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Lumogon und Cloud Discovery: Puppet erweitert Produktportfolio

Puppet auf dem Weg zu neuen Märkten: Neben der IT-Verwaltung will Puppet mit Lumogon und Cloud Discovery jetzt auch im Monitoring-Bereich punkten.

Puppet ist vor allem als Tool zur automatisierten Systemverwaltung bekannt und als kostenfreie Open-Source-Lösung sowie als kommerzielle Enterprise-Version mit umfangreichem Support erhältlich. Puppet gehört zu den deklarativen Tools zur Konfigurationsverwaltung.

Neben umfangreichen Versionsupdates sowohl für Puppet als auch für Puppet Enterprise wurden jetzt auch neue Produktlinien vorgestellt, die mit neuen Geschäftsfelder neue Zielgruppen jenseits der reinen IT-Automatisierung ansprechen sollen.

Puppet Cloud Discovery: Einblick in die AWS-Cloud

Bevor man etwas verwalten und automatisieren kann, so Gareth Rushgrove, Senior Software Engineer bei Puppet Labs, muss man die entsprechende Umgebung zunächst vollständig verstehen. In diesem Sinne ist das neue Puppet-Produkt Cloud Discovery der eigentlichen IT-Automatisierung gewissermaßen vorgelagert und liefert tiefe Einblicke in die Cloud-Infrastruktur von AWS.

Dabei war es auch bisher bereits möglich, Puppet-Agents auf EC2-Instanzen (Amazon Elastic Compute Cloud) zu installieren, die AWS-Umgebung so zu verwalten und damit Informationen über die Infrastruktur zu beziehen. Puppet Cloud Discovery baut demgegenüber gerade nicht auf Puppet auf, sondern funktioniert als SaaS-Anwendung (Software as a Service) vollkommen unabhängig von bestehenden Puppet-Bereitstellungen.

Derzeit befindet sich Puppet Cloud Discovery noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und soll Ende Mai 2017 über eine geschlossene Beta erhältlich werden. Damit, so Gareth Rushgrove weiter, wolle man zunächst die Nachfrage und Kunden-Feedback abwarten, bevor über mögliche weitere Funktionen entschieden werde. Die Integration in bestehende Puppet-Umgebungen sei aber durchaus angedacht. Cloud Discovery liefert nicht nur Informationen über EC2-Instanzen, sondern auch über die darauf ausgeführten Workloads und stellt diese über ein Dashboard zur Verfügung.

Puppet Cloud Discovery
Dashboard von Puppet Cloud Discovery

Puppet Cloud Discovery ist ein eigenständiges Produkt und soll unabhängig von bisherigen Geschäftsbeziehungen zu Puppet vertrieben werden. Damit adressiert Puppet mit dem kostenpflichtigen Cloud Discovery gezielt auch Kunden, die lediglich die kostenfreie Open-Source-Version nutzen oder noch gar keine Berührungspunkte mit Puppet haben.   

Lumogon liefert Container-Metadaten

In die gleiche Richtung bewegt sich Puppet mit Lumogon, einem ebenfalls neuen, ebenfalls separat vom Automatisierungs-Tool Puppet vermarkteten neuen Produkt, das tiefere Einblicke in Container-Umgebungen liefern soll. Bei tausenden Containern, die innerhalb kürzester Zeit neu aufgesetzt werden und oft nur eine kurze Zeit bestehen, sind Metadaten dieser Container enorm wichtig für das Management der gesamten Container-Umgebung.

Mit Lumogon bewegt sich Puppet zukünftig also im sehr dynamischen Markt des Container-Monitorings, in dem beispielsweise auch Unternehmen wie Sysdig oder CoreOS mit Quay aktiv sind. Auf lange Sicht gibt sich Puppet wenig bescheiden und will Lumogon als Standard für Metadaten-Reports in Container-Umgebungen etablieren.

Dabei sollen die von Lumogon gesammelten Metadaten Informationen vom verwendeten Betriebssystem bis hin zu möglichen Systemabhängigkeiten bieten und zum Beispiel auch bei Audit- oder Compliance-Fragen Antworten liefern. Wie Cloud Discovery ist auch Lumogon ein Webservice, die erstellten Metadaten-Berichte sind also zentral über eine Weboberfläche erreichbar.

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Lumogon adressiert in der Anfangsphase zunächst ausschließlich Docker, hierzu wird das Tool auf dem Container-Host ausgeführt und der Docker-Runtime zugewiesen. Anschließend untersucht Lumogon den Namespace jedes laufenden Containers und sammelt Metadaten der Container und Images, inklusive installierter Softwarepakete oder Host-Informationen.  

In späteren Produktversionen ist laut Gareth Rushgrove auch die Unterstützung alternativer Runtimes wie etwa CoreOS rkt denkbar. Später sollen selbst Tools zum Cluster-Management wie Kubernetes oder Mesos in den Blick rücken, deren Container-Metadaten dann ebenfalls in Lumogon einfließen könnten.

Heutige IT-Umgebungen werden zunehmend heterogener, mit Lumogon und Cloud Discovery reagiert Puppet laut Gareth Rushgrove auf diesen Trend und will Unternehmen mit neuen Tools die Möglichkeit bieten, die richtigen Informationen zur Verwaltung und Automatisierung entsprechend hybrider IT-Landschaften zu finden.

Puppet 5 Platform und 2017.2 Enterprise

Neben völlig neuen Produkten hat Puppet aber auch maßgebliche Updates von Puppet Enterprise sowie der Open-Source-Version von Puppet veröffentlicht. Zu den wichtigsten neuen Funktionen in Puppet Enterprise 2017.2 gehört für Gareth Rushgrove die Package Inspection – nicht zu verwechseln mit der Security-Technologie Deep Packet Inspection, die auf Netzwerkebene nach Schadcode sucht.

Package Inspection in Puppet Enterprise hilft vielmehr bei der Suche und Katalogisierung verwalteter oder nichtverwalteter Softwarepakete. Die Funktion kann ohne Änderung auf den mit Puppet verwalteten Server-Nodes aktiviert werden und liefert anschließend über das Dashboard von Puppet Enterprise eine grafische Übersicht über dort vorhandenen App-Pakete.

Puppet Enterprise 2017.2
Package Inspection in Puppet Enterprise 2017.2.

Neu ist hier auch die Möglichkeit, Puppet-Befehle direkt über das Dashboard auszuführen, ohne direkten Puppet-Code schreiben zu müssen. Hierfür gibt es den neuen Bereich Jobs, der eine Liste aller kürzlich ausgeführten Puppet-Jobs auflistet. Im Hintergrund greift das Dashboard hierfür auf die Orchestrator-API zurück. Neue Puppet-Befehle können mit wenigen Klicks in der grafischen Benutzeroberfläche angelegt und ausgeführt werden.

Die wichtigste Neuerung für das Open-Source-Puppet besteht in der Bündelung der bisher separat zu installierenden Komponenten Puppet Agent, Puppet Server und PuppetDB. Gareth Rushgrove begründet diesen Schritt mit dem jetzt einfacheren Installations- und Bereitstellungsprozess. Während es früher Sache der Anwender war, die einzelnen Komponenten herunterzuladen, zu installieren und zu konfigurieren, steht jetzt ein validierter, integrierter und getesteter Puppet-Stack zur Verfügung, der zukünftig als Puppet 5 Platform vermarktet wird.

Mit einem neuen Puppet-AMI (Amazon Machine Image) für AWS will Puppet seinen Kunden zudem mehr Flexibilität bei der Nutzung von Puppet geben. Damit bietet Puppet erstmals die Möglichkeit, die Enterprise-Version seines Management-Tools bedarfsgerecht im Pay-as-you-go-Modell zu nutzen. Anders als bei bisherigen Bereitstellungsmodellen erfolgt die Abrechnung mit dem neuen AMI direkt über Amazon, Puppet selbst tritt also nicht als Rechnungssteller in Erscheinung. Wie in der Cloud üblich kann Puppet Enterprise auf diesem Weg mit stundengenauer Abrechnung genutzt werden.

Vor allem für Puppet-Kunden, die sowieso bereits ihre AWS-Umgebung mit Puppet Enterprise verwalten, dürfte dies eine interessante Möglichkeit darstellen, die Lizenzkosten flexibel dem eigenen Bedarf anzupassen. Das neue Puppet Enterprise AMI steht ab sofort im AWS Marketplace zur Verfügung.

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