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Virtualisierungshardware und Design von Data Centern: es stellen sich neue Fragen

Mark Vaughn

Noch immer streiten sich IT-Profis gern über das Thema horizontale oder vertikale Skalierung. Die Weiterentwicklung von Virtualisierung allerdings scheint die Diskussion über das Design von Rechenzentren subtil in Richtung der Frage „horizontale Skalierung oder konvergente Infrastruktur“ verschoben zu haben.

Den Kampf gegen die Option, ein Betriebssystem in physischem Metall zu installieren, dürfte Virtualisierung gewinnen – ich denke, die meisten Leute werden dem zustimmen. Nicht jeder arbeitet schon mit Virtualisierung, doch mit der Zeit dürfte der Widerstand dagegen schwinden. Das bereitet den Weg für mehr Virtualisierung und neue Optionen dafür – bis wirklich alle überzeugt sind.

Was aber geschieht bei Server-Hardware? Interessieren sich die Leute überhaupt noch für Server? Selbst Hypervisoren brauchen ein physisches Zuhause, und es gibt reichlich Diskussionen darüber, wie es sich am besten gestalten lässt.

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Argumente zum Design von Rechenzentren vor Virtualisierung

Die Entwicklung bei Virtualisierungshardware hat Ähnlichkeit mit der schrittweisen Reifung von Umgebungen für Web-Hosting. Während des Internet-Booms der 1990er Jahre wurden Web-Technologien und -Hardware für die Herausforderungen der Internet-Ära angepasst. Anfangs hostete man Webseiten auf jeder Hardware, die man gerade bekommen konnte – das Ergebnis waren Räume voller PC-artiger Massen-Hardware.

Als die Dotcom-Blase dann platzte, reduzierte sich dieser Web-Pool auf Anwendungen und Dienste, die echten Wert boten. Es wurde mehr Gewicht auf die Ablieferung hochwertiger Dienste gelegt, und bessere Werkzeuge führten zu stringenteren Anforderungen in Bezug auf die Infrastruktur. Diskussionen über die Auslegung von Rechenzentren wurden von der Frage „horizontale oder vertikale Skalierung“ dominiert.

Wie Virtualisierungshardware Entscheidungen über Data Center beeinflusst

In jüngerer Vergangenheit haben neue Technologien wie Virtualisierung die Diskussion um die Art der Skalierung neu belebt. Anders als in der Frühzeit des Internet braucht es für vertikale Skalierung heute keinen riesigen Server mehr, der den ganzen Tag über Strom frisst und Hitze produziert – schon ein paar gut konfigurierte 2U-Server können bemerkenswert viel Leistung liefern.

Bei horizontaler Skalierung mag es zwar immer noch um größere Zahlen an weniger teuren Servern gehen. Die Argumentation für vertikale Skalierung aber scheint sich in Richtung konvergente Infrastruktur und Blade-Server zu verschieben. Konvergente Infrastrukturen ähneln vom Konzept her vertikaler Skalierung und schaffen Konnektivität zu Netzwerken und Storage mit Hilfe von Standard-Hardware. Während bei vertikaler Skalierung mehrere Anwendungen oder Dienste auf demselben Server untergebracht werden, geht es etwa bei konvergentem Networking um die Unterbringung mehrerer Protokolle für Konnektivität auf demselben Adapter oder Switch-Port.

Cisco System Inc. und Hewlett-Packard Co. gehörten zu den ersten Unternehmen, die bei ihren Blade-Plattformen den Bedarf nach konvergenten Umgebungen für Netzwerke und Server erkannt haben. Bei dieser Architektur werden nicht nur Server konsolidiert, sondern auch Ressourcen für Netzwerk-Infrastruktur und Storage Area Networks – insgesamt kann sich so eine deutliche Verkleinerung Ihres Data Centers ergeben. Wenn virtuelle Server ihren Zugriff auf Netzwerke und Storage-Resourcen über den Hypervisor bündeln, kann es sich zudem noch mehr lohnen, eine Server-Plattform zu wählen, in der diese Technologien konvergieren – mit weniger Bedarf an Management, Verkabelung und Platz.

Welche Virtualisierungshardware und Data-Center-Designs passen für Sie?

Ähnlich wie bei der Reifung der Infrastrukturen für Web-basierte Anwendungen werden kleine bis mittelgroße Unternehmen in meinen Augen in bestimmten Fällen eher mit horizontaler Skalierung arbeiten: dann nämlich, wenn der niedrigere Preis Ineffizienzen wie höhere Port-Zahlen und zusätzliche Management-Punkte eindeutig überwiegt. In derartigen Organisationen setzt sich oft die billigere Lösung durch.

Für große Unternehmen dagegen erwarte ich, dass sich konvergente Infrastrukturen durchsetzen werden: Sie wollen auf die Effizienzgewinne der Skalierung in Blade-Plattformen, die auch Netzwerk- und Storage-Komponenten umfassen, nicht verzichten. Solche Organisationen dürften sich verstärkt Produkten wie Vblock von VCE oder FlexPod von NetApp zuwenden, in denen Rechen-, Netzwerk- und Storage-Elemente in einem einheitlichen Paket gebündelt sind, das sich wie Bausteine einfach konfigurieren und verteilen lässt.

Eine Zeitlang galten die Architekturen von Vblock und FlexPod teils als zu starr und zu restriktiv. Doch sie werden immer reifer und kommen mit robusteren Optionen, so dass ihr Nutzen immer weiter zunimmt. Die technischen Argumente haben sich also nicht allzu sehr geändert. Trotzdem erscheint klar: Die Diskussion dreht sich heute nicht mehr um horizontal vs. vertikal, sondern um horizontal vs. konvergent.


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