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Zu hohe Kosten der Citrix Workspace Cloud – eine Chance für VMware?

Die Nutzung der Citrix Workspace Cloud ist überraschend teuer. Für VMware bietet sich dadurch eine große Chance, Citrix Kunden abzujagen.

Die neue Cloud-basierte Management-Plattform Citrix Workspace Cloud (CWC) bietet faszinierende Möglichkeiten, ist aber auch überraschend teuer. Das stößt die Tür für VMware weit auf, mit seinem Project Enzo eine günstigere Alternative bieten zu können.

Sowohl Citrix als auch VMware würden sicherlich widersprechen und auf die vielen Unterschiede von CWC und Project Enzo eingehen (das sich derzeit noch im Beta-Stadium befindet) – aber lassen Sie uns für den Zweck dieses Artikels einfach einmal davon ausgehen, dass es sich im Grunde um zwei sehr ähnliche Produkte handelt. In diesem Sinne sind sowohl die Citrix Workspace Cloud als auch Project Enzo enorm interessant, weil sie versprechen, wonach IT-Abteilungen seit Langem suchen: Die zentrale Verwaltung von On-Premise- und Cloud-Desktops sowie der dazugehörigen Anwendungs-Workloads.

Es fällt nicht schwer, sich eine Management-Ebene in der Cloud vorzustellen, die die Konfiguration der Infrastruktur automatisch übernimmt und so direkt das Bereitstellen virtueller Desktops und Applikationen ermöglicht. Diese Plattform ist immer online, immer auf dem neuesten Stand und wenig bis gar nicht anfällig für interne Fehler, weil ja Citrix oder eben VMware für den Betrieb und die Wartung zuständig sind. Das ist vergleichbar mit Reparaturen am Auto. Das meiste würde man auch selbst ganz gut hinkriegen – aber in der Werkstatt machen sie einfach den besseren Job.

Allerdings ist auch der Preisaufschlag der Werkstatt mit dem der Citrix Workspace Cloud vergleichbar: Citrix berechnet 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat, was wesentlich mehr ist als für eine traditionelle, On-Premise Citrix-Lizenz.

Preis-Optionen der Citrix Workspace Cloud

Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Versionen der Workspace Cloud: Virtual Desktops, Virtual Apps and Desktops sowie Integrated Apps and Data Suite. Die ersten beiden Varianten entsprechen in etwa der VDI- und Enterprise-Edition von Citrix XenDesktop, während die Integrated Suite der gesamten Workspace Suite ähnelt, die XenDesktop, XenApp, XenMobile, ShareFile und NetScaler enthält.

Da die gängigste Lizenzierungsart für XenDesktop die Enterprise-Lizenz ist, erscheint ein Vergleich mit der korrespondierenden CWC-Version Virtual App and Desktops am sinnvollsten.

XenDesktop Enterprise kann entweder pro Nutzer oder auf fortlaufender Basis mit unbegrenzter oder jährlicher Laufzeit lizenziert werden. Für einen möglichst nahen Vergleich mit CWC bietet sich die nutzerbasierte Jahreslizenz an, die sich für XenDesktop auf 116 US-Dollar pro Jahr summiert. Auf der anderen Seite wird für die Citrix Workspace Cloud in der Variante Virtual Apps and Desktops die enorme Summe von 420 US-Dollar pro Jahr fällig – anders ausgedrückt zahlt man also mehr als 300 US-Dollar mehr, als wenn man einfach XenDesktop kauft und das Management der Umgebung selbst übernimmt.

Die CWC-Rechnung geht für Citrix nicht auf

Fairerweise muss man natürlich schon auch sagen, dass die Betriebskosten der CWC für Citrix auch höher sind. Betreibt man XenDesktop selbst, dann muss man natürlich auch selbst Server und Netzwerk bereitstellen, im Fall der CWC übernimmt dagegen Citrix diesen Part. Aber rechtfertigt das wirklich den enormen Preisunterschied von mehr als 300 US-Dollar pro Nutzer und Jahr?

Wenn man das Ganze einmal auf die monatlichen Nutzungskosten herunterbricht, dann kostet XenDesktop Enterprise 9,66 US-Dollar pro Nutzer, während die Citrix Workspace Cloud bei 35 US-Dollar im Monat liegt – mehr als das Dreifache der XenDesktop-Lizenz! Dabei enthält die CWC damit noch nicht einmal den Support für Desktop as a Service (DaaS), wofür nochmals 30 US-Dollar pro Monat und Nutzer fällig werden.

Natürlich sollte die Cloud-basierte Lösung einen höheren Preis haben, aber sicherlich nicht 25 US-Dollar mehr pro Nutzer und Monat. Man weiß zwar nicht, wie hoch die zusätzlichen Kosten bei Citrix für den Support der CWC ausfallen, aber mit fünf US-Dollar pro Monat und Nutzer dürfte man nicht weit von den tatsächlichen Kosten weg sein. Auch das ist natürlich nicht wenig, steht aber in keiner Relation zu dem enorm hohen Preisunterschied zwischen XenDesktop und CWC.

Letztlich spielt die Ursache für den Preisunterschied aber keine Rolle, er ist da und er bietet VMware eine große Chance: VMware kann viele potenzielle Kunden wahrscheinlich schon einfach dadurch von seiner Cloud-Plattform überzeugen, indem die Kosten dafür geringer angesetzt werden. Das alte Spiel des Preiskampfes also. Mit Blick auf die Lizenzkosten hätte VMware jedenfalls genug Spielraum für so einen Schritt. Wenn man Citrix zum jetzigen Zeitpunkt einen Rat geben würde, dann ganz klar, die Kosten der Citrix Workspace Cloud schon jetzt zu senken, bevor VMware mit Project Enzo das Beta-Stadium verlässt und den Preis signifikant unterbietet.

Für Citrix ist CWC eindeutig die Zukunft, und je mehr Kunden die Plattform nutzen, umso besser. Daher muss Citrix auch seine Preispolitik überdenken oder aber damit rechnen, viele potenzielle Kunden an VMware zu verlieren.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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