VDI: Komplexe Bereitstellung und Speicherbedarf erschweren Einsatz

Die Virtualisierung von Desktops ist noch auf Nischenmärkte begrenzt. Ob VDI sich etablieren kann, bleibt angesichts ungelöster Probleme offen.

Über die Einsatzquoten der virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) darf spekuliert werden. Je nach Befragtem erfährt man entweder, dass VDI in allen Unternehmenstypen häufig anzutreffen ist oder aber dass niemand virtuelle Desktops bereitstellt. Damit Sie besser einschätzen können, wo VDI heute steht und wie - oder ob - es sich künftig weiterentwickeln wird, haben wir Experten für die Desktop-Virtualisierung die folgende Frage gestellt:

Wird VDI jemals ein allgemeiner Trend?

Serdar Yegulalp: Die meisten der angeführten Gründe für den Umstieg auf eine virtuelle Desktop-Infrastruktur lassen sich rasch aufzählen: Kostenersparnisse, erhöhte Sicherheit, stark zentralisierte Verwaltung, Flexibilität bei der Bereitstellung. Aber trotz dieser Vorteile gibt es etliche gute Argumente, dass VDI eine Nischen- oder Übergangstechnologie bleiben wird - etwas, dass wir nur deshalb aktuell verwenden, weil es noch nicht durch etwas Besseres verdrängt wurde.

So ist es schwierig, eine VDI-Bereitstellung richtig durchzuführen - es ist ein größeres Vorhaben. Man benötigt eine recht komplexe Backend-Infrastruktur, dazu ein stabiles Netzwerk und natürlich ein profundes Verständnis aller Grundlagen. Mit dem Programm "Rapid Desktop Appliance" wollte VMware einige Unklarheiten im Prozess ausräumen, aber der Gartner-Analyst Gunnar Berger hat diese Lösung eher als "Bestätigung für VMware" denn als benutzerfreundlichen Ansatz beschrieben. Allein die Anzahl der Variablen in jeder VDI-Bereitstellung garantiert im Grunde deren Undurchführbarkeit.

Zudem kann eine Bereitstellung kostenintensiv sein, was angesichts des oft angeführten Arguments, VDI diene der Kostenreduzierung, ironisch klingt. Leider scheint VDI nur dann Kosten einzusparen, wenn es auf breiter Basis umgesetzt wird, mit einem sehr hohen Client-zu-Host-Verhältnis und in Umgebungen, in denen der für die Implementierung erforderliche geeignete Speicher zur Verfügung steht. George Crump, ein VDI-Analyst bei Storage Switzerland, hat darauf in einem Gespräch über VDI-Speicherprobleme hingewiesen.

"Auf dem breiten Markt hat VDI nicht den gleichen Erfolg [wie auf Nischenmärkten, etwa in Callcentern], eine Tatsache, für die im Allgemeinen die hohen Kosten für die Bereitstellung der Speicherleistung verantwortlich gemacht werden, die für eine benutzerfreundliche Umsetzung angemessen ist", erklärte Crump.

Es ist unbestreitbar, dass VDI einen Platz in vielen Umgebungen hat - zum Beispiel in Callcentern. Dort muss die Anzahl der Workstations entsprechend dem Bedarf eventuell mitwachsen oder mitsinken, und die Ressourcenanforderungen pro User lassen sich leicht handhaben. Allerdings ist es wahrscheinlicher, dass eine effizientere, leistungsfähigere und flexiblere Lösung VDI in den Hintergrund drängt, noch bevor diese Technologie sich vollständig etabliert hat.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2013 aktualisiert

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