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Intels neue E5v4-CPUs und die Bedeutung von Hardware in der Cloud

Mit dem Schritt in die Cloud wird oftmals auch die Rolle der Hardware vergessen. Intels neue E5-CPUs zeigen, welch großer Fehler das sein kann.

Intel hat vor kurzem neue Enterprise-CPUs vorgestellt, die einige eindrucksvolle Verbesserungen bei Cache, CPU-Kernen und RAM aufweisen: Version 4 der vielgelobten E5- und E7-Produktlinie. Fast noch interessanter daran ist aber, dass kaum jemand etwas davon bemerkt hat.

Vielleicht liegt das am Cloud-Trend. Vielleicht spielt die Hardware einfach keine große Rolle mehr. Je höher man in der Unternehmenshierarchie aufsteigt, umso mehr bekommt man zu hören, dass Hardware keine Rolle mehr spielt, dass vielmehr Applikationen und der Cloud die Zukunft gehören.

Diese Ansicht ist auch sicher nicht ganz falsch, immerhin sind es Applikationen, mit denen die tatsächliche Arbeit erledigt wird. Auf der anderen Seite ist es natürlich die Hardware, die für Performance und Wirtschaftlichkeit dieser Applikationen verantwortlich ist – und das auch in der Cloud!

Auch in der Cloud kommt es auf die Hardware an

Nichts betont die Idee mehr, dass Hardware noch immer eine große Rolle spielt, als der Blick in das Angebot heutiger Cloud-Anbieter. Wenn in der Cloud Hardware vollkommen egal wäre, warum bieten dann alle Cloud-Anbieter von Microsoft über Amazon bis Google unterschiedliche Instanz-Typen mit höchstunterschiedlicher Hardwareausstattung an?

Egal wie sehr sich CIOs dieser Tatsache auch verweigern wollen, irgendjemand im IT-Team muss die Anforderungen einer Applikation mit dem richtigen Instanz-Typ in Einklang bringen. Die falsche Kombination aus Instanz-Typ und Applikation führt zu einer schlechten Performance, höheren Kosten und verschwendeter Arbeitszeit – nicht unähnlich dem Risiko bei der Zuweisung von Anwendungen auf lokaler Hardware.

Wenn wir uns die Beschreibung der Cloud-Instanzen genauer ansehen, werden auch die unterschiedlichen zugrundeliegenden Hardwaregenerationen sichtbar. Im Falle von Amazon wird Hardware verwendet, die bis zur ersten Version der E5-CPUs zurückreicht. Anhand der Prozessortypen ist klar, dass Server mit dieser Hardware acht CPU-Kerne pro Socket aufweisen, also 16 pro Server. Die von Intel gerade veröffentlichte CPU-Generation kommt maximal auf 22 Kerne pro Sockel und 44 Kerne pro Server. Mit den zusätzlichen Verbesserungen bei Cache und RAM kommt Intel auf eine fünf Mal so hohe Performance.

Eine so drastisch verbesserte Performance ist natürlich schwer zu ignorieren, zumal der Preisunterschied zwischen den Instanzen sicher nicht genauso hoch ausfallen wird. Unternehmen sollten ihre Instanz-Typen also sorgfältig auswählen.

Eigene Hardware bietet Einsparpotenzial

Eine fünf Mal so hohe Performance ist aber auch im eigenen Rechenzentrum nicht zu verachten. Die ersten E5-CPUs sind Anfang 2012 auf den Markt gekommen, womit die fünffache Performance auf lediglich vier Jahre Zeitunterschied zurückgeht. Abgesehen von der Performance bieten die neuen Enterprise-CPUs aber auch bessere Management-Möglichkeiten und eine geringere Energieaufnahme. Vielleicht liegt das Problem mit On-Premise-Hardware also eher darin, dass sie nicht konsequent genug ausgetauscht und erneuert wird?

Public-Cloud-Anbieter verwenden nicht VMware-Produkte, sondern Open-Source-Hypervisoren, weil sich damit die Lizenzkosten eliminieren lassen. Public-Cloud-Anbieter lizenzieren zusätzliche Software, beispielsweise Betriebssysteme, auch auf VM-Level, nicht wie Rechenzentrumsbetreiber auf Basis von Sockel-Lizenzen für die Hosts der On-Premise-Hardware.

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IT-Administratoren neigen dazu, an ihren Servern festzuhalten – je länger sie laufen, umso kosteneffizienter sind sie doch, oder? Tatsächlich sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Nach vier Jahren kann man mit demselben Footprint bereits die fünffache Leistung haben, und das zu einem ähnlichen Preis. Wie wirkt sich das wiederum auf die Lizenzkosten aus? Die sollten sich mit diesem Schritt halbieren, was sich letztlich auch positiv auf die Gesamtkosten auswirken sollte.

Und genau deshalb ist der Schritt in die Cloud durchaus auch kritisch zu sehen: Mit dem vielleicht doch etwas übereilten Sprung in die Cloud distanzieren wir uns von der Hardware, weil sie ja scheinbar keine Rolle mehr spielt – und geben damit eine wesentliche Stellschraube aus der Hand, mit der sich Kosten einsparen lassen. Intels neueste Generation der E5- und E7-Prozessoren ist dabei nur eines der aktuellsten Beispiele.

Vielleicht ähnelt der Vergleich zwischen Private Cloud und Public Cloud doch mehr dem zwischen Äpfeln und Äpfeln als dem zwischen Äpfeln und Birnen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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