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VMware verabschiedet sich endgültig vom vSphere Desktop Client

Das Ende war absehbar: Mit der nächsten vSphere-Version verabschiedet sich VMware zugunsten von HTML5 von Desktop und Web Client.

Die Geschichte des aktuellen Desktop Client für vSphere reicht weit zurück und lässt sich im Grunde bis zum VirtualCenter Client im Jahre 2003 zurückverfolgen, der mit VirtualCenter 1.0 veröffentlicht wurde. Seit vSphere 4.0 im Jahre 2009 läuft der Client schließlich unter der auch heute noch aktuellen Bezeichnung Desktop Client beziehungsweise Windows Client. Mit der nächsten vSphere-Version, so VMware in einem Blog-Beitrag, wird nun allerdings das endgültige Aus des Desktop Client eingeläutet.

Der Desktop Client ist in der .NET-Sprache C# geschrieben und damit eine native Windows-Applikation, die sich nicht auf Linux oder Mac OS nutzen lässt. In vielen VMware-Umgebungen musste daher lange Zeit nur für die vSphere-Verwaltung Windows installiert werden.

Gleichzeitig stieg in den vergangenen Jahren die Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder auch Chromebooks, auf denen der Desktop Client ebenfalls nicht lauffähig ist. VMware antwortete auf diese Probleme einerseits mit der vCMA-Appliance (vCenter Mobile Access), andererseits mit einem ersten Web Client.

vCMA und Web Client als Alternative

Die vCMA-Appliance wurde 2011 vorgestellt und dient als Bindeglied zwischen mobilen Endgeräten und vCenter Server. Letztlich erhöht sich auf diese Weise aber die Komplexität sowohl bei IT-Abteilungen als auch bei VMware selbst, da nun zwei Management-Tools integriert und gewartet werden müssen. Mit vSphere 5.1 kam schließlich 2012 eine weitere Management-Alternative hinzu, der vSphere Web Client.

Der Web Client war VMwares erster Versuch, eine einheitliche, webbasierte Oberfläche zur vSphere-Verwaltung bereitzustellen, traf aber auf Seiten der VMware-Community auf wenig Gegenliebe. Da der Web Client auf Flash basiert, ist er längst nicht auf allen gängigen Endgeräten nutzbar, zudem litt er zumindest in frühen Versionen unter Performance-Problemen und Funktionseinschränkungen. VMware-Administratoren hatten damit bisher grundsätzlich die Wahl zwischen Windows oder Flash – und entschieden sich zum großen Teil für Windows.

Neuer vSphere Client basiert auf HTML5

Für VMware muss das Ziel aber letztendlich ein einheitlicher Client für die vSphere-Verwaltung sein, unabhängig vom verwendeten Endgerät. Der Weg dahin führt über HTML5. Bereits im März 2016 hat VMware einen neuen vSphere Client auf Basis von HTML5 und Javascript als Fling vorgestellt, der bereits aber der nächsten vSphere-Version das alleinige Management-Tool werden soll und damit Web Client und Desktop Client gleichermaßen ablösen wird. Für vSphere 5.5 und vSphere 6.0 soll sich gemäß den aktuellen Support-Zeiträumen aber nichts ändern.

Benutzeroberfläche und Benutzerführung des neuen vSphere Client sollen sich an den bisherigen Web Client anlehnen. Bestehende Plug-ins müssen, sofern sie nicht bereits auf HTML5 basieren, bis dahin angepasst werden. Wann die nächste vSphere-Version erscheint verrät VMware derzeit noch nicht, die kommende VMworld Ende August 2016 wäre hierfür aber die ideale Gelegenheit.

Benutzeroberfläche des HTML5-basierten vSphere Client
Benutzeroberfläche des neuen vSphere Client.

Laut VMware wird der HTML5-basierte vSphere Client als Fling bereits in vielen Produktivumgebungen genutzt. Mit der nächsten vSphere-Version dürften VMware-Admins dann wohl keine große Wahl mehr haben.

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