Warum das Ende von Windows XP kleine und mittlere Unternehmen gefährdet

Am 8. April endet die Unterstützung von Windows XP. Kleine und mittlere Unternehmen sowie ihre IT-Dienstleister scheinen das nicht ernst zu nehmen.

Ich dachte, ich hätte genügend zum Ende von Windows XP gesagt. Allerdings hatte ich nicht mit den Administratoren in kleinen und mittleren Unternehmen gerechnet.

Wo immer ich hinsehe, sehe ich immer noch Windows XP. Nicht in großen Unternehmen – dort nimmt die Anzahl der Installationen rapide ab – sondern eben in diesen kleinen und mittleren Unternehmen. Und diese Firmen versuchen nicht nur, ohne den Kauf neuer Hardware auszukommen. Sie sind sich der drohenden Gefahr durch Schwachstellen in Windows XP gar nicht bewusst.

Was mich wirklich ärgert: Die meisten dieser Unternehmen nutzen IT-Anbieter, die sie bei Problemen anrufen. Und diese Anbieter scheinen es nicht für notwendig zu halten, ihre Kunden darüber zu informieren, dass sie ihre Windows-XP-Systeme upgraden müssen. Dabei ist es ihre Verantwortung als IT-Dienstleister – und sie lassen sich damit sogar zusätzliche Verdienstmöglichkeiten durch die Lappen gehen.

Mittelgroße Unternehmen scheinen zumindest eine grobe Ahnung zu haben, was da auf sie zukommt. Viele gehen Probleme bei der Kompatibilität von Anwendungen so an, indem sie Applikationen an Windows Server 2003 Terminal Services auslagern. Dieses Vorgehen schafft einen zusätzlichen Puffer von 15 Monaten. Dennoch sind viele Ein-Mann-IT-Abteilungen von der anstehenden Aufgabe einfach überwältigt. Es klingt wie Panikmache, allerdings sind die Konsequenzen, wenn ein Unternehmen nicht rechtzeitig den Absprung von Windows XP schafft, durchaus drastisch und kaum zu ignorieren.

Microsoft schafft Verwirrung

Microsofts Ankündigung, dass es bis zum 14. Juli 2015 weitere Anti-Viren-Signaturen für Windows XP geben wird, verwirrt die Kunden und gibt ihnen falsche Hoffnungen. Tatsächlich ist es so, dass Windows XP am 8. April 2014 sein Lebensende erreicht. Anschließend ist es anfällig für Zero-Day-Attacken und andere Angriffe. Microsoft wird keine Sicherheits-Patches mehr liefern, nur noch Signaturen für eine Anti-Malware-Lösung, die nicht zum Besten auf dem Markt gehört (obwohl, wenn es das einzig verfügbare Produkt ist, dann gibt es keine Konkurrenz…).

Von den IT-Dienstleistern abgesehen sollten auch Microsoft und PC-Hersteller die Thematik aktiver angehen (nur wenige Geschäftsführer kleiner Unternehmen lesen die TechNet-Blogs). Werbekampagnen auf vielbesuchten Webseiten würden helfen, ebenso wie TV-Werbung. Stellen Sie sich einfach mal eine Werbung während eine großen (weltweiten) Sportereignisses vor, die über das Ende von Windows XP informiert, gefolgt von Werbung für einen neuen PC von Dell, Lenovo oder HP.

Anbieter von Desktop-as-a-Service könnten diese Gelegenheit ebenfalls nutzen, vor allem solche, die auf Server-basierte Systeme setzen (und nicht auf VDI als Lösung). Kleine Unternehmen sind exzellente Kandidaten dafür, die eigentliche Verwaltung der Desktops an Dienstleister auszulagern, vor allem, wenn diese nur zu diesem Zweck existieren. VDI ist dagegen immer noch etwas schwerer zu verkaufen, was vor allem an notwendigen Lizenzen und dem Fehlen günstiger Lösungen zur Mehrfachnutzung von Desktop-Umgebungen liegt.

Das wird allerdings alles kaum passieren, denn keine dieser Maßnahmen garantiert wirklich ein großes Geschäft. Deswegen liegt es an den IT-Kräften und den Dienstleistern, diese Alternativen zu verbreiten und bekannter zu machen. Oft gibt es keine High-Tech-Maßnahmen, um eine Lösung zu liefern. Meist geht es darum, einen alten Desktop-Rechner mit einem neuen zu ersetzen – das bedeutet aber nicht, dass man die technischen Möglichkeiten, die jetzt zur Verfügung stehen, komplett ignorieren sollte.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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