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Enterprise-Anwendungen und OpenStack: Nicht immer eine gute Kombination

OpenStack gilt als Private-Cloud-Plattform der Zukunft. Dabei eignen sich aber beileibe nicht alle Anwendungen für das Cloud-Framework.

Da immer mehr Unternehmen zu OpenStack greifen, um eine Private Cloud aufzubauen und zu verwalten, müssen sich CIOs und IT-Teams auch immer öfter entscheiden, welche Anwendungen zu welchem Zeitpunkt auf die neue Plattform migriert werden – oder ob überhaupt.

Dabei eignen sich beileibe nicht all Applikationen für das Open-Source-basierte Cloud-Framework. „OpenStack eignet sich hervorragend für etwa 60 bis 80 Prozent der Anwendungen, die große Unternehmen typischerweise nutzen“, so John Fruehe, Senior Analyst bei Moor Insights & Strategy, „aber sicher nicht für alle.“

Vor allem Cloud-Anwendungen sowie E-Commerce- und Web-Apps – Applikationen also, die eine elastische Umgebung mit flexibler Skalierbarkeit voll ausnutzen können – eignen sich hervorragend für OpenStack. Legacy-Anwendungen und Mainframe-Applikationen dagegen würde man eher nicht auf OpenStack migrieren.

Manche IT-Leiter, so Fruehe weiter, würden bei OpenStack einen Alles-oder-Nichts-Ansatz verfolgen. Aber auch mit ausgewählten Anwendungen auf OpenStack ließen sich effiziente Private Clouds aufbauen, indem einfach die dafür ausgelegten Applikationen auf die OpenStack-Plattform migriert werden, während die nicht geeigneten Anwendungen auf ihren Ursprungssystemen bleiben.

Die meisten Experten sind sich einig, dass sich Applikationen der folgenden Kategorien nicht für OpenStack eignen:

Nischen-Software mit anbieterspezifischen Spezifikationen

„Wer branchenspezifische Nischenanwendungen beispielsweise auf RHEL-Server mit vom Anbieter angepassten Spezifikationen betreibt, dem wird dieser Anbieter vielleicht keinen Support unter OpenStack anbieten. In diesem Fall dürften die meisten Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb wohl kaum einem unbekannten Ausfallrisiko aussetzen“, so Fruehe. In diesem Szenario ist natürlich nicht gesagt, dass die Anwendung auch tatsächlich nicht auf OpenStack ausführbar wäre. Es geht hier vielmehr um die Unsicherheit und das damit verbundene Risiko eines Serviceausfalls, vor allem auch um die Frage nach dem Support durch den Softwareanbieter.

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Tief in die Hardware integrierte Anwendungen

Manche Anwendungen wurden auch für bestimmte Hardwareplattformen oder angepasste Chips entwickelt, ein weiteres Beispiel wären spezifische Programmiersprachen mit einem tiefen Hardwareverankerung, so Justin Shepherd, Softwarearchitekt bei Rackspace. Auch diese Art Applikationen kommen für eine Migration auf OpenStack nicht wirklich in Frage: „Diese Anwendungen müssten komplett neu geschrieben werden“, so Shepherd. Zwar gebe es meist nur einige wenige Anwendungen, auf die dies zutrifft, so Shepherd weiter, dafür handelt es sich dabei aber meist um besonders kritische und wichtige Anwendungen.

Auf Mainframes basierte Anwendungen

Auch Mainframe-Anwendungen, so Shepherd, können nur schwer in die Cloud und damit auch nur schwer auf OpenStack migriert werden. Damit wählen auch nur wenige Unternehmen Mainframe-Applikationen als Testfall oder erste Anwendungen für eine OpenStack-Migration aus. Mit steigender Erfahrung des IT-Personals im Umgang mit OpenStack und der zunehmenden Reife der Cloud-Plattform selbst werden aber auch diese Applikationen zu Kandidaten für OpenStack. Tatsächlich unterstützt OpenStack auch heute schon bis zu einem gewissen Grad Mainframe-Technologien.

Einzel-Transaktionale Anwendungen

Anwendungen wie Applikationen zum Wertpapierhandel sind enorm zeitkritisch und benötigen eine genaue Memory-Synchronisierung. Daher benötigen sie mehr Kontrollmöglichkeiten, als OpenStack in den meisten Fällen bieten kann.

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Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

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