Cloud-Strategien zur App-Portabilität zwischen Public, Private und Hybrid Cloud

In der heutigen Zeit ist die Public oder Private Cloud nur der erste Schritt: Was zur umfassenden Cloud-Strategie fehlt, ist die Hybrid Cloud.

Von Skalierbarkeit bis Kosteneffizienz bietet Cloud-Computing Unternehmen zahlreiche Vorteile. Vor allem auch bei...

der Provisionierung neuer Kapazitäten gibt es drei klare Vorteile der Cloud, die IT-Abteilungen nicht mehr missen wollen: die Möglichkeit der bedarfsgerechten Skalierung, die nutzungsabhängige Bezahlung der Ressourcen sowie die Ende-zu-Ende-Automatisierung der Cloud-Services.

Allerdings sind Cloud-Strategien nicht immer leicht umzusetzen. Insbesondere dann nicht, wenn bestehende Cloud-Workloads zwischen Cloud-Anbietern oder Public und Private Clouds transferiert werden sollen. Ein solcher Migrationsvorgang macht viele manuelle Handgriffe nötig, und der Vorgang selbst kann schwierig zu skalieren sein. Wenn eine derartige Migration nicht effizient vorgenommen werden, dann bezahlen Unternehmen fast immer für Cloud-Ressourcen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen.

Das Wichtigste zuerst: Apps in die Cloud migrieren

Bevor Unternehmen in der Lage sind, Workloads zwischen unterschiedlichen Cloud-Plattformen zu verschieben, müssen die lokalen Anwendungen überhaupt erst in die Cloud transferiert werden. Und das ist nicht immer ganz so einfach.

Die Erfahrungen von Girish Juneja, Chief Technology Officer bei Altisource, einem luxemburgischen Anbieter von Hypotheken-, Finanz- und Dienstleistungen für die Immobilienbranche, klingen typisch: Wie bei vielen anderen Unternehmen begann auch bei Altisource der Ausflug in die Cloud vor allem mit Pilotprojekten und unkritischen Anwendungen. Doch diese Strategie wuchs graduell zu einem breiter gefassten Cloud-Engagement.

Das Unternehmen entwickelte seine Cloud-Strategie in eine hybride Richtung mit dem Ziel, Workloads zwischen Public und Private Cloud „per Knopfdruck“ verschieben zu können, beschreibt es Juneja.

Auf der Reise in die Hybrid Cloud stellten sich Altisource aber einige Herausforderungen in den Weg. Die erste bestand darin, dass die lokale Konfiguration statisch definiert war und mit endlichen Ressourcen arbeitete. Um dem beizukommen, wandte sich Altisource der Workload-Automatisierung zu.

„Im ersten Schritt schauten wir uns die Workloads an und stellten sicher, dass wir eine automatisierte Verteilungskonfiguration hatten“, so Juneja. „Wir stellten es so an, dass schlicht alles abstrahiert und an einen beliebigen Ort verschoben werden konnte.“

Juneja empfiehlt drei Vorgehensweisen bei der Cloud-Migration:

  1. Gestalten Sie Ihre Infrastruktur unveränderlich, um sich nicht ständig im Change-Management zu verheddern. Dies beinhaltet die Erstellung unveränderlicher Komponenten wie Basis-Images, Netzwerkkonfigurationen und Softwareabhängigkeiten, statt Konfigurationen zu verändern und Server aufzurüsten, sobald eine Änderung erforderlich wird.
  2. Entwerfen Sie eine App-Blaupause, indem Sie alle Komponenten und eingebetteten Konfigurationsfelder definieren, so dass diese in der Cloud dupliziert werden können.
  3. Bauen Sie von Anfang an auch eine hohe Sicherheit mit ein und stellen Sie die Hochverfügbarkeit sicher.

Durch Ergreifen dieser Maßnahmen konnte Altisource schnell und mit sehr wenigen Pannen Workloads in Amazon Web Services (AWS) und Verizons Public Cloud transferieren. „Wir setzen regelmäßig unseren kompletten Stack von Grund auf sowohl in AWS wie auch in Verizon komplett neu auf – innerhalb weniger Stunden. Vor einigen Monaten war das noch undenkbar“, erklärt Juneja.

Drei Migrationsstrategien in die Cloud

Es gibt drei typische Herangehensweisen für die Migration von Anwendungen in die Cloud, wie Laurent Lachal erklärt, Senior Analyst für Infrastructure Solutions der Londoner Analystenfirma Ovum. Die ersten beiden Herangehensweisen wären „Lift and Shift“ und Refactoring. Die dritte und etwas ausgeklügeltere Möglichkeit besteht in der Erweiterung oder dem Redesign der Anwendungen.

Lift and Shift bedeutet, dass eine Anwendung direkt auf einen Cloud-Host verschoben wird. In vielen Fällen funktioniert dieser Ansatz wunderbar – allerdings nimmt er die von der Cloud gebotenen Vorteile nicht voll in Anspruch. Ein etwas besserer Ansatz ist daher laut Lachal das Refactoring, was mäßige Veränderungen am Anwendungscode nötig macht, um eine weichere Migration zu erreichen. Idealer wäre da schon die Erweiterung der App um umfassend modifizierten Code zur Anpassung an die neue Cloud-Umgebung, oder eben ein komplettes Redesign zum Zweck der Optimierung der Anwendung für die Cloud.

App-Portabilität von der Public zur Private Cloud

Für Unternehmen, die jenseits der Public Cloud in die Hybrid Cloud einsteigen wollen, ist die Fähigkeit zur Workload-Migration zwischen Public- und Private-Cloud-Umgebungen ausschlaggebend.

Um eine möglichst weiche Workload-Migration zwischen Public und Private Clouds zu erreichen, sollten Unternehmen Tools für Cloud-Management und Orchestrierung verwenden, die über eine zentrale Oberfläche die Sichtbarkeit über Konsumentenmodelle hinweg herstellt, erklärt Mark Bowker, Senior Analyst der Enterprise Strategy Group in Milford, Massachuchetts.

Ein häufiger Fehler in Unternehmen sei es ihm zufolge, sich an eine hochgradig virtualisierte Umgebung vor Ort zu gewöhnen und dann zusätzlich eine Public-Cloud-Infrastruktur aufzusetzen, ohne die Konsistenz zwischen den beiden sicherzustellen.

„Das bedeutet im Klartext, dass die Tools nicht beide Umgebungen umfassen, und damit haben sie keine hybride Cloud, sondern eigentlich nur unterschiedliche Konsumentenmodelle“, so Bowker. Die „geheime Zutat“ sei ein Tool zur Cloud-Verwaltung, das mit einer virtuellen Umgebung ausgeliefert wird, so wie VMwares vCloud oder vRealize, ergänzt er.

Dabei sollte die App-Portabilität zwischen Public und Private Cloud nicht allzu schwer zu erreichen sein. Und trotz legitimer Bedenken bezüglich der Abhängigkeit von einem Cloud-Anbieter seien solche Bedenken laut Bowker doch meist übertrieben. In vielen Ebenen kämpft die IT schon seit langer Zeit mit ähnlichen Abhängigkeiten, einige Formen davon – wie etwa die Standardisierung auf ein bestimmtes Betriebssystem – können durchaus hilfreich beim Spagat zwischen Public und Private Cloud sein. Hypervisoren von Anbietern wie VMware und Microsoft helfen dabei, die Virtualisierung über Cloud-Grenzen hinweg zu verwalten.

Chris Riley, DevOps-Analyst bei Fixate, einem auf Content Marketing spezialisierten Unternehmen im kalifornischen Livermore, stimmt zu, dass die größte Herausforderung beim Bewegen von Workloads zwischen Public und Private Clouds die Vereinheitlichung der Plattformtechnologie sei. Demnach sollten Organisationen, die intensiv in VMware investiert haben, die Verwendung von vCloud Air erwägen, da damit der Übergang zwischen Private und Public Cloud nahtloser möglich sei. Ebenso sollten Unternehmen mit Investitionen in Microsofts Hyper-V sich eher Azure für die Public Cloud ansehen.

Ein weiterer Weg, die Workload-Portabilität zwischen Public und Private Cloud zu erhöhen, ist die Nutzung von Containern.

„Wenn ihr gesamter Software-Stack auf Containern beruht, dann können diese zu jeder Zeit überall hinmigriert werden“, so Bowker. Container könnten auch helfen, die Migration zukünftiger Anwendungen in die Cloud zu vereinfachen, da containerbasierte Anwendungen wesentlich einfacher in die Cloud verlagert werden könnten, fügt er hinzu.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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