeln. Können wir auf Microsoft Azure noch mit Werkzeugen zur Orchestrierung rechnen oder wird Azure auch zukünftig so offen für die Nutzung anderer Tools bleiben wie bisher?

Russinovich: Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ermöglichen wir die Nutzung verschiedener Orchestrierungs-Engines, zum Beispiel Google Kubernetes, und es gibt einige weitere wie Mesos oder Swarm, die auf Azure bereitgestellt werden können. Jeder Kunde, der diese Tools nutzt, soll sie auch auf Azure problemlos nutzen können, daher kooperieren wir auch mit Google, um das Funktionieren von Kubernetes auf Azure sicherzustellen.

Wir haben aber mit Service Fabric im Frühling auch unser eigenes PaaS-Framework (Platform as a Service) für Mikro-Services vorgestellt. Mit der Zeit wird Azure Service Fabric sicherlich auch Container beherbergen, aber dabei handelt es sich dann um ein höheres Anwendungslevel – höher zumindest als die Orchestrierung mit Mesos und Kubernetes, die auf einer tieferen Ebene erfolgt.

Hykes: Es gibt ja bereits ein paar Bausteine da draußen, aber unser Ansatz bei Docker lautet nicht, mit bereits bestehenden Lösungen zu konkurrieren. Genau aus diesem Grund wollen wir ja auch nicht Linux-Container neu erfinden, sondern lediglich den Umgang damit.

Derzeit gibt es ja einen großen Hype um Container und Orchestrierung. Haben Sie Bedenken, dass Docker bei all den großen Unternehmen marginalisiert werden könnte?

Hykes: Eine hohe Fragmentierung stellt immer ein gewisses Risiko dar. Aber es gibt natürlich einen Grund, warum Docker überhaupt so erfolgreich wurde. Docker existiert, weil damit die Fragmentierung überwunden werden soll. Zu viele unterschiedliche Tools schaden Entwicklern und machen ihnen das Leben schwer, nicht umsonst predigen wir überall die Vorteile einheitlicher Schnittstellen.

Natürlich können wir aber anderen Herstellern nicht vorschreiben, was sie zu tun haben. Ich denke aber, dass wir überzeugende Argumente gegen die Fragmentierung aufbieten können. Microsoft ist in der Hinsicht sehr proaktiv und integriert bestehende Lösungen, um eine weitere Fragmentierung zu verhindern.

Vereinfacht gesagt gibt es drei Schichten der Orchestrierung: Clustering (die Nutzung vieler Maschinen), Composition (viele Container, die zusammenarbeiten) und Netzwerke, die alles verbinden. Wenn man alle diese drei Bausteine zusammenfügt, hat man eine Orchestrierungslösung. Der Docker-Stack bietet für jeden dieser drei Bereiche ein Tool an.

Im zweiten Teil dieses Interviews erklären Mark Russinovich und Solomon Hykes, was es mit den Sicherheitsbedenken bei der Docker-Virtualisierung auf sich hat und wie Windows-Server- und Hyper-V-Container diese adressieren.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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