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VMware Horizon 7.1 ermöglicht Instant Cloning für RDSH-basierte Anwendungen

Ein Jahr nach Horizon 7 folgt mit Horizon 7.1 das erste Versionsupdate. Damit wird das Instant Cloning jetzt auf RDSH-basierte Apps ausgeweitet.

VMware Horizon 7 wurde Anfang Februar 2016 vorgestellt und brachte nach der letzten Runderneuerung von Horizon 6 im April 2014 wichtige Neuerungen wie das neue Remote-Protokoll Blast Extreme, die Just-in-Time-Bereitstellung virtueller Desktops, den Horizon Air Hybride Mode sowie App Volumes 3.0.

Per Blog-Beitrag kündigte VMware nun einen kleinen Versionssprung auf VMware Horizon 7.1 an, der neben Verbesserungen bei Blast Extreme und der Umbenennung des Horizon Air Hybride Mode vor allem die Möglichkeit zur Just-in-Time-Bereitstellung von RDSH-basierten Anwendungen ermöglicht.

JMP – Neue Management-Plattform zur Just-in-Time-Bereitstellung

Mit Horizon 7 wurde die Just-in-Time-Bereitstellung virtueller Desktops eingeführt, die auf der Instant-Clone-Technologie in vSphere 6 basiert. Dabei werden neue virtuelle Maschinen als Kopien einer vorhanden virtuellen Maschine erstellt, genauer gesagt auf Basis eines Snapshots. Diese Child-VMs übernehmen alle Disk- und RAM-Inhalte der Parent-VM, die durch den Betrieb der Child-VM entstehenden Abweichungen von der Parent-VM werden in einer separaten Datei gespeichert. Per Instant Cloning können virtuelle Maschinen also enorm schnell gestartet und aktualisiert werden, der größte Vorteil der JIT-Bereitstellung liegt daher in der schnellen Skalierbarkeit und beim einfachen Patching und Aktualisieren.

Als Verwaltungsschicht für JIT-Bereitstellungen wurde jetzt mit Horizon 7.1 die Just-in-Time Management Platform (JMP, gesprochen wie das englische „Jump“) eingeführt, die Instant Cloning für die Desktop-Bereitstellung, App Volumes für die Anwendungsbereitstellung per App Layering und den User Environment Manager sowohl für die Profilverwaltung als auch für kontextbezogene Policy-Konfigurationen bündelt.

Das wirklich Neue an JIT, JMP und Instant Cloning ist allerdings die Tatsache, dass mit Horizon 7.1 auch das Instant Cloning RDSH-basierter (Remote Desktop Session Host) Anwendungen möglich wird.

Horizon Apps ermöglichen Instant Cloning für RDHS-Anwendungen

Laut VMware stößt die JIT-Bereitstellung virtueller Desktops seit der Einführung von Horizon 7 auf rege Nachfrage, was vielen Kunden aber bislang fehle sei die Möglichkeit zum Instant Cloning RDSH-basierter Anwendungen. Diese Nachfrage will VMware durch ein neues Horizon-Produkt in Horizon 7.1 befriedigen, den neuen Horizon Apps.

Horizon Apps wird demnach auch einzeln erhältlich sein und die Just-in-Time-Bereitstellung von RDSH-Anwendungen über VMware Horizon ermöglichen. Dabei wird nur die höherwertigere Lizenz Horizon Apps Advanced über die vollen JMP-Funktionen Instant Cloning und App Volumes verfügen, Horizon Apps Standard dagegen wird diese JMP-Komponenten nicht enthalten.

Nachdem bereits VMware Horizon 6 RDSH-Bereitstellungen integrierte, füllt VMware mit Horizon 7.1 jetzt eine der wenigen noch offensichtlichen Lücken im VDI-Portfolio (Virtual Desktop Infrastructure) und positioniert Horizon Apps als direktes Konkurrenzangebot zu Citrix XenApp/Citrix Provisioning Services. Damit bietet jetzt auch VMware ein spezielles Tool für die Anwendungsbereitstellung.

Horizon Apps Standard ermöglicht die Bereitstellung RDSH-basierter Anwendungen und wird für 125 US-Dollar als Named-User-Lizenz oder für 200 US-Dollar als Concurrent-User-Lizenz erhältlich sein. Horizon Apps Advanced bietet zusätzlich zum User Environment Manager auch Instant Cloning und App Volumes und wird für 200 US-Dollar (Named-User-Lizenz) beziehungsweise für 325 US-Dollar (Concurrent User) erhältlich sein.

Horizon Cloud löst Horizon Air und Horizon Air Hybride Mode ab

Neben den Neuerungen rund um JMP und Horizon Apps vollzieht VMware mit Horizon 7.1 einmal mehr eine Namensänderung in seinem VDI-Produktportfolio. Die mit Horizon 7 als Horizon Air und Horizon Air Hybrid Mode eingeführte DaaS-Bereitstellung (Desktop as a Service) wird jetzt mit Horizon Clouds wieder unter einem Produktnamen vereint.

Auch Horizon Cloud bietet also virtuelle Desktops als Cloud-Service, allerdings nicht mehr in VMwares eigener Cloud vCloud Air gehostet, sondern jetzt neu über IBM SoftLayer. Alternativ kann wie bisher im Hybride Mode auch lediglich die Verwaltung der Desktops in der Cloud erfolgen, während das Hosten der Desktops auf eigener Hardware erfolgt. VMware nennt hierbei zertifizierte Anbieter hyper-konvergenter Infrastrukturlösungen wie Dell/EMC, QCT oder auch HDS.

Weitere Artikel zu VMware Horizon 7:

Horizon 7 und Horizon Client 4: Neue Funktionen für virtuelle Desktops

Drei Vorteile lokal ausgeführter VDI-Desktops mit Horizon 7

Blast Extreme und Linux-Desktops profitieren von Horizon 7.0.1/7.0.2

Horizon Cloud kann wie bisher auch Horizon Air/Horizon Air Hybride Mode in VMware Workspace ONE integriert werden, VMwares Lösung zum Worspace-Management. Neu ist dagegen die Option zur Bereitstellung virtueller Desktops mit vGPU-Unterstützung auf Basis von NVIDIA GRID, worum sich auf Hardwareseite jetzt IBM mit SoftLayer und nicht mehr VMware mit vCloud Air kümmern muss. Auch Horizon Cloud nutzt zudem die vollen JMP-Funktionen, was mit Horizon 7.1 jetzt auch das Instant Cloning cloudbasierter Desktops mit NVIDIA GRID vGPUs möglich macht.

Im Zuge des kleinen Versionssprungs auf Horizon 7.1 profitiert Horizon Cloud auch von den BEAT-Verbesserungen (Blast Extreme Adaptive Transport), die VMware an seinem neuen Remote-Protokoll vorgenommen hat.

Blast, Blast Extreme und BEAT: Verbesserungen am Remote-Protokoll

Das mit Horizon 7 als neu eingeführte Remote-Protokoll Blast Extreme geht in gewisser Weise auf das ältere Blast-Protokoll zurück, mit Horizon 7.1 stellt VMware jetzt mit BEAT einen weiteren Produktnamen vor, der auf Blast Extreme Adaptive Transport zurückzuführen ist.

Das ältere Blast-Protokoll war rein TCP-basiert, erst Blast Extreme konnte schließlich sowohl TCP wie auch UDP als Kommunikationsweg nutzen – genauso wie das seit längerem von VMware lizenzierte PCoIP. Blast Extreme nähert sich im Funktionsumfang immer weiter PCoIP an, bietet gegenüber dem Teradici-Protokoll aber den Vorteil der H.264-Unterstützung, was vor allem bei geringen Bandbreiten und mobilen Datenverbindungen einen großen Performance-Vorteil bringt.

Zudem sind die meisten mobilen Endgeräte von Haus mit H.264 kompatibel und das Media-Processing mit H.264 kann an (sofern vorhanden) NVIDIA-GRID-Karten ausgelagert werden, was die Rechenarbeit des Clients reduziert.

BEAT soll ohne manuelle Eingriffe automatisch in Horizon 7.1 zur Verfügung stehen und stellt eine neue Übertragungsmöglichkeit per UDP dar. Durch adaptive Algorithmen soll sich BEAT dynamisch dem Netzwerkverkehr anpassen, zudem will VMware neue Package-Loss-Verfahren integriert haben, was die Übertragungsgeschwindigkeiten gegenüber Blast Extreme noch einmal deutlich verbessert haben soll.

Horizon 7.1 bringt Tech-Preview von Skype for Business

Horizon 7.1 bringt schließlich auch die auf der VMworld 2016 vorgestellte optimierte Integration von Skype vor Business, allerdings zunächst als Tech-Preview und auch lediglich für Windows-Clients. Dabei wird die direkte Client-zu-Client-Kommunikation als virtueller Kommunikationskanal aufgebaut, wodurch das Media-Processing auf die Endpunkte übertragen wird und nicht mehr über die virtuellen Maschinen erfolgt.

Horizon 7.1 sowie Horizon Cloud und Horizon Apps sollen ab April 2017 verfügbar sein.

Nachtrag vom 9. Februar 2017: Laut Dominic Schmidt-Rieche, Director End User Computing bei VMware Deutschland, geht es bei Horizon Cloud vor allem um eine neue Wahlmöglichkeit für VMware-Kunden, die jetzt ihre DaaS-Bereitstellungen mit VMware Horizon auch über IBM SoftLayer realisieren können. Nach wie vor soll es aber auch möglich bleiben, cloudbasierte Desktops über vCloud Air bereitzustellen und auch die Produkte Horizon Air und Horizon Air Hybrid Mode sollen neben Horizon Cloud weiterbestehen.

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