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Die Data-Center-Trends 2016 von Emerson und IDC

Was erwartet die Rechenzentrumsbranche im Jahr 2016? IDC und Emerson Network Power zeigen, mit welchen Trends Data-Center-Betreiber rechnen müssen.

Dieser Artikel behandelt

Data-Center-Design

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Das Jahresende naht und die Data-Center-Branche blickt wieder in die Zukunft: Hyper-converged IT, Hybrid Cloud oder Green IT, was erwartet Rechenzentrumsbetreiber im Jahre 2016? Welche Technologie ist im Kommen und worauf sollte man in den nächsten Monaten achten?

Abseits von Software- und Virtualisierungs-Trends wie Docker und OpenStack, die beide 2016 sicherlich ebenfalls deutlich an Fahrt aufnehmen werden, haben IDC und Emerson Network Power einen Blick auf Infrastruktur- und Design-Themen geworfen und unabhängig voneinander Data-Center-Trends für das kommende Jahr 2016 vorgestellt.

IDC-Trends: Hyper-konvergenz, Pay-as-You-Use und Hyperscale

Die Marktforscher von IDC werfen in ihrem Ausblick zwar gleich einen Blick auf die nächsten zwei bis drei Jahre, mit hyper-konvergenter IT, Pay-as-You-Use-Bezahlmodellen und Hyperscale-Rechenzentren identifiziert IDC aber immerhin drei Trends, die noch im Jahr 2016 relevant werden sollen.

Die zunehmende Bedeutung von nutzungsabhängigen Bezahlmodellen geht dabei auf die immer stärkere Verbreitung von Cloud-Infrastrukturen zurück. Bis Ende 2016 sollen bereits 50 Prozent aller Unternehmen für ihre größeren IT- und Data-Center-Investitionen Service-basierte Bezahlmodelle bevorzugen, die wie in der Cloud üblich lediglich die auch tatsächlich genutzten Ressourcen berechnen.

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Das Aufkommen hyper-konvergenter Infrastrukturlösungen dürfte spätestens seit diesem Jahr kaum mehr überraschen. Mit Nutanix und SimpliVity gibt es zwar schon seit einigen Jahren entsprechende Produkte, erst die EVO:RAIL-Ankündigung durch VMware hat dem Markt Ende 2014 aber eine Art Initialzündung gegeben. Entsprechend hatte IDC bereits im April 2015 mit einem Anwachsen des Marktes auf mehr als 800 Millionen US-Dollar bis Ende 2015 gerechnet – da kann das Jahr 2016 also jetzt kommen.

Hyperscale-Rechenzentren sieht IDC strenggenommen eher als Trend für 2017, der Ursprung soll aber noch deutlich im ausklingenden Jahr Ende 2016 liegen. Ursache hierfür ist erneut die zunehmende Cloud-Nutzung, die zu immer größeren und auch zu immer mehr Data Centern in Hyperscale-Größe führt. Emerson Network Power sieht hier einen ergänzenden Trend der Mikro-Rechenzentren, die großen Hyperscale-Data-Centern zukünftig zur Seite stehen werden.

Emerson-Trends: komatöse Server, IoT und Green IT

Demnach sollen laut Emersons Data-Center-Trends große Hyperscale-Rechenzentren auch zukünftig die Hauptlast der benötigten Computing-Kapazität schultern, aber immer mehr durch verteilte Mikro-Rechenzentren entlastet werden. Hierdurch sollen Inhalte und Anwendungen mit niedriger Latenz besser ausgeliefert werden können oder die Logik für IoT-Netzwerke (Internet of Things) bereitstellt werden.

Das Thema Internet der Dinge sieht Emerson als Trend für 2016 zunehmend auch ins Rechenzentrum einziehen, wenn es um das Management der unterschiedlichsten Infrastrukturkomponenten geht. Durch unterschiedliche Protokolle wie IPMI, SNMP oder Mod Bus sieht Emerson eine Kommunikationslücke entstehen, die durch eine übergreifende IoT-Sprache wie Redfish geschlossen werden soll. Allerdings kann man Emerson ein gewisses Eigeninteresse an dieser Vorhersage kaum absprechen, immerhin steht neben Intel, HP und Dell auch Emerson hinter der Open-Systems-Spezifikation Redfish.

Fragen der Energieeffizienz im Data Center beschäftigen die Branche bereits seit längerem, für Emerson ist das Thema Green IT entsprechend einer der großen Trends für 2016. Vor allem die EU-Energieeffizienzrichtlinie mit den teils verpflichtenden Maßnahmen zur 20-prozentigen Energieeinsparung bis 2020 soll diese Entwicklung wesentlich vorantreiben. Der Druck auf Unternehmen wird also wachsen, und zwar laut Emerson nicht nur, was CO2-Ausstoß, Nutzung alternativer Energiequellen und Entsorgung von Altgeräten für die eigene Infrastruktur betrifft, sondern zunehmend auch für Technologieentscheidungen in Bezug auf Colocation- und Cloud-Anbieter.

Einen weiteren Trend sieht Emerson im Primat der Architektur über einzelne Technologien. Demnach soll das Gesamtkonzept der IT-Architektur zukünftig mehr Bedeutung haben also einzelne Systemkomponenten. Zu guter Letzt erwartet auch Emerson einen Bedeutungszuwachs der Hybrid Cloud – mit überraschenden Konsequenzen: Die zunehmende Komplexität hybrider Infrastrukturen soll letztlich nicht zur Serverkonsolidierung, sondern vielmehr zu einer geringeren Serverauslastung führen. Ganze 30 Prozent aller physischen Server seien derzeit „komatös“ und damit seit mindestens sechs Monaten nicht mehr genutzt worden, zitiert Emerson eine Anthesis-Studie.

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