Rackspace CTO: “Mehrfach-Clouds werden zum Normalfall”

Mehrfach-Cloud ist der aktuelle Trend in Unternehmen, die bei ihrer Cloud-Strategie auf verschiedene Anbieter setzen, um das Risiko zu minimieren.

Mit der wachsenden Bedeutung von Cloud-Computing werden auch Mehrfach-Clouds mehr Verbreitung finden. Das sagt John Engates (s. Foto), CTO des offenen Cloud-Anbieters Rackspace. Dabei sei es aber von elementarer Bedeutung, dass Anwendungen, die sich auf verschiedenen Clouds befinden, sowohl untereinander als auch mit Anwendungen von Partnern und Kunden kommunizieren können.

Von einer „Mehrfach-Cloud“ spricht man, wenn ein Unternehmen zwei oder mehr Cloud-Dienste einsetzt. Dadurch lässt sich Risiko eines weitreichenden Datenverlusts oder Ausfalls verringern, wie er sich bei Nutzung einer einzigen Cloud als Folge der Störung einer Komponente ergeben kann. Weitere Vorteile sind die zusätzliche Infrastruktur zugunsten von mehr Fehlertoleranz, und die Tatsache, dass Kunden für bestimmte Aufgaben jeweils die Cloud verwenden können, die dafür am besten geeignet ist.

„Das Sprichwort, dass man nicht alles auf eine Karte setzen sollte, gilt auch für die Cloud“, sagt Engate. Die Vorteile einer Strategie mit mehreren Clouds seien im Prinzip dieselben wie bei allgemeinen Strategien mit mehreren Lieferanten: echte Preiskonkurrenz, Differenzierung bei den Funktionen und Risikominderung.

Allerdings gestaltet sich in vielen Fällen die Umsetzung einer solchen Strategie schwierig. Der Grund dafür liegt in fehlender Interoperabilität und Standards für Clouds. „Viele Cloud-Nutzer greifen am Anfang auf Amazon Web Services zurück. Erst nachdem sie ein paar Anwendungen am Laufen haben, beginnen sie, über die Möglichkeit nachzudenken, einige der Workloads anderswohin zu verschieben – entweder in eine private oder in eine andere öffentliche Cloud“, erläutert Engates. Die Schwierigkeit dabei: „Es gibt keine unmittelbare Alternative, die auch nur annähernd die Gesamtheit des AWS-Stacks replizieren kann.“

Offene Standards als entscheidender Vorteil von Open-Source-Clouds

Cloud-Plattformen, die wie OpenStack auf Open Source beruhen, ermöglichen laut Engates dagegen die Kombination verschiedener Clouds und verhindern eine zu starke Bindung an einen bestimmten Anbieter. Durch die Entscheidung für einen offenen Cloud-Dienst könnten  Unternehmen vermeiden, sich an eine Technologie zu binden, die einen Wechsel fast unmöglich macht. Auf diese Weise erhielten sie die Freiheit, mit ihren Daten und Anwendungen je nach Bedarf zwischen öffentlichen, privaten oder hybriden Cloud-Systemen zu wechseln.

Laut einer Untersuchung von Vanson Bourne im Auftrag von Rackspace sind werden die offenen Standards als der Hauptvorteil von quelloffenen Cloud-Plattformen angesehen. Für die Studie von September 2012 wurden IT-Manager von 250 britischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen befragt. Als größte Vorteile nannten sie vor allem die folgenden Faktoren: geringere Gesamtbetriebskosten, Vermeidung von Lock-in bei einem Alleinanbieter, die Fähigkeit zum Verschieben von Anwendungen zwischen verschiedenen Clouds sowie die Möglichkeit, interne und externe Clouds auf der Grundlage derselben Standards zu betreiben.

Weiterhin zeigte sich deutlich, dass sich die Branche schon jetzt in Richtung der Arbeit mit mehreren Clouds entwickelt: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Befragung gab an, dass ihre Abteilung bereits auf zwei oder gar drei Cloud-Anbieter zurückgreift. „Die Nutzer von Clouds haben die Serie von Ausfällen der letzten Zeit aufmerksam verfolgt und beeilen sich mit einer Strategie der Mehrfach-Cloud, um dem Risiko einer Störung bei ihrem einzigen Anbieter aus dem Wege zu gehen“, sagt Engates dazu.

Zu einem der am meisten beachteten Ausfälle eines Cloud-Service kam es am vergangenen Heiligabend, als die Netflix-Dienste nicht mehr erreichbar waren. Grund dafür waren Probleme beim AWS-Dienst Elastic Load Balancing (ELB).

Engates: „Die Anbieter von Cloud-Tools und Drittanbieter werden schnell darauf aufmerksam werden, dass es viel Nachfrage nach Mehrfach-Cloud gibt, und sie werden bald die entsprechenden Werkzeuge auf den Markt bringen, mit denen sich die Kunden diese Option tatsächlich erschließen können.“

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