reborn55 - Fotolia

VMware Horizon 7 erhält neues Remote-Protokoll Blast Extreme und Hybrid-Mode

Horizon 7 soll noch im ersten Quartal 2016 erscheinen. Das Versionsupdate bietet u.a. ein neues Remote-Protokoll und einen Hybrid-Mode.

VMwares VDI-Plattform (Virtual Desktop Infrastructure) Horizon wurde zuletzt im April 2014 mit Version 6 einer Runderneuerung unterzogen, fast genau zwei Jahre später sieht VMware jetzt die Zeit gekommen, den nächsten großen Versionssprung auf Horizon 7 durchzuführen.

Gegenüber den Vorgängerversionen bietet Horizon 7 zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen, die drei wichtigsten neuen Funktionen sind aber das neue Remote-Protokoll Blast Extrem, die Möglichkeit zur Just-in-Time-Bereitstellung virtueller Desktops sowie der neue Hybrid-Mode für VMware Horizon Air. Die technologische Basis für viele dieser Neuerungen ist dabei das ebenfalls neue AppVolumes 3.0.

Neues Remote-Protokoll Blast Extreme

Bisher waren virtuelle Desktops und Anwendungen meist in eher statischen VDI-Umgebungen zum Einsatz gekommen, immer öfter werden jetzt aber auch mobile Clients außerhalb bandbreitenstarker Firmennetzwerke genutzt. Citrix hat auf diesen Trend mit der Integration der zugekauften Framehawk-Technologie in das Anzeigenprotokoll HDX reagiert, einen ähnlichen Weg geht jetzt auch VMware mit dem neuen Remote-Protokoll Blast Extreme.

Den Vergleich zwischen Framehawk und Blast Extreme sieht VMware zwar aufgrund der technischen Unterschiede nicht so gerne, letztendlich soll Blast Extreme aber doch die gleiche Funktion erfüllen: auch bei langsamen Datenverbindungen einen performanten Zugriff auf virtuelle Applikationen sicherstellen.

Blast Extreme unterstützt alle Endgeräte, die mit dem weit verbreiteten Video-Codec H.264 umgehen können und nutzt zur Datenübertragung wahlweise UDP oder TCP. Derzeit müssen sich Horizon-Admins noch zwischen Blast Extreme und PCoIP entscheiden, laut VMware sei für die Zukunft aber die Möglichkeit eines dynamischen Wechsels zwischen beiden Remote-Protokollen geplant. Dann würden Anwender im Firmennetzwerk PCoIP nutzen und beim Wechsel beispielsweise in ein 3G-Netz automatisch auf Blast Extreme umgestellt werden.

Blast Extreme ist auch bereits kompatibel zur NVIDIA-GRID-Technologie, wodurch Grafikberechnungen von der CPU zur GPU verschoben werden können. Dies führt laut VMware und NVIDIA durch die CPU-Entlastung zu einer höheren Leistung und niedrigeren Latenz und soll pro VDI-Server bis zu 18 Prozent mehr Nutzer ermöglichen.

Just-in-Time-Bereitstellung virtueller Desktops

Auf Basis von VMwares Instant-Clone-Technologie bietet Horizon 7 die Möglichkeit zur Just-in-Time-Bereitstellung virtueller Desktops. Hierbei werden von einer laufenden virtuellen Maschine Instant Clones geklont, sogenannte Child VMs, die den Anwendern dann je nach Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Diese Child VMs greifen für Leseoperationen auf Arbeitsspeicher und Data Store der ursprünglichen Parent VM zu, was das Klonen oder Forken so enorm beschleunigt. Lediglich Abweichungen von der Parent VM werden von der Child VM dann selbst geschrieben.

VMware nutzt über die Just-in-Time-Bereitstellung den Sicherheitsvorteil non-persistenter virtueller Desktops, die nach jeder Sitzung gelöscht werden und so das Risiko einer Malware-Infektion der VDI-Umgebung deutlich senken helfen. Um Nutzern trotzdem die Vorzüge persistenter Desktops bieten zu können, werden Applikationen, Anwenderdaten und Nutzerkonfigurationen über VMware App Volumes und den User Environment Manager verwaltet und jedem Just-in-Time-Desktop vor der Übergabe an den jeweiligen Nutzer übermittelt.

VMware Horizon Air Hybrid-Mode

Mit Horizon 7 erhält VMwares DaaS-Dienst (Desktop as a Service) zudem einen neuen Hybrid-Mode, der physische hyper-konvergente Appliances und vSAN Ready Nodes mit einer cloudbasierten Konsole kombiniert, um letztendlich sowohl lokal bereitgestellte Desktops als auch cloudbasierte Desktops effizienter verwalten zu können.

Während hierzu die von VMware Cloud Control Plane genannte Management-Schicht in der Public Cloud vCloud Air liegt, verbinden sogenannte Horizon Nodes die physische Infrastruktur mit der Management-Konsole in der Cloud. Desktop-Administratoren sollen so ein einziges Management-Tool zur Bereitstellung und Verwaltung sowohl cloudbasierter virtueller Desktops als auch lokal bereitgestellter virtueller Desktops erhalten.

Ebenfalls neu: App Volumes 3.0

App Volumes ist VMwares zentrales Tool zu Management und Bereitstellung virtueller Anwendungen für VMware Horizon, Citrix XenDesktop und XenApp oder RDSH-Umgebungen (Remote Desktop Session Host). In der neuen Version 3 hat App Volumes einige neue Funktionen erhalten, die vor allem auch VMware Horizon 7 zugutekommen.

AppToggle beispielsweise ermöglicht die Bereitstellung unterschiedlicher Anwendungen aus einem gemeinsamen App-Stack (Paket verschiedener Applikationen) je nach Nutzerberechtigung. Mit einem App-Stack können also unterschiedliche Nutzer-Typen bedient werden, wodurch insgesamt weniger App-Stacks verwaltet werden müssen und weniger Speicherplatz notwendig ist.

Multizones wiederum geben Administratoren die Möglichkeit an die Hand, die Verfügbarkeit der AppStacks durch Replikation auf vCenter-Instanzen zu erhöhen, während eine laut VMware komplett neue Management-Architektur die Verwaltung von Anwendungen als auch von Nutzerumgebungen über ein einheitliches Tool ermöglicht.

Sowohl Horizon 7 als auch App Volumes 3 sollen noch im ersten Quartal 2016 jeweils in den drei Editionen Standard, Advanced und Enterprise erhältlich sein. Horizon 7 ist zudem Teil der Enterprise-Edition von VMware Workspace ONE, VMwares neuer Management-Plattform zur Bereitstellung, Verwaltung und Absicherung digitaler Arbeitsplätze.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Server-Konsolidierung mit Virtualisierung

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close