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AWS, Azure und Google Cloud Platform: RHEL-Support in der Public Cloud

Auch Red Hat Enterprise Linux (RHEL) kann in der Public Cloud ausgeführt werden. Diese Support-Optionen bieten AWS, Google Cloud Platform und Azure.

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) in der Public Cloud ist eine interessante Option, dabei sollte man sich aber über die Unterschiede im Klaren sein, die zwischen Cloud-Plattformen wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud Platform bestehen.

Cloud-Anbieter kaufen RHEL-Lizenzen direkt von Red Hat, um ihren Kunden die Nutzung von Red Hat Enterprise Linux einfacher zu machen. Diese Kunden installieren RHEL normalerweise auch nicht selbst in der Cloud auf IaaS-Instanzen (Infrastructure as a Service), sondern verwenden vorgefertigte Images, die Cloud-Anbieter zur Verfügung stellen.

Für eine bessere Vergleichbarkeit der Support-Optionen für RHEL auf den unterschiedlichen Cloud-Plattformen greifen wir im Folgenden stets auf die gleiche RHEL-Konfiguration zurück: Eine einzelne RHEL-Instanz mit 1 GiB (Gibibyte) RAM, 10 GB Storage und einem CPU-Kern.

RHEL-Support auf der Google Cloud Platform

Das Basis-RHEL-Image der Google Cloud Platform basiert auf RHEL 7.2. In der Region Central US schlägt ein RHEL-Image mit 10 GB Festplattenkapazität mit knapp 70 US-Dollar zu Buche. Damit sind dann bereits die Nutzung der 10 GB Speicherplatz, die Infrastruktur der Google-Cloud sowie die Lizenzkosten für RHEL inbegriffen. Red Hat selbst bietet hierfür keine Support-Option an, aber Google – wenn auch nicht standardmäßig.

Wer einen Testzugang nutzt, der erhält während der Laufzeit des Testzugangs technischen Support, für Support auf Enterprise-Level muss allerdings ein kostenpflichtiges Support-Paket gebucht werden. Google bietet hierfür Silber-, Gold- und Platinum-Pakete, die zwischen 150 und 400 US-Dollar kosten.

Bei kritischen Problemen bietet das Silber-Paket eine versprochene Reaktionszeit von vier Stunden während der üblichen Geschäftszeiten, während das Gold-Paket rund um die Uhr Hilfe innerhalb von nur einer Stunde in Aussicht stellt. Kunden mit Platinum-Support sollen dagegen rund um die Uhr bereits nach 15 Minuten Hilfe erhalten. Telefonische Hilfestellung erhalten allerdings nur Kunden mit Gold- und Platinum-Paket, Kunden mit Silber-Paket oder ohne kostenpflichtigen Support müssen sich mit E-Mail-Antworten begnügen.

Support von Red Hat Enterprise Linux auf Microsoft Azure

Auch Microsoft bietet RHEL 7.2 auf seiner Public-Cloud-Plattform Azure an, aber nur, wenn vorher die Budgetbeschränkung entfernt wird. Wenn Ausgaben-Limits gesetzt sind, kann RHEL auf Azure also nicht verwendet werden. Wer RHEL mit dieser Ausgabenbegrenzung auf Azure bereitstellt, riskiert damit, dass alle derzeit benutzten virtuellen Maschinen angehalten werden.

Wer in der Azure-Region US Central Standard-A1v2-Images verwendet (1 Kern, 2GiB RAM und 10 GB Festplattenspeicher), der zahlt hierfür derzeit etwa zehn US-Cent pro Stunde oder gut 70 US-Dollar pro Monat.

Microsoft bietet zwar auch für Microsoft-fremde Technologien Support, die auf Azure ausgeführt werden, hierfür müssen Kunden aber in ein kostenpflichtiges Support-Paket investieren. Dann bietet Microsoft während der üblichen Geschäftszeiten im Starter-Paket für knapp 30 US-Dollar im Monat, für Rund-um-die-Uhr-Support mit einer Antwortzeit von zwei Stunden werden dagegen bereits 300 US-Dollar pro Monat berechnet.

Support-Optionen für RHEL auf AWS

AWS ist der einzige große Cloud-Anbieter, der RHEL in der neueren Version 7.3 anbietet. Mit AWS lassen sich t2.micro-Instanzen mit einem CPU-Kern und 1 GiB RAM nutzen, was sich auch für den kostenlosen Test-Account von AWS eignet. Die Kosten für die restliche Infrastruktur hängen vom gewünschten Servicemodell ab.

Die meisten Unternehmen dürften On-Demand-Instanzen verwenden, bei denen die Abrechnung auf Stundenbasis erfolgt. Alternativ gibt es natürlich weitere Preismodelle, die eine Instanz günstiger oder teurer machen können. Nutzt man eine t2.micro-Instanz in der AWS-Region Ohio, zahlt man hierfür lediglich etwa 0,07 US-Cent die Stunde im On-Demand-Preismodell. Mit gut 50 US-Dollar im Monat liegt AWS damit deutlich unter den Kosten von Microsoft und Google. Damit dürfte AWS die günstigste Public Cloud sein, auf der RHEL ausgeführt werden kann.

AWS bietet im Rahmen seiner Support-Pläne für Unternehmen auch RHEL-Support. Das Business-Paket, das bei 100 US-Dollar pro Monat beginnt, bietet Rund-um-die-Uhr-Support per Telefon oder E-Mail, je nach Problem auch mit Antwortzeiten unter einer Stunde. Das Enterprise-Paket beginnt bei 15.000 US-Dollar pro Monat und enthält Rund-um-die-Uhr-Support mit einer Antwortzeit von lediglich 15 Minuten.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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