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vCSA, VUM und VIC: vSphere 6.5 kommt Ende 2016 und bringt zahlreiche Neuerungen

Auf der VMworld Europe 2016 wurde vSphere 6.5 mit zahlreichen neuen Funktionen offiziell vorgestellt. Die Veröffentlichung soll noch 2016 folgen.

VMware vSphere 6.5 befindet sich seit einigen Monaten in der Beta-Phase, auf der VMworld Europe 2016 in Barcelona wurde jetzt die allgemeine Verfügbarkeit noch für das vierte Quartal 2016 angekündigt. Nach einem kleineren Funktionsupdate Ende 2015 erfährt VMwares Virtualisierungsplattform damit sein erstes größeres Versionsupdate seit der Veröffentlichung von vSphere 6.0 im Februar 2015.

Ray O´Farrell, Executive Vice President und CTO bei VMware, stellte vSphere 6.5 in der Keynote am zweiten Tag der VMworld Europe 2016 vor und betonte dabei vor allem drei Bereiche, die gegenüber vSphere 6.0 verbessert wurden: Erstens die Verwaltbarkeit und Nutzererfahrung, vor allem durch Verbesserungen der vCenter Server Appliance (vCSA), zweitens die höhere Sicherheit durch Secure Boot und VM-Verschlüsselung und drittens die Integration von vSphere Integrated Containers (VIC).

vCenter 6.5 bringt neue Funktionen für die Linux-Appliance

Den Umgang mit vSphere 6.5 und vCenter Server 6.5 soll dabei vor allem der neue HTML5-Client verbessern, der bereits seit einigen Monaten als Fling getestet werden kann und mit vSphere 6.5 das Standard-Tool zur vSphere-Verwaltung wird. Der C#-basierte Desktop-Client wird von VMware ab vSphere 6.5 nicht mehr unterstützt, da der neue HTML5-Client aber noch nicht alle Funktionen des Flash-basierten Web Clients bietet, wird parallel auch der Web Client vorerst weiter bestehen bleiben.

Neben dem vSphere-Client hat VMware mit vSphere 6.5 vor allem auch der vCenter Server Appliance eine umfassende Frischzellenkur verpasst. Bisher gab es sowohl für die Bereitstellung von vCenter als Windows-Installation wie auch als Linux-Appliance gute Gründe, zukünftig dürfte das Pendel aber deutlich in Richtung vCSA ausschlagen.

So wird der vSphere Update Manager (VUM) mit vCenter 6.5 standardmäßig in die Linux-Appliance integriert. VUM erfordert eine Windows-Instanz, wer vCenter also als Linux-Appliance bereitstellen wollte, der musste für den vSphere Update Manager bisher trotzdem noch eine Windows-Maschine lizenzieren und warten. Mit der Integration von VUM in die vCenter Server Appliance fällt diese Voraussetzung jetzt weg, was letztlich zu einer vereinfachten VMware-Umgebung führt.

Welch großen Stellenwert die Linux-Appliance für VMware hat zeigt auch das neue vCenter Server Appliance Migration Tool, mit dem sich bestehende Windows-Bereitstellungen von vCenter zur vCenter Server Appliance migrieren lassen. Unterstützt werden hierbei vCenter 5.5 und 6.0, die damit direkt auf vCSA 6.5 migriert werden können. Neben der VUM-Integration hat die vCenter Server Appliance aber auch native HA-Funktionen (High Availability) erhalten, wodurch somit auch VUM profitiert, der nicht mehr separat abgesichert werden muss.

Die neuen Hochverfügbarkeitsfunktionen bauen auf aktive, passive und Zeugen-Server von vCenter auf, die vom ursprünglichen vCenter Server geklont werden und nativ in vCenter integrierte Failover-Szenarien ermöglichen. Auf Basis dieser HA-Funktionen wurde in vCSA auch das neue Predictive HA implementiert, über das sich vCenter in bestehende Monitoring-Lösungen einklinken kann, um die Umgebung beispielsweise anhand von Lüfter- oder Temperatur-Daten zu überwachen und gegebenenfalls bereits vor einem Server-Ausfall automatisch reagieren zu können.

Sobald vCenter anhand dieser Daten problematische Hosts entdeckt hat, werden diese proaktiv in den neuen Quarantäne-Modus versetzt, woraufhin dem entsprechenden Host per Distributed Resource Scheduler (DRS) keine neuen virtuellen Maschinen mehr zugewiesen werden und je nach verfügbaren Kapazitäten der Umgebung sogar vorhandene VMs abgezogen werden. Alternativ lässt sich Proactive HA auch so konfigurieren, dass kritische Hosts direkt in den Wartungsmodus versetzt werden.

Secure Boot und VM-Verschlüsselung für mehr Sicherheit

In Sachen IT-Security setzt VMware mit vSphere 6.5 vor allem auf Secure Boot und VM-Verschlüsselung. Ab Version 6.5 bietet vSphere damit die Möglichkeit, Secure Boot für ESXi-Hosts zu aktivieren. Damit validiert die UEFI-Firmware die digitale Signatur des ESXi-Kernels gegenüber einem Zertifikat der UEFI-Firmware, wodurch beispielsweise ein nicht-signierter Kernel gar nicht erst gebootet werden kann, was die Sicherheit der gesamten Umgebung erhöht. Secure Boot wird in vSphere 6.5 sowohl für Windows- als auch für Linux-VMs unterstützt.

Die Verschlüsselung virtueller Maschinen setzt auf Hypervisor-Ebene an und erfolgt noch im Kernel, sobald I/O-Operationen der VM empfangen werden. Da die VM-Verschlüsselung eben gerade nicht auf Ebene der virtuellen Maschinen durchgeführt wird, spielt das innerhalb der VM verwendete Betriebssystem laut VMware für die Verschlüsselung keine Rolle. Gastbetriebssystem und Datastore der VMs sind hierfür also von keiner Bedeutung.

Für das Schlüssel-Management kommt KMIP in Version 1.1 zum Einsatz, wobei vCenter zum KMIP-Client wird, der mit unterschiedlichen Key-Managern zusammenarbeitet. Die VM-Schlüssel selbst werden also nicht in vCenter gespeichert, als Verschlüsselungs-Algorithmus wird AES-NI verwendet. Zusätzlich zu dieser Verschlüsselung „at-rest“ stellt die neue Encrypted vMotion auch die Verschlüsselung „in-motion“ sicher. Dabei wird allerdings nicht der Netzwerkverkehr verschlüsselt, sondern erneut die virtuelle Maschine, sobald die Migration eingeleitet wird.

vSphere 6.5 – Plattform für Legacy- und Cloud-Applikationen

VMware positioniert vSphere 6.5 noch mehr als vSphere 6 als universelle Plattform für alle Arten von Workloads und Applikationen, egal ob Hadoop, Spark, Machine Learning, HPC oder Cloud-Apps, geht es nach VMware, dann sollen Unternehmen zukünftige keinen Grund mehr haben, im eigenen Rechenzentrum auf andere Plattformen zu setzen.

Hierfür wird mit vSphere 6.5 jetzt auch die bisher lediglich als Technology Preview verfügbare Container-Plattform vSphere Integrated Containers (VIC) in integriert. VIC wurde im Juni 2015 als Project Bonneville vorgestellt und war bisher lediglich als Technology Preview erhältlich, wird zukünftig aber regulärer Bestandteil von vSphere.

vSphere 6.5 enthält laut VMware mehrere Hundert kleinere Verbesserungen und Bugfixes sowie zahlreiche neue Funktionen, die wichtige Kritikpunkte wie den unbeliebten Web Client adressieren und sinnvolle Weiterentwicklungen wie die verbesserte vCenter Server Appliance integrieren.

vSphere 6.5 stellt damit eine wichtige Weiterentwicklung von VMwares Virtualisierungsplattform dar und dürfte es nicht schwer haben, seine dominierende Marktposition zu behaupten. Als Grundlage der Cloud Foundation, so zumindest der Plan seitens VMware, soll vSphere 6.5 dann auch in der Cloud an die On-Premise-Erfolge anknüpfen.

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