Alberto Masnovo - Fotolia

VMworld 2017: Von der Hybrid Cloud zu Multi-Cloud

Lange versuchte VMware, seine Kunden von der Hybrid Cloud mit vCloud Air zu überzeugen. Mit IBM und AWS wird der Fokus jetzt auf Multi-Cloud-Szenarien ausgerichtet.

Als VMware-Admin hat man es auch nicht leicht: Da versucht einem VMware jahrelang die Hybrid Cloud mit lokaler vSphere-Umgebung und Erweiterung zu vCloud Air schmackhaft zu machen, nur um das eigene vCloud-Air-Business dann doch etwas stiefmütterlich an OVH zu verkaufen und mit den Partnerschaften mit IBM und vor allem AWS die Multi-Cloud-Ära auszurufen.

Immerhin, so das Versprechen von VMware, sollen die gewohnten Verwaltungswerkzeuge rund um vCenter und vRealize auch in diesen Multi-Cloud-Umgebungen funktionieren. Rund um die VMworld 2017 in Las Vegas und wenig später in Barcelona wurden trotzdem einige neue Cloud-Services vorgestellt, die die Verwaltung entsprechender Multi-Clouds noch einfacher machen sollen.

VMware Cloud on AWS in USA verfügbar

Auf der VMworld 2017 in Las Vegas verkündeten VMware und AWS die Verfügbarkeit von VMware Cloud on AWS, dem Ergebnis der bereits vor einem Jahr angekündigten Partnerschaft zwischen VMware und AWS. Dabei wird der VMware-Stack von vSphere und ESXi bis hin zu vSAN, NSX und vCenter auf Bare-Metal-Systemen in AWS bereitgestellt. VMware-Administratoren können ihre lokale vSphere-Umgebungen so daher mit vergleichsweise wenig Aufwand in die AWS-Cloud erweitern und per vCenter verwalten.

Durch die sowohl im lokalen Rechenzentrum als auch in der AWS-Cloud gleiche Infrastrukturschicht („Cross-Cloud Architecture“ der „VMware Cloud Foundation“) verspricht VMware eine vollständige Workload-Portabilität, durch die Applikationen problemlos und richtliniengesteuert zwischen lokaler VMware-Umgebung und AWS verschoben werden können.

VMware Cloud on AWS ist anfänglich lediglich in der AWS-Region US West (Oregon) verfügbar, der Service kann aber weltweit in Anspruch genommen werden – wenn man mögliche Latenzen und die USA als Speicherort in Kauf nimmt. 2018 planen VMware und AWS dann auch die Verfügbarkeit in weiteren AWS-Regionen.

IBM erster HCX-konformer VMware-Partner

Der zweite große Public-Cloud-Partner von VMware hört auf den Namen IBM und stand ebenfalls im Zentrum der Ankündigungen rund um die VMworld 2017. Wie bei der AWS-Partnerschaft geht es VMware bei der vertieften Kooperation mit IBM vor allem darum, VMware-Kunden einen möglichst einfachen Weg zur Migration von On-Premises-Anwendungen in die Cloud zu ermöglichen.

Als eine der wichtigsten Neuerungen unterstützt IBM daher VMware HCX, eine Art neuer Standard, der die Interoperabilität zwischen lokalen VMware-Umgebungen und VMware-basierten Cloud-Umgebungen sicherstellen soll. Auch hierbei kommt es wieder maßgeblich auf den gleichen Infrastruktur-Unterbau auf Basis der  VMware Cloud Foundation an, der die entsprechende Workload-Portabilität sicherstellt. Anders als bei VMware Cloud on AWS kümmert sich beim IBM-Angebot allerdings nicht VMware um die VMware-Infrastruktur, sondern IBM. Damit ist in diesem Fall also auch eine Vertragsbeziehung mit IBM nötig.

Die VMware HCX-Technologie soll zukünftig auf weitere Cloud-Partner im vCloud Air Network ausgeweitet werden, daher wurde auf der VMworld Europe in Barcelona das neue VMware-Zertifikat VMware Cloud Verified vorgestellt, das IBM bereits erhalten hat und mit dem VMware-Kunden zukünftig HCX-konforme Cloud-Anbieter erkennen sollen.

Neue SaaS-Dienste zur Multi-Cloud-Verwaltung

Während der Europa-Ableger der VMworld in Barcelona vor allem im Zeichen der AWS- und IBM-Partnerschaft stand, überraschte VMware bereits zuvor auf der US-VMworld in Las Vegas mit der Ankündigung verschiedener Cloud-Services als SaaS-Dienst (Software as a Service), die unterschiedlichste Funktionen für eine leichtere Verwaltung von Multi-Cloud-Umgebungen bieten.

VMware AppDefense soll Anwendungen über eine tief integrierte Security-Lösung schützen und klinkt sich hierfür in vSphere ein. Anstatt alle möglichen Angriffe abwehren zu wollen, so verschiedene VMware-Sprecher während der VMworld, gehe es mit AppDefense vielmehr darum, vorab als gut definierte Systemzustände einzuhalten.

VMware Cost Insight dient der Überwachung und Optimierung von Kosten in Private- und Public-Cloud-Umgebungen. Zudem ermöglicht Cost Insight Showback- und Chargeback-Szenarien.

VMware Discovery ist ein automatischer Inventarisierungsdienst der mehr Einblick in vorhandene Cloud-Umgebungen bieten soll. VMware Discovery überwacht bei Bedarf auch mehrere Nutzerkonten über unterschiedliche Cloud-Umgebungen hinweg und soll zum Beispiel bei der Eindämmung von Schatten-IT helfen.

VMware Network Insight stellt VMware-Anwendern Analytics-Services speziell auf Netzwerkebene für Public Clouds zur Verfügung. Damit will VMware Traffic-Analysen genauso vereinfachen wie die NSX-Administration.

VMware NSX Cloud schließlich holt die Netzwerkvirtualisierung per NSX in die Public Cloud und bietet Anwendungen so auch über unterschiedliche Clouds hinweg eine konsistente Netzwerkschicht inklusive einer einzelnen Management-Konsole und einheitlichen APIs. Auch die Mikro-Segmentierung über NSX ist über VMware NSX Cloud verfügbar.

Wavefront by VMware stellt VMware-Kunden eine Monitoring- und Analytics-Plattform zur Verfügung, die sich speziell an Cloud-Native-Anwendungen richtet.

Bei diesen Cloud-Services handelt es sich laut VMware lediglich um eine erste Gruppe zunächst verfügbarer Dienste, weitere Services sollen kontinuierlich hinzukommen. Auch VMware wählt also, ganz ähnlich wie Citrix mit dem Analytics Service, den Weg über Cloud-Services, um schwindende Lizenzgebühren für On-Premises-Produkte durch Abonnement-Gebühren von Cloud-Diensten aufzufangen.

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