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Raus aus dem Cloud-Business: VMware verkauft vCloud Air an Cloud-Hoster OVH

VMwares Public Cloud vCloud Air besteht seit 2013. Nachdem der große Erfolg bis heute ausblieb, erfolgt jetzt der Verkauf an den Cloud-Hoster OVH.

Per Pressemitteilung von OVH und Blog-Post von VMware haben beide Unternehmen die Absicht bekanntgegeben, das Cloud-Geschäft von VMware mit vCloud Air an OVH zu verkaufen. VMware- CEO Pat Gelsinger bezeichnete den Verkauf als „nächsten Schritt in der Evolution von vCloud Air“ sowie als „positiv für unsere [also: VMwares] Kunden und Partner.“

Durch den Verkauf von vCloud Air an den langjährigen VMware-Partner und Cloud-Anbieter OVH erhielten VMware-Kunden, so Pat Gelsinger weiter, Zugriff auf die globalen Ressourcen von OVH, während sie trotzdem weiter auf die SDDC-Technologie (Software-defined Data Center) von VMware bauen könnten. Gleichzeitig verpflichtet sich VMware, für vCloud Air Powered by OVH, so der zukünftige Produktname, auch weiterhin seine Cross-Cloud-Architektur und Hybrid-Cloud-Produkte zur Verfügung zu stellen.

Bei all der Schönfärberei seitens Pat Gelsinger kann man den Verkauf von vCloud Air aber durchaus auch als Schlussstrich unter einen keineswegs ausschließlich positiven Geschäftsbereich betrachten. Immerhin ist es ein offenes Geheimnis, dass VMware im Bereich der Public Cloud nie wirklich gegen die große Konkurrenz aus Microsoft Azure, Amazon Web Services, Google Cloud Platform oder IBM SoftLayer ankam.

vCloud Air: Kein Erfolg im IaaS-Geschäft

Aufgrund der immer größeren Bedeutung von Hybrid- und Public-Cloud-Modellen suchte VMware mit vCloud Air lange vergeblich, seine Gelddruckmaschine lokaler vSphere-Lizenzen in die Cloud auszuweiten, machte dabei aber offensichtlich den Fehler, sich mit eigenen Rechenzentren auch um die Infrastrukturebene (Infrastructure as a Service) kümmern zu müssen.

Zuletzt machte VMware dann konsequenterweise vor allem im Zusammenhang mit eigentlich konkurrierenden Cloud-Plattformen auf sich aufmerksam, beispielsweise dem Cross-Cloud-Angebot VMware Cloud on AWS oder der neuen DaaS-Plattform (Desktop as a Service) Horizon Cloud, die vCloud Air Hybrid Mode ablöst und damit gleich auch die zugrundeliegende Cloud-Plattform vCloud Air gegen IBM SoftLayer austauschte.

Schon seit Monaten schwächt VMware damit seine eigene Public Cloud vCloud Air, verpflichtete sich auf Nachfrage aber wiederholt auch dem eigenen vCloud-Air-Angebot. Allen Beteuerungen zum Trotz erfolgt nun also der Verkauf an OVH, der noch im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen sein soll. Letztendlich vollzieht VMware damit den sich schon seit längerem andeutenden Wandel weg von der Bereitstellung von Infrastrukturdiensten, die jetzt Partner wie eben AWS oder IBM übernehmen, hin zur Service-Bereitstellung auf einer höheren Ebene des Software-Stacks.

In einem eigenen Blog-Beitrag skizziert Allwyn Sequeira, Senior Vice President und General Manager bei VMware für vCloud Air, zukünftig drei Szenarien, die vCloud Air auch unter OVH-Flagge bieten werde: Cloud-Disaster-Recovery, Cloud-Bursting sowie die Bereitstellung vollständiger vSphere-Umgebungen in der Public Cloud. Wie Partner des vCloud Air Networks zukünftig in dieses Bild passen, dürfte eine der spannendsten Fragen rund um den Verkauf von vCloud Air sein. Immerhin besitzt mit OVH zukünftig selbst einer der bisherigen vCloud-Air-Partner die Cloud-Plattform.

OVH bezeichnet sich als einen der größten Cloud-Anbieter der Welt und kommt laut eigenen Angaben auf mehr als eine Million Kunden mit mehr als 260.000 Server. Gleichzeitig ist OVH auch ein langjähriger VMware-Partner, dabei auch Mitglied im vCloud Air Network und bietet in dieser Funktion auch jetzt bereits Services auf Basis von vCloud Air an. OVH hatte erst am 23. Februar 2017 den Kauf zweier neuer Rechenzentren in den USA bekanntgegeben, wodurch sich die Anzahl insgesamt verfügbarer Data Center auf weltweit 23 erhöhte. Damit werden elf Länder auf vier Kontinenten abgedeckt. Mit dem Kauf von vCloud Air kommen elf weitere Rechenzentren in den USA, Großbritannien, Deutschland, Japan und Australien dazu.

Finanzielle Details des vCloud-Air-Verkaufs wurden von beiden Unternehmen nicht bekannt gegeben.

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