Die Unterschiede zwischen VMwares Container-Plattformen VIC und Photon Platform

VMware hat gleich zwei Container-Plattformen im Portfolio. Wo liegen die Unterschiede zwischen vSphere Integrated Containers und Photon Platform?

Seit Docker 2013 so einen enormen Hype um die Container-Virtualisierung ausgelöst hat, bemühen sich auch viele...

der großen Virtualisierungs- und Cloud-Unternehmen um einen eigenen Container-Ansatz. Container, so wie Docker die Sache angeht, sind enorm portabel und ermöglichen die extrem einfache Migration von Workloads von einer Plattform auf eine andere – beispielsweise vom Laptop eines Entwicklers auf Test- oder Produktivserver.

Viele Analysten und Marktbeobachter sehen in Container-Technologie eine potenzielle Bedrohung für die herkömmliche Virtualisierung mit virtuellen Maschinen. Container bieten nämlich die Möglichkeit einer höheren Konsolidierung, weil sie viel von dem Overhead eliminieren, der mit virtuellen Maschinen verbunden ist.

Vor allem VMware, immer noch Marktführer beim Thema Virtualisierung, hat dabei viel zu verlieren. VMware sieht dem Treiben rund um die Container-Virtualisierung aber natürlich nicht tatenlos zu und hat im vergangenen Jahr gleich zwei unterschiedliche Container-Plattformen vorgestellt: VMware Photon Platform sowie vSphere Integrated Containers (VIC). Der Unterschied zwischen beiden Plattformen erschließt sich nicht auf den ersten Blick und kann anfangs etwas verwirrend sein.

VMware vSphere Integrated Containers

Für VMware-Administratoren dürfte das Konzept von vSphere Integrated Containers am leichtesten zu verstehen sein. Hierbei können über die gewohnte vSphere-Konsole Container erstellt und verwaltet werden, über die auch herkömmliche virtuelle Maschinen verwaltet werden. Dadurch stellt vSphere Integrated Containers einen idealen Einstiegspunkt für VMware-Kunden dar, die sich noch nicht zu tief mit der Container-Virtualisierung beschäftigt haben und ihre VM-Umgebung dahingehend erweitern wollen.

Das Konzept hinter VIC hat VMware bereits im Juni 2015 als Project Bonneville damals noch als Technology Preview vorgestellt. Die Container werden dabei mithilfe eines Plug-ins über den vSphere Web Client verwaltet. Mit VIC werden die Container innerhalb einer herkömmlichen virtuellen Maschine erstellt, die ein besonders leichtgewichtiges Linux-Betriebssystem ausführt. Ein virtueller Container-Host bietet dann Zugriff auf die Docker-API und stellt Container-Images bereit, die über den Docker Hub heruntergeladen werden können.

Über die Nutzung virtueller Maschinen bietet VMware Integrated Containers Hardwareisolierung für die Container, während trotzdem die gewünschte Portabilität gegeben ist, die Entwickler so an Docker schätzen. Laut VMware eignet sich VIC vor allem für Unternehmen, die bereits vSphere-Umgebungen betreiben und Container parallel zu virtuellen Maschinen einsetzen wollen, und zwar eher in kleinen bis mittleren Umgebungen mit bis zu einigen Hundert Containern. Mit diesem Ansatz können Administratoren relativ leicht die Sicherheit und Kontrollmöglichkeit der Container-Umgebung gewährleisten, während Probleme mit der Migration der Applikationen auf unterschiedliche Plattformen entfallen.

vSphere Integrated Containers ist zwar auf die Nutzung von Docker ausgerichtet, über kurz oder lang dürfte VMware aber auch andere Container-Technologien wie Kubernetes, CoreOS, CloudFoundry oder Mesosphere unterstützen.

VMware Photon Platform

Während vSphere Integrated Containers eine Erweiterung für VMwares bereits vorhandene Management-Plattform darstellt, bietet VMware Photon Platform eine komplett neue Architektur und richtet sich damit primär an Unternehmen, die abseits von vSphere völlig neue Container-Umgebungen aufsetzen wollen. Photon Platform wurde auf der VMworld 2015 vorgestellt und besteht grundlegend aus den zwei Elementen Photon Machine und Photon Controller.

Photon Machine bezeichnet dabei eine besonders leichtgewichtige Container-Laufzeitumgebung, die aus einer Kombination aus einem verschlankten ESXi-Hypervisor und einem speziellen Linux-Betriebssystem hervorgegangen ist. Der Photon Controller wiederum dient als verteilte, mandantenfähige Kontrollschicht, die sowohl Sicherheitsfunktionen und Authentifizierung als auch die Integration mit anderen Container-Management-Frameworks und Schnittstellen sicherstellt. Anders als VIC basiert Photon Platform nicht auf Docker.

Laut VMware geht es bei Photon Platform um Skalierbarkeit und Performance, und weniger um die umfangreichen Management-Funktionen von vSphere wie bei VIC. Damit deutet sich der von VMware angedachte Einsatzzweck der Photon Platform an, die sich zwar für bestimmte Workloads eignet, aber sicherlich nicht für alle. Als abgespeckte ESXi-Version bietet Photon Machine beispielsweise weder Hochverfügbarkeit noch vMotion, wie sie virtuellen Maschinen mit vSphere zur Verfügung stehen. Für traditionelle Applikationen ist dies also sicherlich nicht die richtige Umgebung, gerade Cloud-Anwendungen mit eingebauter Hochverfügbarkeit oder Microservices-Umgebungen profitieren aber enorm von der höheren Effizienz des Container-Ansatzes der Photon Platform.

Photon Controller wurde mittlerweile als Open-Source-Software veröffentlicht, Photon Machine dagegen solle auch weiterhin als proprietäre Software erhalten bleiben.  

VIC oder Photon – welche Plattform ist die richtige?

Auch wenn es wohl noch zu früh ist, ein abschließendes Urteil über die zwei Container-Ansätze von VMware zu fällen, dürfte vSphere Integrated Containers zumindest kurzfristig das größere Potenzial haben, vor allem für Unternehmen, die bereits vSphere-Umgebungen betreiben und erste Schritte mit Containern gehen wollen. Die bequeme Möglichkeit, mit gewohnten und bewährten Tools wie vSphere mit neuer Technologie experimentieren zu können, dürfte einfach zu verlockend sein.

Auch wenn sich VIC gerade nicht für große Container-Umgebungen eignet, kann die unkomplizierte Integration in vSphere eine einfache Möglichkeit sein, Grenzen und Vorteile der Container-Technologie auszutesten. Auf lange Sicht ist es heute aber noch schwer zu sagen, ob VMwares Ansatz der Container-Virtualisierung innerhalb virtueller Maschinen oder ganz generell die Container-Virtualisierung an sich überhaupt halten können, was sie in Sachen Konsolidierung und Agilität versprechen.

VMwares Photon Platform dagegen erfordert eine gänzlich neue Sichtweise auf Applikationen und wie sie entwickelt und bereitgestellt werden. Das heißt aber natürlich nicht, dass dieser Ansatz von Anfang an zum Scheitern verurteilt wäre, ganz im Gegenteil erkennen mehr und mehr Unternehmen den enormen Vorteil von Containern und Microservices. Aber auch wenn die IT-Branche für ihre schnellen Innovationszyklen bekannt ist, die meisten Unternehmen gehen mit neuen Technologien eher skeptisch und vorsichtig um, bevor sie neue Plattformen annehmen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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