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Wird die Container-Virtualisierung zum wichtigsten IT-Trend 2016?

IT-Trends gibt es viele, von OpenStack über Hyper-Konvergenz bis hin zur Hybrid Cloud. Aber vielleicht sind ja Container der Trend des Jahres?

Natürlich ist es schwer vorherzusagen, was der größte Trend des Jahres 2016 werden wird. Big Data? Hyper-Konvergenz? Hybrid Cloud? Meiner Meinung nach wird 2016 das Jahr der Container-Virtualisierung, und zwar in einem Ausmaß, das viele unvorbereitete IT-Abteilungen überraschen dürfte.

Anders als Technologien wie Big Data, die eine Vision und hohe Investments erfordern, sind Container der nächste logische Schritt, wenn es um das Verpacken, Bereitstellen und Hosten von Enterprise-Applikationen geht. Hier ist eine wesentlich weniger visionäre Grundhaltung nötig.

Es ist schneller und einfacher, eine Anwendung in einem Container bereitzustellen als über herkömmliche virtuelle Maschinen. Container-Architekturen bieten zudem oft operative und finanzielle Vorteile, weil sie günstiger oder lizenzfrei zu betreiben sind, eine effizientere Ressourcenauslastung und Skalierbarkeit ermöglichen und zudem oft eine bessere Verfügbarkeit bieten. Mit Blick in die Zukunft wird die Container-Virtualisierung Unternehmen auch bei der Migration in hybride Infrastrukturen unterstützen.

Auch die Server-Virtualisierung wurde aufgrund ihrer enormen Vorteile gegenüber physischen Maschinen von Anfang an industrieweit als großartige Idee wahrgenommen, aber auch hier dauerte es einige Jahre, bis die nötige Marktreife vorhanden war. Das Gleiche lässt sich auch über Private oder Hybrid Clouds, neue Storage-Technologien und auch Big Data sagen.

Container als Zukunft der Server-Virtualisierung

Aber auch wenn die Container-Virtualisierung gerade erst groß in Mode kommt, ist sie doch schon recht ausgereift und inzwischen fester Bestandteil der Zukunftsstrategie für die Server-Virtualisierung. Zudem kann man bereits heute bekannte Hypervisoren verwenden, beispielsweise durch VMware Integrated Containers (VIC), während die Container-Community native Container-Hosts weiter verbessert.

Da Container wesentlich weniger Ressourcen verbrauchen als virtuelle Maschinen, werden sie so oder so ihren Weg in die Rechenzentren finden, egal ob die IT-Abteilungen der Welt dies wollen oder nicht. Container wurden ursprünglich erfunden, um zustandslose Microservice-basierte Applikationen zu hosten, aber die jüngsten Docker-Veröffentlichungen zeigen, dass Container weit mehr können als das.

Flocker Plug-ins beispielsweise bieten persistenten Storage, mit dem sich beinahe jede Applikation containerisieren lässt. Fügt man dann noch eine der zahlreichen SDN-Optionen (Software-defined Networking) hinzu, dann hat man schnell eine umfangreiche Scale-out-Container-Umgebung. Als Konsequenz gibt es auch heute bereits einige Big-Data-, Datenbank- oder SDS-Lösungen (Software-defined Storage), die auf Containern aufbauen.

Anders als mit hyper-konvergenten Architekturen verhindert das enorm flexible Design der Container-Virtualisierung zudem einen Vendor-Lock-in. Wenn man SDS und SDN auf Containern betreibt, dann könnte man das sogar gewissermaßen als „super“ hyper-konvergent bezeichnen.

Es wird natürlich noch Jahre dauern, bis wir dann quasi alles containerisieren, und bis dahin werden wir auch noch einige Herausforderungen meistern müssen. Beispielsweise stellt sich die Frage, wie man Service-Level für die Anwendungs-Performance gewährleisten will, wenn die Applikation aus hunderten Containern besteht, von denen viele mit anderen Anwendungen geteilt werden.

Hierfür benötigten wir neue Management-Tools, um überhaupt zu verstehen, wo entsprechende Probleme auftauchen. Da Container zudem so extrem flüchtig sind und leicht zwischen physischen, virtuellen und Cloud-basierten Umgebungen hin- und herwechseln können, brauchen wir auch Tools, um Container dynamisch zwischen den verschiedenen Infrastrukturtypen aufzuspüren, zuzuweisen oder zu migrieren.

Wann wird all das passieren? Meiner Ansicht nach dürften IT-Abteilungen bereits in den nächsten sechs Monaten kaum mehr darum herumkommen, zumindest in irgendeiner Form Container in ihrer Produktivumgebung einzusetzen. Viele Hersteller arbeiten bereits daran, herauszufinden, wie man in dieser Situation die beste konvergente Container-„Distribution“ und hyper-konvergente Scale-out-Plattform entwickeln kann, um Unternehmen dabei zu unterstützen. Auch immer mehr Softwareanbieter haben containerisierbare Versionen ihrer Anwendungen im Portfolio. Die Containerwelle rollt schneller heran, als viele denken!

Über den Autor:
Mike Matchett ist leitender Analyst und Consultant bei der Taneja Group.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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