Geistiges Eigentum und seine Auswirkung auf die Rolle und den Zweck von IT

Schon bald wird sich die Arbeitswelt auf die Erschaffung geistigen Eigentums konzentrieren. Doch welche Auswirkungen hat dies auf die IT?

Wenn jemand in der Zeit zurückreisen könnte, zu einem Büro im Jahr 1890, würde ihm das langsame, gemessene Arbeitstempo auffallen. Die meisten Interaktionen fanden damals von Angesicht zu Angesicht statt oder wurden über handgeschriebene Briefe ausgeführt. Schreibmaschinen waren noch eine neue Vorstellung; nur wenige Menschen waren dazu ausgebildet sie zu bedienen. Für einen unverzüglichen Austausch – und auch für Notfälle – gab es das Telegramm. In einigen wenigen Fällen war auch das frisch erfundene Telefon verfügbar, wenn direkte Interaktionen nötig waren, denen man sich hingebungsvoll widmen musste.

Vergleichen Sie einmal das Arbeitsmilieu der 1890er mit der heutigen Berufswelt: Angestellte können nun mehr oder weniger überall arbeiten wo es Breitbandzugang gibt. Und mit immer leistungsfähigeren Geräten und Anwendungen beschleunigt sich die Entwicklung zur Virtualisierung. Dennoch wäre die heutige Berufswelt jemandem aus dem Jahre 1890 zumindest teilweise verständlich.

Dies wird jedoch in Zukunft nicht mehr unbedingt der Fall sein. Es ist tatsächlich nicht einmal so unwahrscheinlich, dass die Berufswelt von morgen nicht nur für den Anstellten von 1890 absolut unverständlich ist, sondern auch für den Angestellten von heute.

Die Arbeitswelt ändert sich so schnell, dass Arbeit schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts hauptsächlich zu einem Konzept werden wird, das mit der Erschaffung geistigen Eigentums assoziiert ist. Folglich muss die IT sowohl ihren Zweck als auch die Art und Weise grundsätzlich überdenken, mit der sie Unternehmen dient.

Das liegt daran, dass Geschäftszwecke im 21. Jahrhundert immer näher an die Erschaffung geistigen Eigentums heranrücken werden – mit anderen Worten: an gute Ideen. Wie Peter Drucker einmal anmerkte, ist geistiges Eigentum (Intellectual Property) wertvoller als Kapital, Geld oder Arbeit und kann gegen alle drei ausgetauscht werden. Doch geistiges Eigentum ist auch zerbrechlich und sein Wert kurzlebig. Es muss geschützt und genutzt werden, bevor sein Wert abnimmt oder erlöscht; der Erfolg gehört dem Unternehmen, das eine Marktlücke identifizieren, eine Lösung für diesen Bedarf entwickeln und daraus Gewinn ziehen kann.

Wertvolle Ideen kommen zustande, wenn Leute ihre Köpfe zusammenstecken

Geistiges Eigentum kommt dann zustande, wenn Leute ihre Köpfe zusammenstecken. Das heißt, Ideen werden durch Interaktionen erzeugt. Ursprünglich passierte das von Angesicht zu Angesicht. Doch heutzutage und auch zunehmend in Zukunft geschieht das hauptsächlich über Netzwerke. Weshalb? Weil sich in einer globalen Wirtschaft die besten Leute eventuell nicht in einer günstigen Lage zu einem Unternehmensgelände oder Büro befinden. Unternehmenserfolge werden zunehmend davon abhängen, dass den besten Köpfen geistiges Eigentum entnommen wird. Diese Leute mögen Angestellte im ursprünglichen Sinne sein oder auch nicht, aber die meisten werden nicht in einem Büro arbeiten wollen oder viel Zeit damit zubringen, zu einem zu pendeln.

Was bedeutet das für die IT? In erster Linie ist Bring Your Own Device (BYOD) nur der Anfang. Stellen Sie sich einmal vor, BYOD entwickelt sich zu BYOA (Bring Your Own Applications) , oder um es mehr auf den Punkt zu bringen: BYOWE (Bring Your Own Work Environment). Was passiert, wenn die Perimeter des Unternehmensnetzwerks verschwimmen, mit nur ungenau definierten Grenzen, die vielleicht das öffentliche Internet einschließen? Wie kann die IT eine Umgebung unterstützen, in der sie nur sehr wenig Kontrolle darüber hat, wer oder was auf die Unternehmenssysteme zugreift?

Paradoxerweise muss diese ungezwungene zukünftige Arbeitsumgebung äußerst sicher sein, damit sie effektiv wird. Denken Sie daran, geistiges Eigentum muss geschützt werden um seinen Wert zu halten. Die IT wird nicht nur die Unternehmenssysteme sichern müssen, sondern auch geistiges Eigentum dort, wo es erzeugt wird. Während es von einem Ort zum anderen verlagert wird, muss das auch gewährleistet sein. Der Erzeugungsvorgang von Ideen selbst wird gesichert werden müssen.

Deshalb wird die Arbeitswelt der Zukunft aus hochqualifizierten Menschen bestehen, die gute Ideen zusammenbrauen, wo auch immer sie sich befinden – vielleicht am Strand oder auf einer Bergspitze. Mitarbeiter greifen vielleicht nur ein oder zwei Mal pro Woche auf eine Gedankensammlung zu um einige gute Ideen beisteuern, die letztendlich von einem Unternehmen dazu genutzt werden, Einnahmen zu generieren. Aus unserer Sicht wird das mehr nach Zugriff auf einer Social-Media-Seite aussehen als nach echter Arbeit. Es werden zwar Werte geschaffen, doch sie werden schwer zu sehen sein.

Die IT muss natürlich diese Art von Arbeit ermöglichen. Mehr Sicherheit, größere Flexibilität und schnellere Reaktionen werden die Kennzeichen eines effektiven IT-Unternehmens sein. Und diese schöne neue Welt nähert sich schneller, als wir uns vorstellen können.

 

Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

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