Effizient, modular und DCIM-gesteuert: Data-Center-Trends der CeBIT 2015

Mit Energieeffizienz, modularen Data Centern und mehr DCIM-Funktionen zeigte die CeBIT 2015 drei zentrale Trends der Data-Center-Branche.

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Data-Center-Design

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Auf der DatacenterDynamics-Konferenz im Rahmen der CeBIT 2015 bot sich die Gelegenheit für einen Einblick in aktuelle...

Data-Center-Trends. Was also bewegt die Rechenzentrumsbranche im Jahr 2015?

Weltweit gibt es laut der auf der DatacenterDynamics neu vorgestellten Data-Center-Studie von DCD Intelligence 230.000 Rechenzentren mit einem Energieverbrauch von mehr als 100 Kilowatt. Legt man die Messlatte etwas tiefer bei einem Energieverbrauch von nur 20 Kilowatt an, kommt man sogar auf 850.000 Rechenzentren. 

Damit, so Chris Drake, Studienautor und Research Director bei DCD Intelligence, stellt die Rechenzentrumsbranche eine global wachsende Industrie dar, die in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen ist.

Steigende Nachfrage nach modularen Data Centern

Dem stetig steigenden Bedarf nach Compute-Power folgend ist daher auch die weltweite Rechenzentrumsfläche auf inzwischen mehr als 35 Millionen Quadratmeter gewachsen, ein steigender Anteil davon entfällt auf Colocation-Betreiber. Diesem steigenden Platzbedarf steht allerdings immer öfter eine begrenzte Gebäudefläche gegenüber, wodurch sich, so Karin Hernik, Channel und Partner Team Manager bei Schneider Electric, immer mehr Data-Center-Betreiber zum Ausbau ihrer Rechenzentrumskapazitäten für modulare, oft auch containerbasierte Rechenzentren entscheiden.

Die steigende Nachfrage in diesem Marktsegment begründet sich für Karin Hernik aber auch aus dem großen Vorteil der Standardisierung, da die einzelnen Modulvarianten stets baugleich sind und somit immer die gleichen Spezifikationen bei Energieverbrauch, Platzbedarf und Anschlussmöglichkeiten aufweisen. 

Da die standardisierten Data-Center-Module vorgefertigt und getestet werden, können sich Rechenzentrumsbetreiber zudem auf garantierte Verbrauchswerte verlassen. Kushagra Vaid von Microsoft sprach während seiner Keynote auf der DatacenterDynamics beispielsweise von einem PUE-Wert modularer Data Center von nur noch 1.07, Rittal verspricht für seine modulare Rechenzentrumslösung RiMatrix S einen PUE-Wert von 1,15.

Energieeffizienz rückt in den Fokus

Einen zweiten großen Trend sieht Karin Hernik von Schneider Electric in der wachsenden Bedeutung der Energieeffizienz deutscher, aber auch weltweiter Rechenzentren. Während man früher kaum über den Energieverbrauch nachdachte, spielen Energiekosten und Nachhaltigkeit demnach bei Neu- oder Ausbau von Data Centern heutzutage eine immer größere Rolle.

Übersicht über die operativen Kosten deutscher Rechenzentren 2014

Laut DCD Intelligence machten Strom- und Energiekosten 2014 in deutschen Rechenzentren 32 Prozent der operativen Ausgaben aus, dabei ist der Energieverbrauch in Deutschland von 2014 auf 2015 um 3,4 Prozent auf 3.000 Megawatt gestiegen. 

Global stieg der Energieverbrauch mit sechs Prozent allerdings ungleich mehr auf 46 Gigawatt. Damit sind die Energiekosten für knapp 73 Prozent der Rechenzentrumsbetreiber das drängendste Problem für die zukünftige Geschäftstüchtigkeit – noch weit vor dem oft beschworenen Fachkräftemangel (60,5 Prozent) oder Lohnkosten (51 Prozent).

Weltweiter Energieverbrauch der Rechenzentrumsbranche

Kein Wunder also, dass auch Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT bei Rittal, Strom als Kostenfaktor immer wichtiger werden sieht. Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang, mit Unklarheiten rund um den Begriff der CO2-neutralen Rechenzentren aufzuräumen: Nachhaltigkeit lasse sich nur über innovative Kühlmodelle und Data-Center-Designs erreichen, während sich auch die ineffizientesten Rechenzentren mit unnötig hohem Energieverbrauch durch Zertifikatshandel CO2-neutral nennen dürfen.

Von Data-Center- über Facility- bis hin zu Industriemanagement

Als dritter großer Trend der Rechenzentrumsbranche 2015 lässt sich ein Anwachsen der Funktionen moderner DCIM-Tools (Data Center Infrastructure Management) erkennen. Während der Markt derzeit noch immer sehr unübersichtlich ist, rechnet Bernd Hanstein aber mit einer zunehmenden Konsolidierung.

Die DCIM-Software selbst wird dabei mit immer mehr Funktionen versehen und bietet IT-Verantwortlichen immer mehr Daten und Informationen zum Zustand des Rechenzentrums. Für Karin Hernik haben moderne DCIM-Lösungen wie das eigene StruxureWare, für das auf der CeBIT 2015 ein neues Modul zur optimierten Kühlung vorgestellt wurde, inzwischen ein völlig neues Niveau erreicht.

Durch hunderte Sensoren im Data Center lassen sich Wärme-Hotspots zentimetergenau identifizieren, während IT-Abteilungen durch digitales Asset-Management immer genau und in Echtzeit wissen, welche Hardware an welcher Stelle in welchem Rack verbaut ist. So verlieren IT-Mitarbeiter auf der Suche nach der geeigneten Stelle für den Einbau neuen Equipments keine Zeit mehr, weil die DCIM-Software bereits vorab den idealen Ort mit ausreichend Kühlleistung und Netzwerk- sowie Stromversorgung vorschlägt.

Rittal geht sogar noch einen Schritt weiter und skizziert in einem von Bernd Hanstein verfassten White Paper (erhältlich über rittal.com/whitepaper) ein neues Spannungsfeld zwischen IT-Abteilung und Industrieanlagensteuerung. Während DCIM-Software in den vergangenen Jahren die Integration des klassischen Gebäudemanagements in die IT-Abteilung übernommen hat, muss für Rittal in den kommenden Jahren vor allem die Integration industrieller Steuerungsanlagen im Mittelpunkt stehen.

Durch die zunehmende Vernetzung ganzer Wertschöpfungsketten im Zuge von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge werden für die Unternehmens-IT mehr und mehr industrielle Prozesse und Protokolle erschlossen, die bisher alleine der Anlagensteuerung vorbehalten waren

Für IT-Abteilungen entsteht so die grundsätzlich neue Herausforderung, einen wettbewerbsfähigen Umgang mit dieser Fülle an neuen Daten zu ermöglichen. Damit besteht nicht mehr nur eine Wechselbeziehung zwischen Facility-Management und Unternehmens-IT auf der einen Seite, sondern eben auch zwischen IT und industriellen Steuerungsanlagen auf der anderen. Ohne eine flexible und skalierbare Infrastruktur, so Bernd Hanstein, sind diese Herausforderungen nicht zu meistern.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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