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Funktionen und Features von Windows 10

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Keine Desktop-Virtualisierung: So funktioniert Task View in Windows 10

Mit Windows 10 hat Microsoft native virtuelle Desktops angekündigt. Task View bietet allerdings lediglich logisch getrennte Arbeitsbereiche.

Als die ersten Gerüchte und Informationen zu Windows 10 durchsickerten, war schnell auch die Rede von nativ integrierten virtuellen Desktops, wie man sie auch von Linux seit längerem kennt. Dies entfachte natürlich sofort die Vorstellungskraft vieler Administratoren, aber diese Funktion dürfte nicht ganz das bieten, was viele Anwender und Administratoren erwarten.

Als Windows 10 und damit auch die virtuellen Desktops schließlich tatsächlich angekündigt wurden, gab es dazu noch keine allzu detaillierten Informationen. Außer Vermutungen und Annahmen war da zunächst nicht viel. Viel Admins setzten daher hohe Erwartungen an Microsoft und gingen davon aus, dass Windows 10 eine Virtualisierungstechnologie modernster Machart enthalten würde, die selbst VMware und Citrix zum Nachdenken bringen würde. Das ist so allerdings bei Weitem nicht eingetroffen.

Die neue Funktion, offiziell Task View genannt, hat nichts mit virtuellen Maschinen oder Desktop-Virtualisierung oder auch nur Remote-Desktops zu tun. Vereinfacht gesagt ermöglicht sie nur, laufende Anwendungen in separate logische Arbeitsplätze zu sortieren. 

Manche Anwender, vermutlich vor allem Microsoft-Mitarbeiter, mögen diese Arbeitsplätze vielleicht virtuelle Desktops nennen. Der Grundgedanke ist ganz einfach, Windows-Nutzern mit Task View ein besseres Multitasking und damit ein produktiveres Arbeiten zu ermöglichen.

Man kann jetzt aber nicht wirklich all die Admins für ihre falschen Erwartungen verantwortlich machen, wenn Microsoft von nativen virtuellen Desktops spricht. Der Begriff der Desktop-Virtualisierung hat ganz offensichtlich höchst unterschiedliche Bedeutungen. 

Einerseits gibt es eben Desktop-Virtualisierung in VDI-Szenarien, andererseits die logische Trennung von Arbeitsplätzen. Genaugenommen gibt es dann sogar noch eine dritte Variante, nämlich die eines virtuellen Bildschirms, der sich über die Grenzen des physischen Monitors hinaus erstreckt. 

Da ist es eigentlich kein Wunder, dass sich viele Administratoren unter nativen virtuellen Desktops etwas ganz anderes vorgestellt haben, als die von Microsoft in Windows 10 integrierte Task View.

Windows 10 und das Versprechen von Virtualisierung

Es ist schwer zu sagen, was die Mehrheit der Admins tatsächlich von den virtuellen Desktops unter Windows 10 erwartet haben. Allerdings versteht man unter einem virtuellen Desktop meist ganz rudimentär ein Interface für ein Betriebssystem, das auf einem getrennt davon laufenden Server ausgeführt wird. Auf dem Client läuft dann eine Anwendung, die gewissermaßen ein Fenster zu dieser virtuellen Umgebung öffnet.

Auch wenn es verschiedene Möglichkeiten gibt, virtuelle Desktop-Umgebungen zu konfigurieren, folgen die meisten Bereitstellungen doch diesem Host-basierten Ansatz. Die Nutzer verbinden sich also über ein Netzwerk mit einem entfernt ausgeführten System, und zwar entweder direkt mit der physischen Hardware oder mit virtuellen Maschinen, die dort ausgeführt werden. 

Anschließend kann man mit der virtuellen Umgebung genauso interagieren, wie dies mit lokalen Maschinen der Fall wäre. Der einzige Unterschied liegt darin, dass der Großteil der Rechenleistung vom Server und nicht vom Client erbracht wird.

Manche Bereitstellungen folgen aber auch einem Client-basierten Modell, bei dem der Großteil der Rechenleistung vom Client erbracht wird. In diesem Fall würde das Betriebssystem von einem auf dem Server gehosteten Festplatten-Image auf den Client gestreamt und bietet so nahezu alle Funktionen eines lokal ausgeführten Desktops. Nur auf Festplattenspeicher müsste man hier wohl verzichten.

Das ist wohl der grundlegende Erwartungshorizont, in dem sich die Ankündigung virtueller Desktops in Windows 10 bewegt hat. Viele Administratoren sind wohl davon ausgegangen, Microsoft würde eine Art Fat-Client implementieren, der das Betriebssystem besser streamen kann. Oder vielleicht sogar eine neue Art Thin Client, durch den sich virtuelle Desktops mehr wie physische verhalten würden.

All das ist bekanntlich nicht eingeführt worden. Alles, was Anwender und Administratoren bekommen haben, ist ein effektiverer Weg, um seinen Windows-Desktop zu organisieren.

Windows 10 jenseits des virtuellen Bildschirms

Oft dürfte das Versprechen nativer virtueller Desktops in Windows 10 auch mit einer Art virtuellem Bildschirm in Verbindung gebracht worden sein. Damit wäre eine Möglichkeit gemeint, den tatsächlichen Bildschirmbereich virtuell zu erweitern und einen Monitor mit einer Auflösung von 1024x786 Pixeln beispielsweise über einen virtuellen Bildschirm nach oben zu skalieren, um so die Full-HD-Auflösung von 1920x1080 Pixel zu unterstützen.

Damit ließe sich auf dem Bildschirm in verschiedene Richtung scrollen, um beispielsweise zwei Fenster oder Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Man müsste lediglich die Maus am Bildschirmrand weiterbewegen und erhielte Zugriff auf den weiteren Bildschirmbereich. 

Vergleichbar wäre dies mit dem Betrieb mehrerer Monitore – nur eben ohne auch tatsächlich einen zweiten physischen Bildschirm angeschlossen zu haben. Aber auch das ist mit Task View in Windows 10 nicht gemeint.

Task View: Virtuelle Desktops mit Windows 10

Task View in Windows 10 ermöglicht das Anlegen logisch getrennter Arbeitsplätze, um so laufende Anwendungen besser und effektiver organisieren zu können. Man kann so zum Beispiel Excel und Office auf dem ersten Desktop ausführen, Adobe InDesign und Acrobat Pro auf dem zweiten und auf dem dritten schließlich Visual Studio. 

Trotz dieser logischen Trennung kann man natürlich noch immer per Tastenkombination („Alt + Tab“ bzw. „Windows-Taste + Tab“) durch alle geöffneten Anwendungen springen, zusätzlich besteht aber jetzt die Möglichkeit, auch zwischen den logischen Desktops zu wechseln. Natürlich ist es auch möglich, Anwendungen von einem Desktop auf einen anderen verschieben.

In Windows 10 können mit wenigen Klicks neue Desktops angelegt werden.

Windows 10 ist dabei nicht das erste Betriebssystem, das diese Funktion bietet. Linux und MacOS zum Beispiel enthalten diese Funktion schon seit einiger Zeit. Zudem gibt es auch Drittanbieter-Software, mit der sich entsprechende Funktionen auch in älteren Windows-Versionen implementieren lassen, beispielsweise Dexpot. Manche dieser Produkte bieten sogar einen noch größeren Funktionsumfang als Task View in Windows 10.

Diese Art logisch getrennter Arbeitsplätze hat sich in anderen Betriebssystemen längst bewährt, insofern ist es eine gute Nachricht, dass Windows 10 mit Task View eine ähnliche Funktion erhalten wird. Microsoft hätte in diesem Zusammenhang nur besser von Anfang an nie von virtuellen Desktops gesprochen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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