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Drei Best-Practice-Tipps, die VDI-Admins kennen sollten

VDI-Umgebungen haben sowohl mit technischen Herausforderungen wie auch mit der Akzeptanz seitens der Nutzer zu kämpfen. Diese Best-Practices sollten VDI-Admins kennen.

In der Anfangszeit von VDI-Deployments (Virtual Desktop Infrastructure) lagen die größten Herausforderungen noch bei Dingen wie der Storage-Kapazität oder der Netzwerkbandbreite. Das Aufkommen konvergenter und hyperkonvergenter Produkte konnte einige dieser Probleme mittlerweile lösen, dafür sehen sich VDI-Admins aber neuen Herausforderungen gegenüber.

Auf der VMworld 2017 in Las Vegas beantwortete ein Panel von VDI-Experten Fragen der Zuhörer über die häufigsten Probleme bei der Desktop-Virtualisierung. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Best-Practice-Tipps aus dem Panel-Vortrag ein.

Braucht man für VDI GPUs?

„Die Antwort auf diese Frage läuft zunehmend auf Ja hinaus“, erklärte Sean Massey, Senior Technical Architect bei Ahead, einem Beratungshaus aus Chicago.

Bisher gab es bei alltäglichen Anwendungsfällen keine große Notwendigkeit für die Ausstattung virtueller Desktops mit GPUs. Falls dies doch durchgeführt wurde, dann war auch die Implementierung und Verwaltung eher schwierig. Laut Massey ändert sich dies aber gerade, vor allem durch vGPUs und der bald möglichen vMotion für GPUs. In Windows 10, so sein weiteres Resümee, profitieren sogar ganz gewöhnliche Anwendungen wie Microsoft Office oder Webbrowser von der Grafikbeschleunigung durch GPUs, und auch die Benutzererfahrung leidet oft ohne den GPU-Einsatz.

Natürlich können die hohen Kosten der GPU-Technologie in VDI-Umgebungen ein Hindernis sein, so Earl Gay, Practice Manager bei RoundTower Technologies, aber da eine flüssige Endanwendererfahrung für VDI eine so wichtige Best-Practice-Empfehlung sei, sollte man hierbei nicht sparen. „VDI ist sowieso nicht gerade billig“, so Gay. „Da fallen die zusätzlichen Kosten für GPUs auch nicht mehr wirklich ins Gewicht, die Vorteile rechtfertigen diese Kosten aber durchaus.“

Welche Probleme drohen beim Einsatz von Desktop as a Service?

Trotz des oft gemachten Versprechens geringerer Kosten gegenüber der klassischen Desktop-Virtualisierung gibt es für Dane Young von Entisys360 bei DaaS-Produkten (Desktop as a Service) viele versteckten Kosten. Daher sei es wichtig, vor der Einführung eines DaaS-Produkts unbedingt die Gesamtkosten der Investition zu betrachten und auf dieser Basis zu entscheiden, ob DaaS letztlich wirklich günstiger ist als VDI.

So würden manche Cloud-Anbieter beispielsweise lediglich sehr grundlegende Desktop-VMs zur Verfügung stellen und fortgeschrittene Aufgaben wie das Image- und Policy-Management oder das Patching auf die IT-Abteilung des Kunden abwälzen, so Young.

Daher ist es für Young sehr wichtig, bereits im Vorfeld zu klären, welche Aufgaben der DaaS-Anbieter übernimmt und welche die eigene IT-Abteilung. Weitere Herausforderungen bei der DaaS-Implementierung liegen für Gay bei der Bereitstellung sehr spezialisierter Applikationen oder dem Support eigener UEM-Tools (User Environment Management). Sind dies wichtige Punkte für ein Unternehmen, sollte nach einer DaaS-Lösung gesucht werden, die entsprechende Funktionen bietet.

Wie stellt man persönliche Nutzereinstellungen zur Verfügung?

Der Schlüssel zur Personalisierung virtueller Desktops liegt für Massey im Identifizieren des Speicherorts der Anwendungseinstellungen. In Standardanwendungen sei es meist kein Problem, diesen Speicherort zu finden, „aber gerade bei Eigenentwicklungen wird dies oft zu einer langwierigen Suche“, so Young.

UEM-Produkte können IT-Abteilungen bei dieser Aufgabe unterstützen, trotzdem bleibt es eine komplexe Herausforderung. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, bei denen oft nur ein einzelner IT-Mitarbeiter für die VDI-Umgebung zuständig ist, haben meist nicht die nötigen Ressourcen, um diese Art Tools bereitzustellen und zu warten. Manchmal, so Gay, sei der operative Aufwand einfach zu groß.

Dabei ist es aber auch wichtig, zu verstehen, welche Erwartungen die Anwender an ihre virtuellen Desktops stellen. Alleine die Möglichkeit, einen individuellen Hintergrund festzulegen, kann schon viel helfen, erklärt Matt Heldstab, Enterprise Systems Engineer des Minnesota State College: „Anwender sind oft schon mit einem VDI-Projekt zufrieden, wenn ihre Katze wie vom physischen Desktop gewohnt als Hintergrundbild erscheint.“

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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