Mit IPv6 und NFV: Red Hat stellt finale Version seiner OpenStack Platform 6 vor

Red Hat OpenStack Platform 6 ist final verfügbar. IPv6-Support und NFV-Funktionen sollen vor allem großen OpenStack-Bereitstellungen zugutekommen.

Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform (RHEL OSP) 6 hat den Beta-Status verlassen und steht damit allgemein zur Verfügung. Version 6 von Red Hats OpenStack-Distribution bietet zahlreiche Neuerungen sowohl für RHEL- als auch für OpenStack-Komponenten und basiert auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7 sowie dem Juno-Release von OpenStack.

OpenStack Juno stammt aus dem Oktober 2014 und bietet laut OpenStack weit mehr als 300 neue Funktionen. Bereits für April 2015 ist die Veröffentlichung der nächsten OpenStack-Version Kilo geplant.

Hochverfügbarkeit, IPv6 und SR-IOV: Neue Funktionen in RHEL OSP 6

Als neue Funktionen in RHEL OSP 6 führt Red Hat beispielsweise Neutron High Availability an. Zur verbesserten Hochverfügbarkeit der OpenStack-Umgebung kommen dabei Neutron-Agents im Active-/Active-Modus zum Einsatz und sollen Netzwerk-Redundanz, Service-Uptime und Stabilität vor allem großer Cloud-Umgebungen verbessern.

Als weitere Neuerung wurde die Unterstützung für IPv6 integriert, wodurch Red Hats OpenStack-Kunden jetzt IPv6-Adressen sowohl über physische Netzwerke als auch über virtuelle Router in OpenStack Neutron zuordnen können. Im Netzwerkbereich ermöglicht zudem ein neuer Treibersatz die Single Root I/O-Virtualisierung (SR-IOV), wodurch das Netzwerk-Switching an Hypervisor und virtuellen Switches vorbei direkt auf der Hardware möglich wird. So lässt ich über SR-IOV eine geringere Latenz bei höherem I/O realisieren.

In punkto Sicherheit bringt RHEL OSP 6 beispielsweise Unterstützung für Multi-LDAP-Backends und -Domains (Leightweight Directory Access Protocol). Die einfache Installation und Konfiguration verspricht Red Hat durch einen einzigen Identity-Service-Node. Durch die tiefere Ceph-Integration bietet RHEL OSP 6 zudem neue Möglichkeiten bei OpenStack Compute (Nova) und OpenStack Block Storage (Cinder), was auf Basis von Ceph-Block-Storage die Nutzung von Ephemeral Volumes, also temporären, flüchtigen Laufwerken ermöglicht. So soll die Startzeit neuer virtueller Maschinen nahezu ohne Zeitverzögerung möglich sein.   

Im Vergleich zu RHEL OSP 5, erst im Juli 2014 veröffentlicht, wird der damals lediglich als Technical Preview verfügbare OpenStack Data Processing Service (Sahara) jetzt allgemein und mit vollem Support zur Verfügung gestellt. Als neue Previews stehen in Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform 6 jetzt beispielsweise neue Funktionen zum Bare-Metal-Provisioning bzw. zum TripleO-Deployment (OpenStack on OpenStack) und –Management zur Verfügung.

NFV in RHEL OSP 6 richtet sich an Telekommunikationsanbieter

Laut Radesh Balakrishnan, General Manager OpenStack bei Red Hat, sollen die in RHEL OSP 6 erstmals auch weitreichend integrierten NFV-Funktionen (Network Functions Virtualization) den unterschiedlichen Anforderungen im OpenStack-Markt gerecht werden. Während gerade Telekommunikationsanbieter wie Alcatel-Lucent, Telefónica oder Nokia aufgrund ihrer spezifischen Anforderungen bereits weit in der Bereitstellung von OpenStack-Clouds vorangeschritten seien, gehe der Großteil der Unternehmen noch eher zögerlich mit dem Thema OpenStack um.

Daher, so Radesh Balakrishnan weiter, versucht Red Hat mit REHL OSP 6 den Spagat und bietet Enterprise-Kunden hauptsächlich verbessertes und einfacheres Deployment und Management von OpenStack-Clouds, während sich der Großteil der neuen Funktionen vor allem an Service-Provider und Telekommunikationsanbieter richtet. Auf diese Weise soll mit nur einer OpenStack-Plattform die Verbreitung von OpenStack weiter vorangetrieben werden, während gleichzeitig auch Unternehmen mit höheren Anforderungen die von ihnen benötigten Funktionen finden sollen.

Im Vergleich zu anderen großen OpenStack-Distributionen beispielsweise von HP oder der ersten finalen Version von VMware Integrated OpenStack sieht Radesh Balakrishnan Red Hat durch die Offenheit und Wahlfreiheit, die mit REHL OSP 6 einhergeht, durchaus im Vorteil. Zudem entwickle sich Linux als Betriebssystem immer mehr zu einem  großen Innovationsfaktor, den HP oder VMware durch das Fehlen eines eigenen Betriebssystems nicht im gleichen Umfang nutzen könnten wie Red Hat mit seinem Linux-Derivat RHEL.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Open-Source-Virtualisierung

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close