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Die wichtigsten Funktionen eines DCIM-Tools im Data Center

Für viele Unternehmen sind DCIM-Tools nur in wirklich großen Rechenzentren notwendig. Dabei kann DCIM auch in kleinen Data Centern wichtige Funktionen wahrnehmen.

DCIM-Tools (Data Center Infrastructure Management) können sehr hilfreich dabei sein, die unterschiedlichsten Komponenten eines Rechenzentrums zu verwalten, von der Energieversorgung über die Kühlung bis hin zu PUE-Optimierung (Power Usage Effectiveness) oder Asset und Kabel-Management.

Aber sind DCIM-Lösungen wirklich notwendig, um all dies durchführen zu können? In der Industrie hält sich hartnäckig die Ansicht, DCIM wäre nur für wirklich große Data Center notwendig, in denen Mitarbeiter all diese Aufgaben nicht mehr manuell erledigen können.

Tatsächlich hängt die Notwendigkeit von DCIM-Tools vielmehr davon ab, wie das Rechenzentrum betrieben wird, wie wichtig Fragen rund um die Verfügbarkeit sind und um wie viel effizienter der Betrieb mit all den sehr einfach zu erhaltenden Kennzahlen des Rechenzentrums sein könnte.

Jede DCIM-Implementierung kostet Zeit und Geld. Warum also sollten Data-Center-Betreiber die Mühe auf sich nehmen, eine DCIM-Lösung zu integrieren?

Vorbereitung für den Disaster-Fall

Für die meisten Rechenzentrumsbetreiber dürften Vorkehrungen für die Disaster Prevention einer der wichtigsten Gründe sein, einen genaueren Blick auf DCIM-Tools zu werfen. Dies ist oft die direkte Folge eines Vorfalls im eigenen Data Center, der einen Ausfall nach sich zog oder einem zumindest sehr nahe kam.

DCIM-Lösungen bietet eine umfassende Übersicht über die Betriebsvorgänge im Rechenzentrum von einer einheitlichen Verwaltungskonsole aus. Der Zugriff auf alle aktuellen und vergangenen Alarmbenachrichtigungen und automatischen Failover-Vorgänge kann wertvolles Wissen für das Aufrechterhalten der Verfügbarkeit und Service Level Agreements darstellen und im Problemfall eine schnellere Wiederherstellung bedeuten.

Den DCIM-Status im Auge zu behalten gleicht dem Blick auf die Wettervorhersage aus Angst vor möglichen Unwettern. Damit mögen sich Probleme nicht vollständig verhindern lassen, aber die Vorhersage wird dadurch wesentlich besser, was letztendlich auch eine deutlich bessere Vorbereitung auf den Disaster-Fall ermöglicht.

Asset Management

Die Kosten für Server- und Storage-Hardware sowie für Stromversorgung und Kühlung sind hoch, das Budget aber stets begrenzt. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Hardware und Geräte im Unternehmen vorhanden sind, wo genau sie sich befinden und wie ihr Leistungsstand ist. Auf dieser Basis lässt sich das Verhältnis aus Kosten und Performance optimieren. Wenn das Asset Management mit einer statischen Plattform zum Infrastruktur-Management betrieben wird, dann arbeitet man schnell mit irrelevanten und veralteten Informationen.

Dynamisches Asset Management dagegen stellt sicher, dass Änderungen am Hardwarebestand automatisch in der entsprechenden Datenbank aktualisiert werden, damit bleiben die Daten immer aktuell. Wer beispielsweise mit Excel-Tabellen arbeitet, vergisst dabei sehr leicht, auch andere Datenbanken mit zu aktualisieren. Moderne DCIM-Tools sind dagegen in der Lage, Hersteller, Modellnummer, Netzwerk-ID, Konfiguration, Betriebssystemversion, installierte Anwendungen, Kabelverbindungen und physische Werte wie Größe, Gewicht, Stromaufnahme und erwarteten Stromverbrauch dynamisch zu aktualisieren. Damit sind Rechenzentrumsbetreiber sogar in der Lage, den Standort des Gerätes zu speichern und den Stromverbrauch zu überwachen.

Kapazitätsplanung im Data Center verbessern

Sobald man über ein gut funktionierendes Asset Management verfügt, lassen sich auch sehr einfach die Konsequenzen von Änderungen noch vor der Implementierung neuer Hardware untersuchen. So ließe sich etwa vor dem Einbau neuer Serverkomponenten abklären, wie viel Platz im Serverschrank noch verfügbar ist und ob die Energieversorgung und Kühlkapazität ausreicht. Genauso lässt sich aber auch der Kauf überflüssiger Compute- oder Storage-Ressourcen vermeiden, die sowohl Geld als auch Energie verschwenden würden.

Die größte Fehlerquelle sind mittlerweile manuelle Eingriffe, daher kann ein System zur Infrastrukturverwaltung, zum Asset Management und zum Nachverfolgen von Änderungen das Fehlerrisiko deutlich verringern helfen.

Überwachung der Energiekosten

Die Energiekosten beim Betrieb eines Rechenzentrums können die Anschaffungskosten der Hardware leicht übersteigen, vor allem wenn man einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet. Auch wenn es natürlich aus ökologischer Sicht geboten ist, den Energieverbrauch zu senken, so führt letztlich vor allem das Kostenbewusstsein dazu, Rechenzentrumsbetreiber zum Einsparen von Energie zu bewegen. Ein DCIM-Tool kann nicht nur die Leistungsfähigkeit eines Data Centers erhöhen und das Risiko eines Ausfalls minimieren, sondern sammelt auch ausreichend Daten, um den Energieverbrauch damit überwachen und optimieren zu können.

Eines der größten Hindernisse bei der Einführung einer DCIM-Lösung ist oft die Verweigerung der Mitarbeiter, sich gegenüber neuen Methoden zu öffnen. Da kann es schon eine Herausforderung sein, Dinge einfach anders erledigen zu wollen als bisher oder separate Teams wie IT-Abteilung und Gebäude-Management zusammen an einen Tisch zu bringen.

Jeder wird eigene Ansichten darüber haben, was überwacht werden sollte und welche Reports Priorität genießen sollten. Schon diese Debatten können operative und Personalprobleme offenlegen, die DCIM-Tools beilegen können. Tatsächlich kann schon die bloße Existenz einer DCIM-Lösung sowie die abteilungsübergreifende Kommunikation bei der Bereitstellung dazu beitragen, die Kluft zwischen IT- und Gebäude-Management zu überbrücken.

Mit einer gut funktionierenden DCIM-Plattform erhalten beide Abteilungen ein besseres Verständnis davon, welche Daten und Informationen für die jeweils andere wichtig sind. Die Möglichkeit, dass beide Parteien über ein gemeinsames System die jeweils relevanten Daten einsehen können, kann Reaktions- und Wiederherstellungszeiten signifikant verkürzen.

Einführung einer DCIM-Plattform

DCIM-Lösungen können also ein sehr wichtiges Management-Tool für Unternehmen jeder Größe sein. Wie mit jedem anderen IT-Projekt ist die Einführung einer DCIM-Plattform aber zum Scheitern verurteilt, wenn zu große Ziele damit verknüpft sind, unrealistische Erwartungen gehegt werden oder die Vorbereitungszeit zu kurz ist.

Ganz generell dürfte es einige Wochen dauern, ein grundlegendes Startpaket zu installieren, je nach Größe des zu überwachenden Rechenzentrums und der Ausgereiftheit des entsprechenden Produkts. Vor der tatsächlichen Verwendung sollte auf jeden Fall mit einer gewissen Einarbeitungszeit gerechnet werden.

Von den richtigen DCIM-Funktionen kann quasi jedes Rechenzentrum in irgendeiner Art und Weise profitieren. Ohne Monitoring wird es schwer, die gewünschte Verfügbarkeit und Effizienz zu erreichen, weshalb diese Tätigkeiten unabhängig von der konkreten Herangehensweise so oder so zu den täglichen Aufgaben gehören sollten. Ein gut funktionierendes DCIM kann Unternehmen bei diesem Vorhaben sehr weitgehend unterstützen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

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