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Cross-Cloud Architecture und Cloud Foundation: VMwares neue Cloud-Strategie

Cloud Foundation und Cross-Cloud Architecture läuten einen Wechsel in VMwares Cloud-Strategie ein. vCloud Air rückt damit in den Hintergrund.

Auf der gerade in Las Vegas stattfindenden VMworld 2016 hat VMware mit Cloud Foundation und Cross-Cloud Architecture zwei neue Produkte vorgestellt, mit denen VMware seinen Fokus auf die Hybrid Cloud noch einmal verstärkt. Dabei lohnt sich im Zusammenhang mit neu angekündigten Produkten manchmal durchaus auch der Blick in die Vergangenheit.

Schon auf der VMworld 2014 hatte VMware nämlich das Konzeptpaar EVO:RAIL und EVO:RACK vorgestellt. Während die hyperkonvergente Appliance EVO:RAIL aufgrund verschiedenster Probleme gescheitert ist, hielt VMware am Rack-scale-Konzept EVO:RACK fest und benannte die Lösung zum Produktstart in EVO SDDC um.

Inzwischen gibt es mit EMCs VxRack-System auch tatsächlich eine erhältliche hyperkonvergente Lösung auf Basis von VMware EVO SDDC.

VMware Cloud Foundation – alter Wein in neuen Schläuchen?

Interessant ist der Blick zurück ins Jahr 2014 nun vor allem deshalb, weil die von VMware jetzt als neu vorgestellte Cloud Foundation damit eigentlich auf ein recht altes Konzept zurückgeht. VMware Cloud Foundation wurde auf der VMworld 2016 als hyperkonvergente Lösung vorgestellt, die neben vSphere und vSAN jetzt erstmals auch die Netzwerkvirtualisierung per VMware NSX bündelt.

Genau das hatte VMware aber auch bereits mit EVO SDDC versprochen. Und auch der mit VMware Cloud Foundation vorgestellte SDDC Manager zum Lifecycle-Management von Hardware und Applikationen findet seine Entsprechung im EVO SDDC Manager. Neben der Bereitstellungsmöglichkeit über EMC VxRack gibt es laut VMware aber auch die Möglichkeit, vSAN Ready Nodes mit validierten Netzwerk-Switches zu verwenden, um auf dieser Basis VMware Cloud Foundation (hauptsächlich also den SDDC Manager) als reine Softwarelösung zu installieren.

Während weder VMware EVO SDDC/EMC VxRack noch vSAN Ready Nodes neu sind, bietet VMware Cloud Foundation mit der Public Cloud aber eine wichtige dritte Bereitstellungsmöglichkeit. Zum Release von Cloud Foundation soll es damit möglich sein, VMwares SDDC-Lösung (Software-defined Data Center) auch als Service aus der IBM-Cloud (VMware Cloud Foundation on IBM Cloud Offering) zu beziehen. Damit stünde VMware-Kunden die Möglichkeit für kohärente Public-, Private- und Hybrid-Cloud-Bereitstellungen zur Verfügung. Weitere Cloud-Anbieter sollen später folgen.

VMware Cloud Foundation soll genauso wie das von IBM gehostete Angebot noch im dritten Quartal 2016 erhältlich sein.

Cross-Cloud Architecture zum Hybrid-Cloud-Management

Die mehr oder weniger neue Cloud Foundation bezeichnet also die Hardware als dem Wortsinn nach „Fundament“ für VMwares neue Hybrid-Cloud-Pläne. Auf einer höheren Ebene gliedert sich die Cloud Foundation dann in die auf der VMworld 2016 ebenfalls als neu vorgestellte Cross-Cloud Architecture ein, mit der VMware ein wesentlich vereinfachteres Management von Applikationen über Hybrid-, Public- und Multi-Clouds verspricht.

So bindet die Cross-Cloud Architecture zum Beispiel so unterschiedliche Public Clouds wie VMware vCloud Air, AWS, Microsoft Azure oder auch die Google Cloud Platform ein. Auch hier vertraut VMware aber vor allem auf die bewährten Management-Funktionen seiner vRealize-Plattform zum Management von Hybrid Clouds, die bereits in der Vergangenheit kontinuierlich ausgeweitet wurden. Tatsächlich neu sind hier aber die Cross-Cloud Services, die als Technical Preview vorgestellt wurden und eine einfachere Verwaltung von Multi-Cloud-Umgebungen ermöglichen sollen.

Die neuen Cross-Cloud Services gliedern sich in die drei Bereiche Discovery and Analytics für Bereitstellung und Governance von Public-Cloud-Anwendungen, Compliance and Security zur Mikro-Segmentierung und Absicherung von Applikationen über Cloud-Umgebungen hinweg und in Deployment and Migration zum Management von Cross-Cloud-Anwendungen.

Neue Cloud-Strategie abseits von vCloud Air?

EVO SDDC, vSAN Ready Nodes und vRealize Suite – abseits der neuen Marketing-Begriffe brachte der erste Tag der VMworld 2016 also kaum Neues. Während bisher aber vor allem die eigene Cloud vCloud Air im Zentrum von VMwares Hybrid-Cloud-Pläne stand, öffnet sich VMware jetzt sehr viel stärker auch anderen Cloud-Plattformen.

Ganz freiwillig geht das mit vSphere und Private-Cloud-Umgebungen groß gewordene Unternehmen diesen Schritt sicherlich nicht, allerdings führt für Unternehmen zukünftig kaum mehr ein Weg an hybriden Infrastrukturen vorbei, was langfristig die Umsatzchancen für vSphere schmälert und gleichzeitig ein enormes Marktpotenzial für Multi-Cloud-Management-Tools bedeutet.

Zudem würde das weitere Beharren auf vCloud Air als bevorzugt behandelte Cloud-Plattform schlicht an der Realität vorbeigehen, in der die mit Abstand größten drei Cloud-Anbieter Microsoft, Amazon und Google heißen.

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