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Von SaaS bis Cloud-first: Sieben Wege für die Cloud-Migration

Bei der Migration bestehender Workloads in die Cloud gibt es verschiedene Wege. Solarwinds gibt einen Überblick über die sieben wichtigsten.

Laut einer aktuellen Umfrage von SolarWinds haben fast alle Unternehmen bereits mindestens einen Teil ihrer Infrastruktur in die Cloud migriert. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen haben überhaupt keine Infrastruktur in die Cloud migriert. Datenbanken sind unter den Top 3 der Infrastrukturbereiche, die entweder bereits in die Cloud migriert wurden, oder die im Falle einer zukünftigen Migration die höchste Priorität hätten.

Die zentrale Frage lautet: Wie sollen Unternehmen und besonders IT-Abteilungen mit der Cloud umgehen? Welche Möglichkeiten gibt es, um Anwendungen für die Nutzung von Cloud-Diensten anzupassen? Hier sind sieben Ansätze, wie Unternehmen den Weg in die Cloud beschreiten können.

Von SaaS zur Private und Hybrid Cloud

Die erste Möglichkeit lautet: Nichts tun. Selbst wenn man zunächst „nichts tut“, verfügen die meisten Unternehmen vermutlich über eine hybride IT-Umgebung – entweder schon jetzt oder in nächster Zukunft. Faktisch nutzt schon heute fast jede Organisation SaaS-Anwendungen (Software as a Service). Tatsächlich nutzen die meisten Marketingabteilungen allein bereits 30 bis 70 Cloud-basierte Anwendungen, und die meisten dieser Anwendungen erfordern die ein oder andere Art der Integration lokal gehosteter Datenquellen.

Zweitens: Die meisten Unternehmen werden früher oder später ihre internen IT-Abteilungen in etwas verwandeln, das stark an eine Private Cloud erinnert – ein elastischer, als Software bereitgestellter und bemessener Dienst. Einige Unternehmen werden den Weg der Virtualisierung wählen, während andere eine tatsächliche Private-Cloud-Plattform wie OpenStack implementieren werden.

Drittens: Tests und Entwicklungen in der Cloud durchführen. Test- und Entwicklungsumgebungen sind bekannt für ihre Infrastrukturanforderungen und ihren kurzlebigen Charakter, was sie wie geschaffen für die Cloud macht.

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Viertens: Die bestehenden Anwendungen „cloudifizieren“. Dabei werden Komponenten bestehender Anwendungen oder Datenbank-Workloads in die Cloud migriert. So sollten beispielsweise die meisten Webanwendungen Grafiken, große Dateien und Videos in der Cloud speichern, so dass die Vorteile eines CDN (Content Delivery Network) genutzt und gleichzeitig die Webserver entlastet werden können. Auch wenn die primären Datenbanken bei den meisten Unternehmen noch lokal gehostet werden, könnten Sicherungen oder Archive problemlos in der Cloud gespeichert werden.

Cloud-Migration und Cloud-first-Apps

Fünftens: Die bestehenden Anwendungen unverändert in die Cloud übertragen. Wenn eine Anwendung in der Cloud entwickelt und getestet wurde und zudem vielleicht ihre Notfallwiederherstellungsinfrastruktur gehostet wird, ist es oft sinnvoll, auch die Anwendung selbst in die Cloud umzuziehen. Bei einer unveränderten Übertragung werden keine grundlegenden Änderungen an der Architektur vorgenommen und die Cloud wird somit nahezu als erweitertes Hosting genutzt. Es ist nicht unüblich, während dieses Vorgangs auch einzelne Komponenten eines Workloads zu „cloudifizieren“, indem beispielsweise wie zuvor erläutert ein CDN genutzt oder Database-as-a-Service (DBaaS) anstelle einer vollständigen Datenbankinstanz auf einem bestimmten Cloud-Server verwendet wird.

Sechstens: Eine Anwendung durch eine vollkommen neue Anwendung ersetzen. Dabei sollten IT-Experten die Möglichkeit in Betracht ziehen, diese in der Cloud einzusetzen. Wenn man sich beispielsweise ein IT-Team vorstellt, das ein internes Portal und Collaboration-Tools durch die neueste Version von SharePoint ersetzt, wäre es eine gute Idee, näher zu untersuchen, wie ein solcher Workload in der Cloud betrieben werden könnte. Bei diesen Projekten handelt es sich meist um branchenübliche Geschäftsanwendungen, die ihre traditionelle Architektur beibehalten und gleichzeitig möglicherweise DBaaS oder eine Datenbankspiegelung nutzen.

„Einige Unternehmen werden den Weg der Virtualisierung wählen, während andere eine tatsächliche Private-Cloud-Plattform wie OpenStack implementieren werden.“

Gerardo Dada, SolarWinds

Siebtens: Eine Cloud-first-Anwendung entwickeln. Solche Anwendungen werden speziell für die Ausführung in der Cloud entwickelt. Ihre Architektur ist für die Nutzung von Cloud-Diensten optimiert. Zu ihren Merkmalen gehören die Ausrichtung auf Cloud-Services, die Nutzung plattformübergreifender Programmierschnittstellen, durch Software bereitgestellte Hardware und integrierte Redundanz. Alles ist Software, wodurch Datenbanken, Verschlüsselung, Spiegelung oder auch Sicherung zu Cloud-Diensten werden. Meist nutzen Cloud-Apps moderne Sprachen und Frameworks wie JavaScript/HTML5, NGINX oder auch Perl sowie Open Source-Komponenten wie beispielsweise Cassandra oder MongoDB.

Die meisten IT-Abteilungen nutzen letztendlich wahrscheinlich eine Mischung dieser sieben Cloud-Bereitstellungsmodelle. Damit der Erfolg mit einem dieser Modelle garantiert ist, ist es wichtig, auch die eigene Denkweise der Cloud beziehungsweise der hybriden IT anzupassen. Daher sollte auf Grundlage der Auswertung jedes einzelnen Workloads ein Zeitplan für die Cloud-Integration entwickelt werden, der Anforderungen, potentielle Vorteile, Kosten und Dringlichkeit berücksichtigt.

Zudem sollte ein zentrales Toolset für die Überwachung und Verwaltung lokaler und Cloud-basierter Workloads implementiert werden: Die vom Speicherort unabhängige Normalisierung von Metriken, Warnungen und anderen erfassten Daten von Anwendungen macht es möglich, Wartung, Fehlerbehebung und Optimierung deutlich effizienter anzugehen.

Über den Autor:
Gerardo Dada ist Vice President Product Marketing bei SolarWinds.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert

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