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HPE Discover: HP Enterprise verstärkt Produktportfolio rund um die Hybrid Cloud

Auch für HP Enterprise stehen die Zeichen auf Hybrid Cloud. Mit neuen Produkten und Microsoft als Partner forciert HPE seine strategische Ausrichtung.

Die Hybrid Cloud liegt derzeit groß im Trend, immerhin verspricht sie die Vorteile von Skalierbarkeit und Flexibilität der Public Cloud mit den regulatorischen und rechtlichen Vorteilen der Private Cloud zu verbinden. Auch HP Enterprise bewegt sich stark in diese Richtung und hat auf seiner Hausmesse HPE Discover 2015 in London verschiedene Produkte rund um die Hybrid Cloud vorgestellt.

Den Part der Public Cloud soll  durch eine enge Kooperation mit Microsoft zukünftig bevorzugt Microsoft Azure übernehmen, zum Management der Public-Cloud-Ressourcen wurde der neue Cloud Service Broker vorgestellt und HPE Synergy soll das neue Rückgrat der Private Cloud werden.

HPE Synergy als Software-definierte Private Cloud

Mit HPE Synergy verspricht HP Enterprise eine „bahnbrechend neue Architektur“, mit der sich über flexibel anpassbare Hardwarepools Software-definiert je nach Bedarf passgenau die richtigen Ressourcen für verschiedenste Workloads zusammenstellen lassen sollen. Auf Hardwareseite kommen hierfür sogenannte Frames zum Einsatz, die Compute- und Storage-Ressourcen sowie Netzwerkinfrastruktur beherbergen und den Platzbedarf eines Viertel Rack beanspruchen.

Server und SSDs/HDDs können dabei fast nach Belieben im Frame verteilt werden, zusätzlich zu Storage- und Compute-Infrastruktur enthält jeder Frame sowohl einen Image-Streamer sowie einen Composer – erst damit erhalten die Synergy-Systeme die Flexibilität und Funktionalität, die sie laut HP Enterprise so einzigartig machen.

Je vier Frames passen in ein Rack, bei Bedarf lässt sich HPE Synergy über mehrere Racks hinweg skalieren. Das eigentlich Neue liegt aber weniger in der Hardware, als vielmehr im Zusammenspiel aus Image-Streamer, Composer und der Management-Software HPE OneView.

Wie hyper-konvergente IT soll zwar auch HPE Synergy vollkommen vorkonfiguriert ausgeliefert werden und damit innerhalb von Minuten einsatzbereit sein. Während aber konvergente oder hyper-konvergente Infrastrukturlösungen von VCE und Cisco UCS bis hin zu Nutanix, SimpliVity und VMware EVO:RAIL speziell für einen bestimmten Anwendungsfall entworfen und konfiguriert seien, könne HPE Synergy laut HP Enterprise mit einer viel größeren Flexibilität aufwarten und nahezu jede Applikation und jeden Workload abbilden – von klassischen Anwendungen wie ERP-Systemen über virtuelle Umgebungen bis hin zu Cloud-Apps und Container-Virtualisierung.

Für HP Enterprise stellt HPE Synergy als Composable Infrastructure den Eintritt in den Markt für Dissaggregated Server dar. Anders als bei hyper-konvergenter Hardware werden die Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen also nicht immer tiefer integriert, sondern vielmehr wieder stärker voneinander getrennt, um sie als Ressourcenpool bedarfsgerecht und flexibel wechselnden Workloads zur Verfügung stellen zu können.

Flexible Hardwarezuteilung per Composable Infrasrtucture

Provisioning der Hardware sowie Management, Konfiguration und Monitoring der Infrastruktur erfolgt durch HP OneView in der kürzlich vorgestellten Version 2, das wiederum auf Produkte wie HP 3PAR StoreServ oder HP Virtualization Performance Viewer (vPV) zurückgreift. Auf Hardwareseite kommt hierzu der in den einzelnen Frames verteile HPE Synergy Composer zum Einsatz. Alternativ steht auch eine einheitliche API zur Verfügung, mit der die gesamte Infrastruktur von HPE Synergy anprogrammiert werden kann.

HPE Synergy enthält vorgefertigte Images und Templates für Betriebssystem- und Anwendungskonfigurationen, mit denen sich die benötigte Infrastruktur über den Image-Streamer in der Private-Cloud-Umgebung innerhalb weniger Minuten bereitstellen lassen soll. Als Partner sind hierzu bereits Unternehmen wie Chef, Docker, Microsoft, NVIDIA oder VMware mit an Bord.

Als größten Vorteil von HPE Synergy sieht HP Enterprise vor allem ein wesentlich geringeres Overprovisioning der Hardwareressourcen durch die flexiblen, skalierbaren Ressourcenpools. Alleine dadurch sollen sich laut HPE Capex-Einsparungen zwischen 17 und 30 Prozent realisieren lassen.

HPE Synergy umgeht so auch das Problem der getrennten Skalierung von Compute und Storage bei hyper-konvergenter Infrastruktur: Wenn die Compute-Ressourcen ausreichen, aber mehr Storage benötigt wird, muss in vielen Fällen trotzdem eine komplette Appliance mit Storage und Compute ergänzt werden.

HPE Synergy soll im zweiten Quartal 2016 auf den Markt kommen, zu den Preisen äußert sich HPE bislang nicht. Zumindest Forrester Research erwartet ob der versprochenen Vorteile aber bereits jetzt einen großen Erfolg von HPE Synergy.

Mit Microsoft Azure zur Hybrid Cloud

Eine Private Cloud alleine schafft noch keine hybriden Infrastrukturen, nach dem angekündigten Ende der HP Helion Public Cloud hat sich HPE daher nun ganz auf eine enge strategische Partnerschaft mit Microsoft ausgerichtet. Während Microsoft also für HPE zum bevorzugten Partner in Sachen Public Cloud wird, will Microsoft im Gegenzug verstärkt auf HPE als Infrastrukturpartner für die eigene Hybrid-Cloud-Strategie zurückgreifen.

Als Ergebnis dieser Kooperation soll zukünftig jeder HPE-Server standardmäßig mit enger Azure-Anbindung ausgestattet werden, um mit möglichst geringem Konfigurationsaufwand Backup und Recovery über Microsofts Public Cloud anzubieten. Zudem soll ein HPE Azure Engineering Center entstehen, während Microsoft 5.000 HPE-Mitarbeitern ein Training zu Azure Cloud Architekten geben soll.

Zudem ist HPE dem Microsoft CSP-Programm (Cloud Solution Provider) beigetreten, um zukünftig Cloud-Services von Azure über Enterprise Mobility Suite (EMS) bis hin zu Office 365 in den Vertrieb mit aufzunehmen. Gleichzeitig soll auch mehr und mehr HPE-Software im Azure Marketplace verfügbar werden, den Anfang machten bereits HPE LoadRunner und HPE Quality Center, Anfang 2016 sollen dann mit ArcSight, Fortify, Vertica und Autonomy Security- und Big-Data-Lösungen von HPE folgen.

Einer von maximal vier Frames pro HPE Synergy Server-Rack mit herausgezogenem Storage-Modul.

Die Kooperation zwischen Microsoft und HPE erstreckt sich aber nicht nur auf Software, sondern beinhaltet auch die hyper-konvergente Infrastrukturlösung HPE Hyper-Converged 250 für das Microsoft Cloud Platform System (CPS) – ein erstes Produkt war erst im Oktober 2014 mit Dell als Hardwarepartner angekündigt worden.

Nach der Übernahme von EMC/VMware durch Dell scheint sich Microsoft hier also einen neuen Hardwareanbieter gesucht zu haben. HP wiederum ist erst vor kurzem mit Verweis auf die fehlende Flexibilität aus VMwares EVO:RAIL-Programm ausgestiegen, nimmt jetzt aber eine hyper-konvergente Microsoft-Lösung ins Portfolio mit auf.

Anders als bei der Public Cloud will sich HPE für den Private-Cloud-Stack ausdrücklich nicht auf einen Anbieter festlegen, sondern betont die Offenheit der HPE-Plattform auch für Linux, OpenStack oder Docker-Container.

Cloud-Management per Cloud Service Broker

Um das Management heterogener Cloud-Umgebungen zu vereinfachen hat HP Enterprise auf der HPE Discover 2015 zudem den neuen HPE Helion Managed Cloud Broker vorgestellt, einen Managed Service für Provisioning, Konsolidierung und Verwaltung unterschiedlichster Cloud-Workloads und Cloud-Anbieter.

Der neue Cloud Service Broker soll dabei Workloads sowohl in traditionellen IT-Umgebungen sowie in unterschiedlichsten Private und Public Clouds orchestrieren können. Als vollständig unterstützte Services und Umgebungen nennt HPE bislang unter anderem HPE Helion Managed Virtual Private Cloud, HPE Helion CloudSystem, HPE Helion OpenStack, VMware-Infrastrukturen, Microsoft Azure und Amazon Web Services.

HPE Helion Managed Cloud Broker soll im Laufe des nächsten Jahres verfügbar sein und dann zum Beispiel ein Self-Service-Portal, Kosten- und Compliance-Verwaltung, Lizenz- und Subscription-Management sowie Monitoring bieten.

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