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Parallels RAS 15: Mit Kostenvorteil und neuen Funktionen gegen VMware und Citrix

Parallels VDI-Tool RAS hat in der neuen Version 15 zahlreiche Verbesserungen erhalten. Wie schlägt sich RAS 15 gegenüber VMware und Citrix?

Parallels ist vor allem für seine Endanwender-Software Parallels Desktop zur Windows-Bereitstellung auf Macintosh-Rechnern bekannt, bietet seit der Übernahme von 2X Software im Februar 2015 aber auch ein VDI-Tool (Virtual Desktop Infrastructure) für Enterprise-Umgebungen: den Remote Application Server, kurz RAS. Ab sofort steht RAS in Version 15 zur Verfügung, die gegenüber der Vorgängerversion einige kleinere Verbesserungen bringt.

Parallels Remot Application Server setzt auf Microsofts Remote Desktop Protocol (RDP), um vollständige Desktop-Umgebungen oder einzelne Applikationen über Terminaldienste oder virtualisiert auf Basis von Hyper-V, XenServer oder ESXi bereitzustellen. Mit Blick auf die großen Konkurrenten VMware (mit Horizon) und Citrix (mit XenDesktop und XenApp) verweist Parallels auf die nach eigenen Angaben wesentlich einfachere Installation und Konfiguration des Remote Application Server, zudem biete dieser von Haus aus bereits alle für Enterprise-Umgebungen benötigten Funktionen wie Hochverfügbarkeit, Reporting oder Load Balancing, die bei anderen Produkten kostenpflichtig dazugekauft werden müssten.

Horizon View und XenApp – Kostenvorteil für Parallels RAS?

Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von Parallels RAS liegt für John Uppendahl, Vice President Communications bei Parallels, aber in den niedrigen Kosten: „Der Bedarf nach kostengünstigen Remote-Desktop-Lösung ist definitiv da, der größte Vorteil von Parallels RAS ist daher der hohe ROI.“

Laut einem Rechenbeispiel von Parallels lassen sich in einem Unternehmen mit 1.000 Nutzern durch Einsatz von Parallels RAS gegenüber VMware Horizon und Citrix XenApp 70 beziehungsweise 57 Prozent der Initialkosten einsparen. Dem Listenpreis von 170.000 US-Dollar für Parallels RAS stellt John Uppendahl so die wesentlich höheren Kosten von 573.000 US-Dollar für VMware Horizon Enterprise und 400.000 US-Dollar für Citrix XenApp gegenüber.

In ähnlicher Weise sollen sich durch geringere Support-, Trainings- und Wartungskosten auch bei den laufenden jährlichen Ausgaben entsprechende Kostenvorteile realisieren lassen.

Neue Funktionen von Parallels RAS 15

Parallels RAS 15 bietet zahlreiche neue Funktionen und Verbesserungen, die jede für sich genommen wenig spektakulär wirken, zusammen aber für eine deutlich bessere Nutzererfahrung sowohl für Anwender als auch für Administratoren sorgen.

So unterstützt der neue HTML5-Client jetzt beispielsweise das Kopieren von Text und Passwörtern zwischen unterschiedlichen Anwendungen, während der Client für Chrome OS Microsoft die Nutzung von RemoteFX und das Umleiten von Peripheriegeräten ermöglicht, was die Bereitstellung von Highend-Grafikanwendungen ermöglichen soll. Obwohl Microsofts RemoteFX-Protokoll prinzipiell durchaus mit NVIDIAs vGPU-Technologie GRID zusammenarbeitet, ist eine Unterstützung von NVIDIA GRID in Parallels RAS laut Parallels derzeit nicht geplant.

Der Bedarf nach kostengünstigen Remote-Desktop-Lösung ist definitiv da.
John Uppendahl, Vice President Communications bei Parallels

Administratoren profitieren mit Parallels RAS auch von der automatischen Windows-Server-Konfiguration samt Anwendungsbereitstellung und Client-Konfiguration. Zudem ermöglicht RAS 15 die Nutzung von mehr virtuellen Ressourcen, was die nahtlose Bereitstellung von URL-und Intranet-Diensten, zentralisierten Laufwerken, Desktops und Anwendungen ermöglichen soll.

Mit RAS 15 hat Parallels aber auch die Sicherheit seines VDI-Tools verbessert und unterstützt jetzt zum Beispiel die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit RADIUS, SafeNet oder DeepNet. Zudem erhalten Sicherheitsabteilungen eine breitere Auswahl an Security-Richtlinien bei der Konfiguration von Windows-, Mac - und Linux-Clients, um den Zugriff auf Daten und Anwendungen besser abzusichern.

RAS 15 als Alternative zu Horizon View und XenDesktop?

Parallels positioniert RAS 15 als kostengünstige Alternative zu VMware Horizon und Citrix XenDesktop/XenApp und verspricht neben Kosteneinsparungen gegenüber Konkurrenzprodukten vor allem auch ein leichteres Management und die schnellere Bereitstellung von RAS-Umgebungen.

Im Vergleich zu den umfassenderen und damit wohl auch komplexeren VMware- und Citrix-Tools ist aber zu bedenken, dass sich die Auswahl der mit dem Parallels Remote Application Server bereitzustellenden Desktops und Applikationen auf Windows als Plattform beschränkt. Linux-Desktops oder –Apps können damit also nicht ausgerollt werden.

Der überwiegende Teil an VDI-Workloads dürfte zwar fast ausschließlich Windows-Anwendungen betreffen, die virtualisiert an verschiedene Clients ausgeliefert werden. Sowohl Citrix als auch VMware bieten inzwischen aber die Möglichkeit, über ihre VDI-Tools auch Linux-Applikationen bereitzustellen und erschließen sich damit potenzielle neue Anwender.

Auch wenn die Nachfrage in dieser Nische noch recht gering sein mag, zeigt die Unterstützung seitens Citrix und VMware doch, dass zumindest diese beiden Unternehmen zukünftig an ein deutliches Wachstum glauben. Zusammen mit der fehlenden NVIDIA-GRID-Unterstützung richtet sich Parallels RAS also vor allem an den Mainstream-Markt grafisch weniger anspruchsvoller Windows-Anwendungen. Citrix und VMware decken demgegenüber auch Spezialfälle wie die Bereitstellung von grafikintensiven Workloads oder von Linux-Applikationen ab.

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